Pukelsheim nimmt zweite Hürde

In Nidwalden sollen 2014 die Parlamentssitze nach dem Modell «doppelter Pukelsheim» auf die einzelnen Parteien verteilt werden. Der Landrat hat am Mittwoch in zweiter Lesung der Wahlreform mit 35 zu 23 Stimmen zugestimmt.

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Die Sitzverteilung für den Landrat soll nach einem neuen System berechnet werden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Die Sitzverteilung für den Landrat soll nach einem neuen System berechnet werden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Gegen den doppelten Pukelsheim votierte geschlossen die SVP. Die neue Berechnungsart sei kompliziert, sagte Walter Odermatt (SVP). Die SVP hätte einen Wahlkreisverbund bevorzugt.

Auch Viktor Baumgartner (CVP) lehnte die Vorlage, die ihm nicht geheuer sei, ab. Baumgartner favorisiert ein Majorzsystem, das Nidwalden 1981 abgeschafft hatte. Er würde ein allfälliges Referendum unterstützen, sagte Baumgartner.

Nidwalden war vom Bundesgericht gezwungen worden, sein Wahlsystem zu ändern. Das heute praktizierte Proporzwahlrecht bringt den Wählerwillen nicht genügend zum Ausdruck, weil in einigen kleinen Gemeinden ein Kandidat einen sehr hohen Stimmanteil holen muss, um ein Parlamentsmandat zu ergattern.

Beim doppelten Pukelsheim wird zuerst der Sitzanspruch jeder Partei für den ganzen Kanton errechnet. Dann werden die Sitze auf die Wahlkreise und dann innerhalb der Listen auf die Kandidaten verteilt.

sda