Säumer sind in Stansstad aufgebrochen: Vereint mit dem Tier unterwegs

Bereits zum neunten Mal nimmt Annelies Hess aus Ennetbürgen an der Säumertour nach Domodossola teil.

Richard Greuter
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Mit der Haflinger-Stute Nora ist Annelies Hess diese Woche auf der Säumertour unterwegs. (Bild: Richard Greuter, Stansstad, 17. August 2019)

Mit der Haflinger-Stute Nora ist Annelies Hess diese Woche auf der Säumertour unterwegs. (Bild: Richard Greuter, Stansstad, 17. August 2019)

«Die Liebe zum Pferd ist immer geblieben.» Dies sagte Annelies Hess, die heute Morgen von Engelberg Richtung Engstlenalp unterwegs ist. Bereits zum neunten Mal nimmt sie an der jährlichen Säumerwoche teil. Zum dritten Mal führt sie Nora, die 21-jährige Haflinger-Stute eines Säumer-Kollegen. «Eine Woche mit Nora ist für mich eine schöne Begegnung», meinte die zweifache Mutter, die als Bauerntochter den Umgang mit Tieren gewohnt ist. Doch zuerst genoss sie am Wochenende in Stansstad das traditionelle Säumerfest.

Kameradschaft unter Säumern ist wichtig

24 Säumer, 18 Tiere und rund 40 Wanderer nehmen an der diesjährigen Säumertour teil. (Bild: Richard Greuter, Stansstad, 17. August 2019)

24 Säumer, 18 Tiere und rund 40 Wanderer nehmen an der diesjährigen Säumertour teil. (Bild: Richard Greuter, Stansstad, 17. August 2019)

Insgesamt 24 Säumerinnen und Säumer und rund 40 Wanderer (ohne Tiere) sind in dieser Woche auf der faszinierenden Sbrinz-Route unterwegs. In acht Etappen führt der traditionelle Säumerpfad von Stansstad bis nach All’Acqua. Jeder Teilnehmer legt in der Säumerwoche insgesamt 155 Marschkilometer und rund 6000 Höhenmeter zurück. Und das bei jedem Wetter. «Man ist draussen in der Natur unterwegs und die gibt einem viel», schwärmt Annelies Hess. Seit ihre beiden Söhne erwachsen sind, nimmt sie an Bergläufen aufs Stanserhorn, im Bannalpgebiet oder an der Titlis-Trophy teil. Die begeisterte Sportlerin schätzt vor allem die Kameradschaft unter den Säumern. Man hilft sich gegenseitig. Dazu gehört auch die Stallwache, wofür sich jeder Säumer und jede Säumerin zur Verfügung stellt. «Eine Nacht unter Sternen ist ein schönes Erlebnis», sinniert die Säumerin.

Annelies Hess freut sich vor allem auf den Aufstieg zum Griespass auf 2479 Meter. Für sie ist das der Höhepunkt der Tour. Bevor es wieder zum Etappenort Riale weitergeht, wird auf der Passhöhe grilliert und Bratkäse zubereitet. Grosse Ansprüche an Mensch und Tier stellt danach der steile Abstieg. «Das erfordert unsere ganze Konzentration», hält die begeisterte Pferdeliebhaberin fest.

Geht’s den Säumern gut, geht’s auch den Tieren gut

Bereits zum 36. Mal ist Daniel Flühler, der die Säumertour führt, dabei. (Bild: Richard Greuter, Stansstad, 17. August 2019)

Bereits zum 36. Mal ist Daniel Flühler, der die Säumertour führt, dabei. (Bild: Richard Greuter, Stansstad, 17. August 2019)

Geführt werden die Wanderungen auf der Sprinz-Route durch Daniel Flühler, seit 2010 Präsident der Säumer und Train Vereinigung Unterwalden. Für Flühler, der die Säumertour seit Jahren leitet, ist wichtig, dass es den Säumerinnen und Säumern gut geht. «Dann geht es auch den Tieren gut», so seine Folgerung. Der längste Aufstieg, so Flühler, ist der Weg zum Grimselpass. Vor zwei Jahren wurde der Weg zum Griespass durch einen Bergsturz verschüttet und musste gesperrt werden. Dieser sei nun wieder offen, freut sich Daniel Flühler.

Weitere Infos zur Reise unter: www.sbrinz-route.ch.