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Mittelmässige Noten für Stanser und Sarner Internetauftritt

0,5 von 1 Punkt erhält der Internetauftritt der Gemeinde Stans. Damit ist der Gemeindepräsident Lukas Arnold nicht zufrieden – vor allem in einem Punkt. Auch Sarnen bewegt sich im Mittelfeld. Das dürfte sich im Frühling ändern.

Matthias Piazza
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Der Internetauftritt der Gemeinde Stans hat gemäss einer Studie Luft nach oben.

Der Internetauftritt der Gemeinde Stans hat gemäss einer Studie Luft nach oben.

Bild: Matthias Piazza (Stans, 12. November 2021)

Wie ist der Stand der digitalen Transformation in den Schweizer Städten? Dafür hat das Institut für Verwaltungsmanagement der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zusammenarbeit mit KPMG Schweiz einen digitalen Städtemonitor entwickelt. Dafür wurden die Websites von 162 Schweizer Städten und neun städtischen Gemeinden untersucht. Darunter auch jene von Stans, Sarnen und Altdorf.

In der Gesamtbewertung liegt Stans mit 0,5 von 1 Punkt im Mittelfeld, gleichauf mit Altdorf und leicht hinter Sarnen mit 0,55 Punkten. Gemeindepräsident Lukas Arnold sagt dazu:

«Die Studie deckt sich mit unserer eigenen Einschätzung. Wir sind mit unserem Auftritt noch nicht zufrieden, noch nicht dort, wo wir sein wollen.»

Bei der kürzlich vorgenommenen Überarbeitung der Website sei die neue Gestaltung im Vordergrund gestanden und weniger der Inhalt.

In der Kategorie «zielgruppengerechte Dienste und Informationen» erzielte die Stanser Website gerade mal 0,32 Punkte und landete damit auf den hinteren Plätzen. In dieser Kategorie wurde etwa die Barrierefreiheit untersucht und die Möglichkeit, Dokumente in einfacher Sprache herunterzuladen. Auch die Suchfunktion wurde unter die Lupe genommen. Ein Kriterium war auch das Vorhandensein von Erklärvideos oder -comics und Untertiteln. Eine Rolle spielte auch, wie einheitlich das Design daherkommt. Im Weiteren wurde abgefragt, ob es Verlinkungen zu Social Media, einen Veranstaltungskalender sowie ein Newsletter-Angebot gibt und ob man angeben kann, zu welchen Themen man einen Newsletter erhalten möchte. «Uns ist bewusst, dass wir gerade in diesem Bereich noch viel aufzuholen haben», kommentiert Lukas Arnold.

Wer auf www.stans.ch geht, gelangt bei Bedarf direkt zur Schule, zur Feuerwehr, zu den Kontaktdaten der Gemeindeverwaltung, zu den GA-Tageskarten oder zum Gemeindeinfo «Stans!». Mit diesen Direktzugriffen konnte Stans in der Kategorie «gemeinsame Datenverwaltung» punkten. Sie holte die volle Punktzahl.

Luft nach oben gibt's hingegen im Bereich «Offenheit und Transparenz» mit 0,76 Punkten. Hier wurde unter anderem untersucht, ob die Website auch einen Online-Schalter hat, was bei Stans der Fall ist. Über die Website von Stans kann man bereits eine GA-Tageskarte bestellen, Räume reservieren, Veranstaltungen bekannt machen oder den Heimatausweis und die Wohnsitzbestätigung direkt bestellen. Seit dem Sommer lässt sich auch die Umzugsmeldung elektronisch erledigen, gemäss Lukas Arnold eine Dienstleistung, die bereits regelmässig genutzt wird.

Eine GA-Tageskarte im Internet bestellen – und auch gleich dort bezahlen

Null Punkte gab's bei der Kategorie «Standardisierung und Interoperabilität». Hier interessierte etwa die Frage, ob die Websites E-Payment anbieten. Auch Lukas Arnold ortet hier noch das grösste Verbesserungspotenzial. «Wer auf unserer Website eine kostenpflichtige Dienstleistung beansprucht, kann diese nicht gleich online bezahlen. Eine GA-Tageskarte beispielsweise kann man bei uns im Internet beziehen, bezahlen muss man sie am Schalter beim Abholen oder auf Rechnung.» Dies wolle man ändern. «Künftig solle man eine Dienstleistung auf unserer Website bezahlen können.»

«Das Internet wird für die Bürger immer wichtiger. Die Coronapandemie hat den Trend noch verschärft, als viele Bürger den Schalter aus Angst vor Ansteckung mieden», sagt Lukas Arnold zum Stellenwert des Online-Auftrittes. Viele Fragen würden via E-Mail oder telefonisch gestellt und entsprechend der Schalter an der Stansstaderstrasse 18 weniger genutzt.

Trotz angestrebter Verbesserungen des Internetauftritts will Lukas Arnold allzu hohe Erwartungen dämpfen:

«Als 8000-Seelen-Gemeinde haben wir nicht den Anspruch, mit dem Internetauftritt in derselben Liga zu spielen wie Städte.»

Sarnen bekommt eine neue Website

Die Sarner Website erhält in der Gesamtwertung 0,55 Punkte. Geschäftsführer Max Rötheli spricht von einem guten Wert. «Zudem dürfte sich der Wert noch verbessern mit der überarbeiteten Website, die wir Anfang nächsten Jahres aufschalten wollen.»

Der Internetauftritt der Gemeinde Sarnen wird überarbeitet.

Der Internetauftritt der Gemeinde Sarnen wird überarbeitet.

Bild: Matthias Piazza (Stans, 12. November 2021)

Insbesondere in der Kategorie «Dienste und Informationen», wo Sarnen zurzeit 0,43 Punkte erhält, rechnet Max Rötheli mit einem Sprung nach oben. So ist eine komplett barrierefreie Zusatz-Website geplant, damit auch Menschen mit Behinderungen das Webangebot uneingeschränkt nutzen können, wie vom Behindertengleichstellungsgesetz verlangt.

Hohe 0,86 Punkte gibt's dafür im Bereich «gemeinsame Datenverwaltung» und immerhin 0,65 Punkte in der Kategorie «Offenheit und Transparenz». Schlechter schneidet www.sarnen.ch bei «Standardisierung und Interoperabilität» ab, mit 0,55 Punkten. Gebühren von Dienstleistungen, die man online beansprucht, können nicht über die Website bezahlt werden. Noch nicht. Wenn die neue Website aufgeschaltet ist, werden die Sarner auch mit Twint etwa die GA-Tageskarte oder Parkkarten online bezahlen können. Auch Raumreservationen sind dann übers Internet möglich.

Zudem erwähnt Max Rötheli auch die Online-Plattform «Crossiety», die es seit wenigen Wochen auch für Sarnen gibt. Auf diesem digitalen Dorfplatz können Vereine, Gewerbe oder die Gemeinde Anzeigen schalten oder Neuigkeiten teilen. Es gibt einen Marktplatz, auf dem auch Privatpersonen Produkte anbieten oder suchen können, sowie einen «Helfen-Stream», auf dem Hilfe gesucht oder angeboten werden kann.

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