Pro Natura Unterwalden vergibt Preis an Walter Ettlin

Die 50. Generalversammlung von Pro Natura Unterwalden musste im kleinen Rahmen stattfinden. Walter Ettlin wurde für seinen Einsatz gegen invasive Pflanzen geehrt.

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(zf) Mit Feiern war dieses Jahr nichts: So fielen in diesem Jahr auch die Jubiläumsanlässe von Pro Natura Unterwalden der Coronapandemie zum Opfer. Auch die 50. Generalversammlung in Sarnen fand im bescheidenen Rahmen statt, wie die Organisation den Medien mitteilt. Geplant sei nun, die Feierlichkeiten gemeinsam mit der Öffentlichkeit im Juni 2021 nachzuholen, informierte Präsidentin Theres Odermatt. Neu in den Vorstand von Pro Natura Unterwalden gewählt wurde die 27-jährige Alpnacherin Eva Maria Amstutz und als neue Vizepräsidentin amtet künftig Chrigi Niederberger aus Giswil.

Von links: Eva Maria Amstutz, Andrea Friedli, Theres Odermatt, Norbert Rohrer, Chrigi Niederberger, Alex Fries, Romy Ineichen, Walter Ettlin, Seraina Bamert, Andy Wyss.

Von links: Eva Maria Amstutz, Andrea Friedli, Theres Odermatt, Norbert Rohrer, Chrigi Niederberger, Alex Fries, Romy Ineichen, Walter Ettlin, Seraina Bamert, Andy Wyss.

PD

Politisch Duftmarken gesetzt

Geschäftsführerin von Pro Natura Unterwalden ist derzeit Andrea Friedli. Sie übernimmt das Amt bis Januar 2021 stellvertretend für Seraina Bamert, die im Mutterschaftsurlaub weilt. Andrea Friedli blickte an der GV auf das Jahr 2019 zurück. Engagiert war Pro Natura Unterwalden etwa bei der Sanierung von Trockensteinmauern in Engelberg und Ennetbürgen sowie bei verschiedenen Aufwertungsprojekten im Dienste von Flora und Fauna. «Auch politisch setzte die Organisation 2019 verschiedene Duftmarken und konnte mit Eingaben und Einsprachen zu Bauprojekten einige Anpassungen zu Gunsten des Naturschutzes erreichen», schreibt die Organisation.

Nicht zuletzt habe Pro Natura auch im vergangenen Jahr viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet. So etwa mit der Präsenz an der Obwaldner Trophäenschau und am Festival der Natur in Stans. In guter Erinnerung bleiben auch Pflegeeinsätze im Stansstaderried sowie eine Glühwürmchen-Exkursion. Die IG Haubenmeise – eine Untergruppe von Pro Natura Unterwalden – stellte sich 2019 ebenfalls wieder mit verschiedenen Anlässen und Projekten in den Dienst des Naturschutzes und der einheimischen Vogelwelt.

Klares Nein zum Jagdgesetz

Zur Sprache an der GV kamen auch das Jagdgesetz und die Abstimmung am 27. September. Viel Anlass zu Diskussionen gab die Vorlage aber nicht, zumal die Meinungen bei Pro Natura Unterwalden gemacht sind. So gehört Pro Natura Schweiz dem Referendumskomitee an und wehrt sich gegen das «missratene Abschussgesetz». Wie das neue Vorstandsmitglied Eva Maria Amstutz an der GV ausführte, stösst sich die Naturschutzorganisation vor allem an der Tatsache, dass das neue Gesetz den Abschuss von Wölfen ermöglicht, die sich zwar auffällig verhalten, aber noch keinen Schaden angerichtet haben. Auch sei es nicht angebracht, dass die Entscheidungskompetenz über Abschüsse künftig bei den Kantonen liegen solle. «Wildlebende Tiere kennen keine Kantonsgrenzen», betonte Eva Maria Amstutz. Wie Pro Natura Schweiz empfiehlt auch Pro Natura Unterwalden dezidiert, das neue Jagdgesetz an der Urne abzulehnen.

Natur- und Integrationsprojekt ausgezeichnet

Im Vorfeld der GV der beiden Umweltorganisatoren WWF und Pro Natura Unterwalden hat Hans Spichtig, Wildhüter aus Obwalden, anhand eines Bildervortrags faszinierende Geschichten und Erlebnisse mit Wildtieren in der Zentralschweiz aufgezeigt. Anschliessend wurde traditionsgemäss der Unterwaldner Umweltpreis verliehen. Dieses Jahr bleibt der Preis in den eigenen Reihen, er geht an das Pro-Natura-Mitglied Walter Ettlin. Der Giswiler engagiert sich seit Jahren für die Bekämpfung von invasiven Pflanzen (Neophyten). Indem er für die Arbeiten im Freien regelmässig Asylsuchende einspannt und gemeinsam mit ihnen in Ob- und Nidwalden auf «Neophytenjagd» gehe, leiste Ettlin nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Natur, sondern auch für die Integration von Migranten, so Pro Natura Unterwalden.