Reaktionen fallen kontrovers aus

Das sagen die übrigen Nidwaldner Parteien zur Bundesratskandidatur von Hans Wicki.

Matthias Piazza
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«Ich denke nicht, dass Hans Wicki das Format für einen Bundesrat besitzt», sagt Leo Amstutz, Präsident der Grünen Nidwalden, auf Anfrage. In seiner sechsjährigen Zeit als Regierungsrat und den drei Jahren als Ständerat habe Wicki auf jeden Fall zu wenig Spuren hinterlassen. «Abgesehen davon scheinen seinen Chancen eh gering zu sein. Doch dies müssen wir der FDP Schweiz und der Vereinigten Bundesversammlung überlassen», sagt Leo Amstutz weiter. Für das Amt des Bundesrates sollen die Qualifikationen entscheidend sein und nicht die Herkunft. «Auch befürchte ich, dass Hans Wicki als Mann der Wirtschaft den Fokus vor allem auf deren Interessen legt und nicht auf die anderen Facetten der Zentralschweiz.»

Herkunft mindestens so wichtig wie Frauenfrage

«Mit Hans Wicki wäre Nidwalden zum ersten Mal und die Zentralschweiz nach längerer Zeit wieder im Bundesrat vertreten. Dieses Anliegen ist genauso berechtigt wie die Frauenfrage», meint SVP-Kantonalpräsident Christoph Keller dazu. «Doch dies muss man der FDP überlassen.» Leider habe Hans Wicki gegen die parteiinterne Kandidatin Karin Keller-Suter nicht so gute Karten. Doch Christoph Keller bleibt zuversichtlich. «Bundesratswahlen sind nie ganz vorhersehbar. Die Chancen stehen nie bei Null.»

«Einen Bundesrat aus der Zentralschweiz würden wir sehr begrüssen. Es haben sich mehrere Kandidaten der CVP und FDP gemeldet, was uns sehr freut», meint Therese Rotzer, Präsidentin der CVP Nidwalden. «Eine Kandidatur aus unseren Reihen kann ich derzeit ausschliessen, auch wenn wir geeignete Kandidaten hätten.»

«Eine weitere Frau im Bundesrat wäre uns wichtiger als eine Nidwaldner Vertretung durch einen extrem wirtschaftsliberalen Politiker», sagt SP-Landrat Daniel Niederberger. «Ein Scheitern der Kandidatur Wickis würde die Chance für einen ersten Zentralschweizer SP-Bundesrat steigern, sollte Simonetta Sommaruga dereinst abtreten.»