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Rechtschreiben: Methode nicht entscheidend

«Rechtschreibestreit erreicht Bern», Ausgabe vom 31. Oktober

Es klingt verführerisch: Ein grosses Problem lösen, mit einer einfachen Rezeptur. Bildungsdirektor Res Schmid hat nun scheinbar das Patentrezept gefunden, um die allgemein beklagte Rechtschreibschwäche der heutigen Jugend zu kurieren. Von der zweiten Klasse an sollen nun wieder streng die Lehrerinnen und Pädagogen rot markieren, wo statt schreiben «schreipen» geschrieben wird. Ist es nicht eine verengte Sicht, anzunehmen, dass sich bereits in den ersten zwei Primarschulklassen entscheidet, ob man im späteren Leben korrekt Deutsch schreiben kann? Mir kommen viele Faktoren in Sinn, die sich dem fehlerfreien Schreiben entgegensetzen. Mehr Games und Netflix-Serien kürzen die Lesezeit, mehr Schulstoff im Lehrplan reduziert das Üben in Deutsch, das Streichen von Aufsätzen aus dem Lehrplan-Programm auf der Sekundarstufe macht das SMS-Schreiben im Dialekt zur hauptsächlichen Schreibpraxis der Jugendlichen.

Was mich aber hauptsächlich an der regierungsamtlichen Weisung stört, ist, dass sie ohne Rücksprache mit der Lehrerschaft und den Schulgemeinden beziehungsweise Schulkommissionen veranlasst wurde. Bei den Lehrerinnen und Lehrern habe ich ein gewisses Feuer für die Methode der lautsprachlichen Schreibweise entdecken können. Ist es nicht am besten, man überlässt es ihnen, nach welcher Methode sie bis zum Ende der zweiten Klasse verfahren? Dabei sollte weder die eine noch die andere Methode dogmatisch zur Anwendung kommen. Schon die von Res Schmid unterschriebene Weisung führt an, dass es keine belastbare Studie gibt, die der einen oder anderen Methode einen Vorteil einräumt. Wörtlich heisst es: «Es ergab sich keine klare Überlegenheit einer Methode.»

Was wir aber aus einer gross angelegten, internationalen Studie des Bildungsforschers John Hattie wissen, ist Folgendes: Auf die Methoden kommt es weniger an als auf engagierte Lehrer, die sich Zeit für jedes einzelne Kind nehmen können.

Delf Bucher, Landrat Grüne, Buochs

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