RÜTTENEN/BECKENRIED: Jetzt untersucht die Armee die See-Munition

In welchem Zustand sind die 3360 Tonnen Munition im Vierwaldstättersee? Das will die Armee wissen und prüft. Das ist nicht ungefährlich.

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Jörg Mathieu, Leiter des Teilprojekts Ortung und Verifikation, zeigt den Greifarm, der einige Stücke Munition zur Probe aus den Seen holen soll. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Jörg Mathieu, Leiter des Teilprojekts Ortung und Verifikation, zeigt den Greifarm, der einige Stücke Munition zur Probe aus den Seen holen soll. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Eine schwimmende Plattform mit Hebekran sorgt auf dem Vierwaldstättersee bei Rüttenen/Beckenried für Aufsehen. An Bord: Experten der Armee. Ihr Auftrag: Abfallmunition seit Ende des Ersten Weltkriegs bis Mitte der Sechzigerjahre Munition beim Rütli oder im Gersauer Becken entsorgt zu untersuchen. Damit führen der Bund und die Anliegerkantone jene Ortungsarbeiten weiter, die 2006 gestartet wurden. «Mit einem Spezialkran werden in den folgenden Wochen wenige Proben gehoben, um sie zu untersuchen», sagt Benno Bühlmann, Vorsteher Amt für Umweltschutz des Kantons Uri, gestern. Ziel der Arbeiten sei, den Zustand und das Langzeitverhalten des Munitionsmaterials zu beurteilen.

«Ökologischer Aspekt kein Thema»
Rund 3360 Tonnen Zünder, Schnüre, Granaten und Fliegerbomben wurden allein im Vierwaldstättersee versenkt. «Dies war die einfachste Lösung, die Munition zu entsorgen. Der ökologische Aspekt war kein Thema», so Bühlmann.

Dabei habe bislang kein Grund bestanden, die Munition aus den Seen zu bergen. «Das wäre technisch auch überhaupt nicht durchführbar, weil zu viel Material im See ist.» Weltweit sei keine Bergungstechnik bekannt, mit der man dies durchführen könne. Zudem würden laut Bühlmann Millionen Kubikmeter Schlick aufgewühlt, sodass die Trinkwasserversorgung eingestellt werden müsste.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.