REGIERUNGSRATSWAHL: Ambauen ist der neue Mann der CVP

Nochmals mit Heinz Keller, neu mit Martin Ambauen oder nicht mehr antreten? Die Delegierten der CVP Nidwalden waren sich am Donnerstagabend nicht so schnell einig.

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Martin Ambauen an der Delegiertenversammlung. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Martin Ambauen an der Delegiertenversammlung. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Die Überraschung für die Delegierten folgte nur wenige Minuten nach Beginn der Versammlung: Heinz Keller, am Sonntag unterlegener CVP-Regierungsratskandidat, zog sich zurück. Das Ergebnis gegen eine geschlossene SVP sei «nicht befriedigend» ausgefallen, er verzichte «im Interesse der Partei» auf seine Kandidatur. «Dieser Entscheid, glauben Sie mir, fiel mir nicht einfach», sagte Keller. Und der Entscheid fiel nur, weil es der Kantonalvorstand so wollte, kritisierte Landrat Erich Amstutz später, dabei hätte Keller nochmals antreten wollen, sagte Amstutz unter Applaus im Saal.

Doch Keller hatte zuvor klar gemacht: «Wahlen sind so, wie man sich in der CVP bisher verhalten hat, nicht zu gewinnen.» Der Kantonalvorstand hatte nach einer Analyse des Wahlsonntags «einstimmig entschieden», den Delegierten Martin Ambauen als neuen Kandidaten vorzuschlagen. Ambauen war am 10. Januar an der CVP-internen Ausmarchung in Ennetbürgen nur knapp mit zehn Stimmen Unterschied gegen Keller unterlegen.

«Sehr schlecht»
Kantonalpräsident André Scherer sagte, es sei im Wahlkampf leider nicht gelungen, die Leute genügend anzusprechen und Heinz Keller als «hervorragenden Kandidaten» zu positionieren. «Wir hätten uns von den Delegierten und den Behördemitgliedern mehr Unterstützung gewünscht», sagte Scherer. Das Ergebnis vom vergangenen sei für die CVP mit der grössten Fraktion im Landrat «sehr schlecht». Der Kantonalvorstand sei zum Schluss gekommen, dass es «fast unmöglich ist, die gut 500 Stimmen Differenz noch zu holen».

2:1 für Rückzug Kellers
Die Haltung des Kantonalvorstandes irritierte zum Beispiel Bruno Poli: «Was sollen wir hier noch machen? Es ist ja schon alles entschieden.» Unter Applaus verlangte er, dass über den Rückzug Kellers abgestimmt werde. Der Stanser Ortsparteipräsident Micha Heimler war «ähnlich irritiert» und meinte, es wäre richtig, zwischen Ambauen und Keller nochmals zu wählen. Mit 48 zu 25 Stimmen wurde der Entscheid Kellers jedoch akzeptiert.

Landrat Sepp Niederberger aus Oberdorf stellte die Frage, ob es nicht besser wäre, sich ganz aus dem zweiten Wahlgang zurückzuziehen. «Wir brauchen eines Riesenwahlpropaganda und gute Argumente, um zu gewinnen.» Er stellte den Antrag, auf eine Kandidatur am 13. April zu verzichten, zog ihn jedoch später wieder zurück. Zuvor hatte sich unter anderen alt Landratspräsident Bruno Durrer gewehrt: «Jetzt treten wir an und zeigen, wer wir sind. Ein Verzicht wäre das schlechteste Zeichen.» Landrat Sepp Barmettler war gleicher Meinung: Ein Verzicht wäre nicht fair gegenüber den 600 Anwesenden am Parteitag vom Januar.

Ambauen fordert Feuer
Schliesslich bekam der 54-jährige Beckenrieder Landwirt Martin Ambauen von verschiedener Seite, auch aus Stans, Unterstützung zugesagt. Er sage «mit Begeisterung Ja zur zweiten Ausmarchung», sagte Ambauen, er habe sich jedoch nicht aufgedrängt. Die Diskussion verunsicherte ihn jedoch auch. «Ich bin heute nervöser als am Parteitag», sagte er. Doch als die Nomination ohne Gegenstimme vorbei war, appellierte er an die Delegierten: «Nun muss ein Feuer entbrennen.» Es sei wichtig, nun zusammenzustehen und geeint in den Wahlkampf zu steigen, mahnte auch Kantonalpräsident André Scherer. Wenn sich die CVP spalte, «dann haben wir keine Chance.»

Markus von Rotz / Neue Nidwaldner Zeitung