Regierung will Noten einführen – aber nicht sofort

Die Nidwaldner Regierung will ab der 2. Primarklasse wieder Noten einführen. Die Parteien reagieren unterschiedlich: Es hagelt Kritik, aber es gibt auch lobende Töne.

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So könnte das Zeugnis eines Primarschülers der zweiten Klasse aussehen. (Bild: PD)

So könnte das Zeugnis eines Primarschülers der zweiten Klasse aussehen. (Bild: PD)

Neu soll es von der 2. bis zur 9. Klasse durchgehend eine Mischform geben: Einerseits würden wieder Noten eingeführt, anderseits soll ein Zusatzblatt Auskunft geben über das Sozial- und Arbeitsverhalten. Rund 30 Gruppierungen haben sich zur Vernehmlassung geäussert. Weil viele verschiedene Meinungen aufeinanderprallen, hat der Regierungsrat beschlossen, die Einführung um ein Jahr auf August 2012 zu verschieben.

Die Resultate im Einzelnen:

Noten ab der 2. Klasse
FDP, SVP, der Gewerbeverband, eine Schulbehörde und Mittelschulkommission sprachen sich ohne Vorbehalte für die Einführung der Noten ab der 2. Klasse aus. Die CVP könnte sich eine Einführung der Noten ab der 3. Klasse vorstellen.

Kritische Vorbehalte oder Ablehnung äussern die Mehrheit der Schulbehörden, Grüne, SP, die Schulleiterkonferenz, die Lehrerverbände und die Fachverbände.

Eintrag der Lernziele im Zeugnis (Sozial und Arbeitsverhalten):
Dass die Erreichung der Lernziele im Sozial- und Arbeitsverhalten neu nicht mehr nur Gegenstand des Standortgesprächs sein sollte, sondern im Zeugnis jedes Semester mit einem Raster beurteilt wird, wurde von SVP, CVP, FDP, Gewerbeverband, Fachberater, Mittelschul- und Bildungskommission befürwortet. Grüne, SP und Schulvertreter waren in der Mehrheit dagegen. Kritisiert werden zum einen die Beurteilungsraster, welche als zu wenig differenziert bezeichnet werden und somit Angriffsfläche für Rekurse bieten würden. Zudem werde mit diesem Vorgehen der administrative Aufwand für die Lehrpersonen gegenüber der bisherigen Lösung erhöht. Auch sei es nicht ganz konsequent, das Sozial- und Arbeitsverhalten zu bewerten, aber keine Aussagen zur Selbstkompetenz zu machen.

pd/rem