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REGION: Es dröhnt und brummt in der Zentralschweiz

Qual der Wahl für Motorenfans: Gleich an drei Schauplätzen in Obwalden, Nidwalden und Luzern stehen dieses Wochenende Lastwagen, Elektroautos und Oldtimer im Rampenlicht. In Alpnach liegt der Fokus auf einer Branche im Wandel.
Oliver Mattmann
Ob beim Geschicklichkeitsfahren mit einem Lastwagen in Aplnach, beim Bewundern eines Oldtimer-Wohnmobils in Luzern oder beim Testen von Elektromobilen in Buochs: Wer sich für Autos begeistert, kommt dieses Wochenende voll auf seine Kosten. (Bild: Boris Bürgisser, Zentralschweiz, 27. Mai 2017)

Ob beim Geschicklichkeitsfahren mit einem Lastwagen in Aplnach, beim Bewundern eines Oldtimer-Wohnmobils in Luzern oder beim Testen von Elektromobilen in Buochs: Wer sich für Autos begeistert, kommt dieses Wochenende voll auf seine Kosten. (Bild: Boris Bürgisser, Zentralschweiz, 27. Mai 2017)

Ein kleines Mädchen hat nur Augen für den Tretlastwagen. Schnurstracks läuft sie auf ihn zu, um im nächsten Moment loszufahren. Von den grossen Originalen rundherum scheint sie wenig beeindruckt. Dabei erwartet die Besucher auf dem Flugplatz Alpnach an diesem Wochenende eine imposante Kulisse. Lastwagen in allen Farben und Grössen, jeden Alters und verschiedenster Marken dominieren die Szenerie.

Der schweizerische Chauffeuren-Verband Les Routiers Suisses organisiert zu seinem 60-Jahr-Jubiläum das Family-Truck-Festival. «Ich bin von der Vielfalt der ausgestellten Fahrzeuge überrascht», sagt mit Markus Blattmann einer, der die Branche kennt. Der Schwertransportfahrer ist mit seiner Familie aus dem zugerischen Edlibach hierher gereist. «Auch um meinen drei Kindern zu zeigen, mit was ich in meinem Beruf alles zu tun habe. Sie würden am liebsten jeden Tag mit mir mitfahren», lacht Blattmann. Derweil versucht sich Marco Achermann auf der anderen Seite des weitläufigen Areals beim Geschicklichkeitsfahren. Die kniffligen Aufgaben, zum Beispiel rückwärts einen engen Radius fahren, haben es in sich. Die Markierungskegel fallen reihenweise. Zu seiner Ehrenrettung sagt Achermann, von Beruf Automechatroniker: «Ich fahre nur einmal im Jahr Lastwagen, im Militär-WK.» Die Übung hier am Festival komme wie gerufen, denn Auto fahren und einen LKW lenken, «das sind zwei Welten». Gekribbelt hat es Achermann offenbar schon länger: «Wenn ich so viele Lastwagen sehe, kann ich nicht einfach nur dran vorbeilaufen.» Und der 21-jährige Buochser macht kein Geheimnis daraus, dass ihn den Beruf als Chauffeur reizen würde.

Grenzgänger bereiten dem Verband Sorgen

Die Absichten des jungen Nidwaldners sind Musik in den Ohren eines anderen – David Piras, seit 17 Jahren Generalsekretär von Les Routiers Suisses. Trotz dem runden Geburtstag seines Verbands ist er nicht nur in Feierlaune. Die Mitgliederzahl sei rückläufig. Eine Rolle spiele die Zunahme an Grenzgängern, die in der Schweiz ihre Dienste als Chauffeur zu günstigen Konditionen anbieten. «Oft verlassen Schweizer den Beruf, weil sie viel leisten müssen und nicht blendend bezahlt werden. Das ist schade.» In der Zentralschweiz sei die Situation nicht so dramatisch. Im Gegensatz zu anderen Regionen gebe es hier einen Gesamtarbeitsvertrag.

Erfreulicheres kann Generalsekretär Piras von den Bemühungen rund ums Image der Berufschauffeure berichten. «Dank dem Aufbau einer Diskussionskultur haben wir es geschafft, gewisse Tabus zu brechen.» So sei etwa bei Verstössen gegen die Arbeits- und Ruhezeitverordnung nicht mehr automatisch der Lenker der Bösewicht, sondern werde die Verantwortung des Arbeitgebers ebenso geprüft. Anderes Beispiel: Kurse und gezielte Infos sollen mithelfen, dass partnerlose Fahrer nicht ohne Aussicht auf soziale Bindung dastehen, wenn sie mit 50 oder 60 aufhören.

Elektroautos in Buochs, Oldtimer in Luzern

Am Family-Truck-Festival besteht übrigens die Möglichkeit, in Lastwagen mit Elektroantrieb mitzufahren. Nur wenige Kilometer entfernt sind gestern auf einem anderen Flugplatz mit Batterie betriebene Autos und Töffs gänzlich Trumpf gewesen. Gegen 3500 Besucher strömten an den 3. Elektro-Fun-Day in Buochs, um mehr über die Vielfalt und Power elektrischer Fahrzeuge zu erfahren. Und auch in Luzern schlagen derzeit die Herzen der Autofans höher. Oldtimer, so weit das Auge reicht, heisst es an der Swiss Classic World auf dem Messeareal mit rund 200 Ausstellern und 600 klassischen Fahrzeugen.

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Family-Truck-Festival, Flugplatz Alpnach: Heute von 9 bis 17 Uhr. Swiss Classic World, Messe Luzern: heute von 9 bis 17 Uhr.

Mehr Bilder und Videos unter: luzernerzeitung.ch

Ein Oldtimer-Wohnmobil in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzerner Zeitung / Luzern, 27.05.2017)

Ein Oldtimer-Wohnmobil in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzerner Zeitung / Luzern, 27.05.2017)

Am Elektro Fun Day beim Flugplatz Buochs: Kurt Hasler aus Alpnach testet ein Elektroauto. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzerner Zeitung / Buochs, 27.05.2017)

Am Elektro Fun Day beim Flugplatz Buochs: Kurt Hasler aus Alpnach testet ein Elektroauto. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzerner Zeitung / Buochs, 27.05.2017)

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