Privater Fonds unterstützt Nidwaldner Kleinfirmen

Ein Hergiswiler Unternehmer regt einen Covid-19-Fonds an und zahlt selber eine Million Franken ein. Dank weiterer Spenden kann der Kanton Nidwalden insgesamt 2,2 Millionen Franken an Kleinbetriebe verteilen. Sie können einen Antrag für einen Beitrag von 10'000 Franken stellen.

Martin Uebelhart
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Solidarität mit Nidwaldner Kleinunternehmen: Der Covid-19-Fonds ermöglicht eine einmalige Unterstützung.

Solidarität mit Nidwaldner Kleinunternehmen: Der Covid-19-Fonds ermöglicht eine einmalige Unterstützung.

Bild: Gaetan Bally/Keystone (7. November 2019)

Die Coronapandemie und die daraus resultierenden Massnahmen für die Wirtschaft träfen auch viele Nidwaldner Unternehmen hart, schreibt der Regierungsrat in einer Medienmitteilung. Der Bund und der Kanton leisteten in dieser schwierigen Lage finanzielle Hilfestellung, allen voran in Form von Kurzarbeitsentschädigungen und staatlichen Überbrückungskrediten, um die Auswirkungen abzufedern und eine Welle von Entlassungen und Konkursen zu verhindern.

Ab sofort steht den von der Coronakrise besonders betroffenen Nidwaldner Kleinbetrieben mit weniger als 10 Mitarbeitenden ein Covid-19-Fonds als zusätzliche Unterstützung zur Verfügung. Anspruchsberechtigte Betriebe können ein Gesuch für einen einmaligen, nicht rückzahlungspflichtigen Beitrag in der Höhe von 10000 Franken einreichen.

Kriterienkatalog für Auszahlung erarbeitet

Initiiert hat den Fonds der Hergiswiler Unternehmer Peter Grogg. Mit dem Anliegen, dass Kleinbetrieben, die derzeit hohe Umsatzeinbussen erleiden, rasch und unbürokratisch geholfen werden kann, habe sich Grogg vor rund zwei Wochen bei Diana Hartz, der Leiterin der Wirtschaftsförderung Nidwalden, gemeldet. Er selbst hat den namhaften Beitrag von einer Million Franken in den Fonds eingezahlt.

Weiter hat er den Kanton mit der Verwaltung des Fonds sowie der Ausbezahlung der Beiträge betraut. «Wir haben die Idee von Peter Grogg sehr gerne aufgenommen und uns sofort an die Umsetzung gemacht», sagt Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Kanton habe eine treuhänderische Funktion, hält er fest. «Zusammen mit Peter Grogg haben wir einen Kriterienkatalog erarbeitet.» Kriterien, die ein Unternehmen erfüllen müsse, um in Genuss eines Beitrags aus dem Fonds zu kommen. Anspruchsberechtigt sind Kleinbetriebe mit weniger als 10 festangestellten Mitarbeitenden, wobei diese Zahl als 1000 Stellenprozente zu verstehen ist. «Um zusätzlich den Einsatz der Betriebe für die Berufsausbildung zu würdigen, werden die Lehrlinge nicht dazugerechnet», führt der Volkswirtschaftsdirektor aus. Die Firmen müssten spätestens seit dem 1. Januar 2020 ihren Sitz in Nidwalden haben und dürften per 1. März 2020 keine offenen Betreibungen ausweisen. Weiter müssen sie seit dem 17. März einen Umsatzrückgang von rund 50 Prozent oder mehr nachweisen, der ihre Liquidität gefährdet. «Diese Kriterien müssen die Firmen mit entsprechenden Dokumenten belegen, wenn sie sich für einen Beitrag bewerben», hält Filliger fest.

Peter Grogg, der laut Auskunft des Kantons nicht selber in der Öffentlichkeit Stellung nehmen möchte, sei es ein Anliegen gewesen, dass andere in Nidwalden ansässige Unternehmen und vermögende Personen kontaktiert werden mit der Bitte, ebenfalls Gelder in den Fonds einzuzahlen. Diesem Anliegen sei der Kanton gerne nachgekommen, schreibt der Regierungsrat weiter, wodurch der Fondsgesamtbetrag mittlerweile auf 2,2 Millionen Franken angestiegen ist. Somit können mindestens 220 Unternehmen in Nidwalden mit je 10000 Franken unterstützt werden. Othmar Filliger kann sich gut vorstellen, dass noch weitere Gelder in den Fonds fliessen werden. Somit könnten noch mehr Kleinunternehmen von der Soforthilfe profitieren.

Stärkung für den Wirtschaftsstandort

Im Kanton Nidwalden gebe es über 1000 Unternehmen, die rein von der Grösse her für eine Unterstützung aus dem Covid-19-Fonds in Frage kommen könnten, sagt Othmar Filliger. «Um auch tatsächlich Geld erhalten zu können, müssen sie aber natürlich alle Kriterien erfüllen», betont er.

Der Volkswirtschaftsdirektor zeigt sich sehr angetan von dieser privaten Initiative: «Das ist ein starkes Zeichen der Solidarität und eine grossartige Geste.» Er ist überzeugt, dass das bei den Unternehmen gut ankommen werde. «Wenn ein Unternehmen sich in einer schwierigen finanziellen Situation befindet und dann 10000 Franken erhält, die nicht zurückbezahlt werden müssen, so wird dies bestimmt sehr geschätzt.» Dies stärke den Wirtschaftsstandort Nidwalden, insbesondere Firmen aus der Gastrobranche oder im Bereich Tourismus und Events. «Ich bin Peter Grogg und den anderen Spendern dankbar für ihr solidarisches Engagement zu Gunsten unseres Kantons.»



Mehr Informationen unter www.nw.ch/coronafonds