Privatschule im Schulhaus Obbürgen ist definitiv gescheitert

Das Mietversprechen zwischen der Schulgemeinde Stansstad und den Initianten der Villa Kunterbunt wurde aufgelöst.

Philipp Unterschütz
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Das Schulhaus Obbürgen.

Das Schulhaus Obbürgen.

Bild: Pius Amrein (6. Februar 2019)

Im Kanton Nidwalden gibt es weiterhin keine Privatschule. Im vergangenen Sommer wollte ursprünglich die Villa Kunterbunt im alten Schulhaus in Obbürgen ihre Türen öffnen. Langfristig hätten dort 30 bis 40 Kinder unterrichtet werden sollen. Geplant war, in einem ersten Schritt die Räume im unteren Parterre und der 6 1/2-Zimmer-Wohnung mit Küche für den Mittagstisch in den beiden obersten Stockwerken zu belegen. Mit der Schulgemeinde Stansstad hatten die Initianten ein entsprechendes «Mietversprechen» unterzeichnet.

Die Eröffnung im Sommer blieb aus, weil zuwenig Anmeldungen eingegangen waren. Weil die Initianten aber überzeugt waren, dass in Nidwalden das Bedürfnis für eine Privatschule vorhanden sei, liessen sie offen, ob der Start erst ein Jahr später, also im Sommer 2020, erfolgen soll (wir berichteten).

Wie an der Gemeindeversammlung der Schulgemeinde Stansstad am Donnerstag bekannt wurde, wird es nun aber definitiv keine Privatschule im Schulhaus Obbürgen geben. Anita Kempter, Präsidentin der Schulgemeinde, bestätigt auf Nachfrage, dass «das Mietversprechen im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst wurde».

Ob es Pläne gibt, die Privatschule an einem anderen Ort zu eröffnen, konnte Anita Kempter nicht beantworten. Andreas Gwerder, Direktionssekretär der Bildungsdirektion Nidwalden bestätigte auf Anfrage, dass man ebenfalls Kenntnis davon habe, dass das Projekt nicht gestartet werden konnte. Weitere Informationen habe man nicht. Die Initianten der Privatschule waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Entsteht im Schulhaus Obbürgen eine Kita?

Das Schulhaus Obbürgen steht aber nicht leer. «Wir haben darin eine Kindergartenklasse, eine Spielgruppe und das technische Gestalten untergebracht», erklärt Anita Kempter.

Nichts beitragen kann das Schulhaus, um die Platznot der Schulgemeinde zu lindern. Die Schulgemeinde erhielt an der Versammlung einen Kredit von 250000 Franken für eine Projektstudie, um die Möglichkeiten für zusätzlichen Schulraum beim Kindergartengebäude und Primarschulhaus abzuklären. «Der Bedarf für zusätzlichen Schulraum besteht im Dorf Stansstad und nicht in Obbürgen», sagt die Präsidentin der Schulgemeinde.

Für das Schulhaus Obbürgen ist mittlerweile über das Bürgenstock Resort eine Anfrage für eine Kindertagesstätte eingegangen. «Wir hatten erste Kontakte, aber das Projekt ist noch in den Babyschuhen. Es ist noch überhaupt nichts konkret», betont Anita Kempter. Angedacht sei die Kita für Mitarbeiter des Bürgenstock Resorts, aber auch für Familien aus der Umgebung des Schulhauses Obbürgen.