«S Füfi und s Weggli»

Redaktor Oliver Mattmann macht sich in seinem«Blitzlicht» Gedanken zum Winterdienst auf den Strassen.

Oliver Mattmann
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Oliver Mattmann. (Bild. Corinne Glanzmann)

Oliver Mattmann. (Bild. Corinne Glanzmann)

Kürzlich auf einem Parkplatz in Engelberg. Zwei auswärtige Gäste steigen aus ihrem Auto und ärgern sich lauthals über die schneebedeckte Strasse. Zumindest so laut, dass ich es zehn Fahrzeuge weiter problemlos mitschneiden kann. Ob der Winderdienst penne, fragt der eine, und der andere lässt sich darüber aus, dass der Verkehr deswegen im Schneckentempo rollt. Dabei hat der Zeitverlust geschätzt vielleicht gerade mal 30 Sekunden betragen.

Was die beiden Gäste und wohl viele mehr nicht wissen: Der weisse Winterdienst ist ganz bewusst. Dahinter steckt weit mehr, als es auf den ersten Blick aussieht. So steht das Werkhof-Team ständig in Einsatzbereitschaft, etwa wenn die Temperaturen rasch absinken und es wegen Regen zu gefährlichem Glatteis kommt. Auch entstehen auf der Schneedecke Spurrillen, die mit einem Pflug abgehobelt werden müssen. Abgesehen davon, dass mit den Streuwagen und auch aus Kisten entlang der Strasse pro Winter 80 bis 120 Tonnen Splitt verteilt werden, um die Sicherheit auf Fahrbahn und Trottoirs zu erhöhen. Und diese Mengen verschwinden im Frühjahr nicht von alleine. Aufwischen ist angesagt, um zu verhindern, dass Strassenabläufe verstopft werden. Ein pennender Winterdienst würde all das kaum hinkriegen.

Es kommt immer mehr in Mode: Ausrufen, bevor man sich schlau macht, weshalb etwas so ist, wie es ist! Eine ständige Schwarzräumung unter Einsatz von umweltunfreundlicherem Salz würde die Gemeinde einiges mehr kosten – kaum zur Freude der Steuerzahler. Man kann nicht immer «s Füfi und s Weggli» haben. Schon gar nicht wegen 30 Sekunden ...