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RIO DE JANEIRO: Vom 18. Stock direkt auf Diplomrang?

Für Kanute Fabio Wyss gilt es am Montag ernst. Der Buochser spricht vor dem Wettkampf seines Lebens über seinen Traum, sein Umfeld und das Athletendorf in Rio.
Oliver Mattmann
Die olympischen Ringe und Fabio Wyss: Ob daraus eine «Liebesbeziehung» wird? Spätestens am Dienstag wissen wir mehr. (Bild: PD)

Die olympischen Ringe und Fabio Wyss: Ob daraus eine «Liebesbeziehung» wird? Spätestens am Dienstag wissen wir mehr. (Bild: PD)

Oliver Mattmann

Fabio Wyss hat als Kanute trotz seiner noch jungen 26 Jahre bereits einiges gesehen und erlebt. An Wettkämpfen in Deutschland, Aserbaidschan, Tschechien, Polen oder Italien hat der Nidwaldner schon teilgenommen. Und doch sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nochmals eine ordentliche Schuhnummer grösser. «Gerade für einen Schweizer sind die Dimensionen hier surreal», schildert er gegenüber unserer Zeitung, nachdem er sich nun seit einigen Tagen vor Ort auf seinen Auftritt vorbereitet. «Die Akklimatisierung hat eine Weile gedauert, aber mittlerweile fühle ich mich sehr wohl und freue mich auf den Wettkampf.» Wyss geht am kommenden Montag im Kajak-Einer über 1000 Meter an den Start.

Und wenn er schon die Schweizer Farben vertreten darf, dann will der ehrgeizige Buochser nicht bloss «Mitfahrer» sein. «Mein Ziel sind die Top 15. Das ist realistisch und mit einem guten Rennen machbar.» Insgeheim dürfte er sich aber eine noch bessere Platzierung erhoffen. «Es herrschen komplizierte, windige Bedingungen. Dies könnte mir als ehemaligem Wildwasserfahrer in die Karten spielen.» Bei einem optimalen Rennverlauf sei sogar ein Diplomplatz, sprich ein Rang unter den ersten acht, möglich. «Dies wäre die Erfüllung eines Traums.»

Seine Liebsten reisen nach Rio

Anfeuerungsrufe sind Fabio Wyss gewiss. Er darf in Brasilien auf den Support aus dem nahen Umfeld zählen. Seine Freundin, sein Bruder und ein guter Freund reisen seinetwegen nach Südamerika. Und in seiner Homebase im Wassersportzentrum Buochs wird extra ein Public Viewing organisiert (siehe Hinweis). «Dass die Leute zu Hause mitfiebern, freut und motiviert mich zusätzlich.» Die Unterstützung sei ohnehin eines der wichtigsten Puzzleteile ge­wesen. «Sonst wäre es nicht möglich, in einer solchen Randsportart professionell arbeiten zu können und sich für Olympia zu qualifizieren», weiss Wyss, der seit 1999 dem Kanuclub Nidwalden angehört, bei wem er sich zu bedanken hat.

Nach viel Gemüse wartet ein Raclette

Seit seiner Ankunft in Rio de Janeiro hat er sich minutiös vorbereitet. «Meistens habe ich pro Tag zwei Einheiten auf dem Wasser und ein lockeres Jogging oder Schnellkrafttraining absolviert», erzählt Wyss. Zusammen mit der Anreise zum Trainingsgelände und regenerativen Massnahmen sei der Tag bereits gut ausgefüllt. Auch auf die Ernährung wird besonders geachtet. Viel Kohlenhydrate, Proteine und Gemüse stehen derzeit auf dem Speiseplan. Wyss schmunzelt: «Ich freue mich jetzt schon auf ein Raclette im House of Switzerland nach den Rennen.»

Gegenwärtig geht er es etwas lockerer an, um «topfrisch an den Start zu gehen». Und allmählich steigt die Anspannung. «Ich bin vermutlich nervöser als sonst, gleichzeitig ist die Vorfreude aber auch spürbarer.» Die grosse Kunst sei es, so Fabio Wyss, den Fokus aufrechtzuerhalten, bis es wirklich losgeht.

Im Penthouse mit Superaussicht

Von der pulsierenden Metropole selbst hat er noch nicht viel gesehen. «Als Sportler kommt man mit dem richtigen Rio meist erst nach den Wettkämpfen in Kontakt. Alles ist organisiert, und ich bewege mich in abgesperrten Zonen.» Auch dauert seine Fahrt von seiner Unterkunft zur Trainingsstätte bis zu einer Stunde oder länger. «Dennoch bereue ich nicht, im olympischen Dorf zu hausen.» Zusammen mit anderen Athleten ist er in einer Penthousewohnung im 18. Stock einquartiert. «Die Lage und die Aussicht sind unglaublich», schwärmt der Kanute. Die Zimmer seien einfach, aber «absolut ausreichend» eingerichtet. Was er besonders schätzt: den Kontakt zu anderen Sportlern. Dieser sei viel intensiver als bei anderen Grossanlässen. Da ist es ihm schon passiert, dass er Fabian Cancellara im Lift beinahe in die Arme lief. Bekanntlich hat der Radprofi für die Schweiz Olympiagold im Zeitfahren geholt. Wenn das kein gutes Omen ist für Fabio Wyss!

Hinweis

Beim Wassersportzentrum in Buochs findet am 15. (Vorläufe/Halbfinals) und 16. August (Finalläufe) ein Public Viewing der Regatta- Wettkämpfe statt. Gratiseintritt ab 14 Uhr.

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