Rechtsradikalen-Mitläufer wird verwarnt

Ein Mitarbeiter des Amtes für Landwirtschaft nahm an einem Umzug von Rechtsextremen teil. Der Amtsleiter zeigt sich betroffen und verwarnt den 26-Jährigen.

Drucken
Teilen
Rechtsextreme vor dem Winkelrieddenkmal in Sempach. Der im Text erwähnte Nidwaldner ist auf dem Bild nicht zu sehen. (Bild Keystone)

Rechtsextreme vor dem Winkelrieddenkmal in Sempach. Der im Text erwähnte Nidwaldner ist auf dem Bild nicht zu sehen. (Bild Keystone)

Mehr als 200 Rechtsextreme hatten an der Schlachtfeier in Sempach Ende Juni teilgenommen. Was sie nicht wussten: Eine linksautonome Gruppierung war mit Kameras unterwegs, schoss Bilder von den einzelnen Teilnehmern und stellte 241 Porträtbilder von mutmasslichen Rechtsextremen nummeriert ins Internet. Dies mit der Absicht, die Teilnehmer des Umzugs öffentlich anzuprangern. Wie in einer Art Gästebuch können Besucher der Webseite die Namen der Rechtsextremen eintragen, wenn sie jemanden erkennen.

Nur «Zufall und Naivität»
Auf einem der Porträtbilder ist auch A. A. (Name der Redaktion bekannt) zu sehen, der seit eineinhalb Jahren beim Nidwaldner Amt für Landwirtschaft als landwirtschaftlicher Berater arbeitet. Amtsleiter Josef Muri war «natürlich sehr betroffen», als er von all dem erfahren hat.

Auf dieser Webseite steht explizit, dass die betroffene Person beim Nidwaldner Landwirtschaftsamt arbeitet – und das ist alles andere als gute Werbung für den Kanton Nidwalden. Man habe daraufhin umgehend reagiert, so Muri. «Wir haben intensive Gespräche mit unserem Mitarbeiter geführt. Dieser habe dabei versichert, dass er eher aus «Zufall und Naivität» in den Aufmarsch der Rechtsextremen in Sempach geraten sei. Solange nicht das Gegenteil bewiesen sei, gelte die Unschuldsvermutung, so Josef Muri.

Kündigung in Erwägung ziehen
Der 26-jährige Mitarbeiter ist laut Muri trotzdem mündlich und schriftlich verwarnt worden. «Er streitet seine politisch rechts stehende Gesinnung nicht ab. Ich kann und will ihm nicht vorschreiben, was er zu denken hat. Die politische Gesinnung hat nichts zu tun mit der Anstellung.» Falls sich ein solcher Vorfall wiederhole, müsse man eine Kündigung in Erwägung ziehen. Muri glaube aber nicht, dass es so weit komme.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.