Rentner werden in die Pflicht genommen

Fällt der Deckungsgrad der Pensionskasse Nidwalden unter 100 Prozent, erhalten die Rentner keinen Teuerungsausgleich mehr. Dies hat der Landrat mit 34 zu 22 Stimmen entschieden.

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Rentner der Nidwaldner Pensionskasse müssen früher verzichten (Symbolbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Rentner der Nidwaldner Pensionskasse müssen früher verzichten (Symbolbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Heute ist es so, dass bei einer Unterdeckung nur die im Berufsleben stehenden Versicherten Sanierungsbeiträge leisten müssen. Rentenbezüger dagegen erhalten selbst in schwierigen Zeiten einen Teuerungsausgleich, der über Teuerungsbeiträge finanziert wird.

Ende September entschied der Landrat in der ersten Lesung des Pensionskassengesetzes, dass neu auch die Rentner ihren Anteil an die Sanierung der Kasse leisten sollen und deshalb ab einer Deckung von weniger als 95 Prozent keinen Teurungsausgleich mehr erhalten sollen. Die Teuerungsbeiträge werden dann zur Tilgung des Fehlbetrages verwendet.

Auf Antrag von Ruedi Waser (FDP) entschied der Landrat aber am Mittwoch in der zweiten Lesung, die Rentner noch stärker in die Pflicht zu nehmen, nämlich schon ab einem Deckungsgrad von unter 100 Prozent. Es sei auch für die Pensionierten wichtig, dass die Kasse auf soliden Beinen stehe, sagte Waser.

Regierungsrat Hugo Kayser plädierte dafür, den Antrag von Waser abzulehnen. Dieser würde die Ausgewogenheit der Vorlage gefährden. Die Mehrheit des Landrates sprach sich aber für eine weitere Verschärfung der Bestimmungen aus.

Das Parlament stimmte dem revidierten Pensionskassengesetz am in zweiter Lesung in der Schlussabstimmung mit 49 zu 4 Stimmen zu. Mit der Revision soll die Pensionskasse kristenresistenter werden.

sda/bep