Sanierung der Wiesenbergbahn ist nun doch möglich

Wegen einer Gesetzesänderung ist ein Neubau der Wiesenbergbahn nicht mehr zwingend nötig. Vom Tisch ist er aber noch nicht.

Philipp Unterschütz
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Der Weg zum Erhalt der Wiesenbergbahn muss nicht zwingend über einen Neubau führen.

Der Weg zum Erhalt der Wiesenbergbahn muss nicht zwingend über einen Neubau führen.

Bild: Corinne Glanzmann (Dallenwil, 26. Februar 2020)

Das Seilbahngesetz von 2007 schien das Aus für die Wiesenbergbahn mit Baujahr 1934 zu bedeuten. Nidwalden hätte die Konzession nur noch bis ins Jahr 2027 verlängern dürfen. Spätestens 20 Jahre nach Inkrafttreten müssen auch «Oldtimer» die Vorschriften für neue Bahnen einhalten, verlangte das Gesetz.

Die daraufhin von der Betreibergenossenschaft 2017 eingeholten Offerten führten zu Sorgenfalten. Man musste mit Investitionskosten in der Höhe von rund fünf Millionen Franken rechnen. «Das war eine Nummer zu gross, um es selber stemmen zu können», sagt Niklaus Reinhard, Präsident der Baukommission für die Wiesen­berg­bahn. Noch an der Generalversammlung im Januar wurden deshalb die Mitglieder informiert, dass man auf die öffentliche Hand angewiesen sei. «Wir hätten maximal drei Millionen selber finanzieren können. Die Idee war, die nötigen Mittel über eine Bürgschaft der Gemeinde aufzutreiben. Dazu hätte es eine Urnenabstimmung gebraucht», so Reinhard weiter.

Sicherheit wird jedes Jahr kontrolliert

Ob es jemals dazu kommen muss, kann nun vorerst offenbleiben. Ein Neubau der Wiesenbergbahn ist nicht vom Tisch, aber wegen einer Gesetzesänderung ist eine Sanierung doch wieder möglich. «In der neuen Fassung des Gesetzes wurde die Frist bis 2027 fallen gelassen», erklärt Andreas Kayser, der bei der Nidwaldner Land­wirtschafts- und Umweltdirektion für die Seilbahnkonzessionierung zuständig ist. Es gebe aber weiterhin die jährliche Kontrolle durch die vom Kanton beauftragte Interkantonale Kontrollstelle für Seilbahnen und Skilifte (IKSS). «Solange die Wiesenbergbahn die gesetz­lichen Ansprüche betreffend Sicherheit erfüllt, wird die Konzession weiterhin erteilt», sagt Andreas Kayser. Es liege nun am Bahnbetreiber, Zustandsberichte zu erstellen und entsprechende Prioritäten für Sanierungen zu setzen.

Niklaus Reinhard begrüsst die Gesetzesänderung: «Das bringt die nötige Möglichkeit zur zeitlichen Staffelung der Sanierungsarbeiten und deren Finanzierung.» Die neue Ausgangs­lage gebe dem Vorstand nun die Möglichkeit, eine tragfähigere Sanierungsvariante zu prüfen, heisst es in einem Schreiben, das die Seilbahngenossenschaft Dallenwil-Wiesenberg diese Tage ihren Mitgliedern zukommen liess.

«Bis die Ergebnisse vor­liegen und die Varianten Sanierung und Neubau miteinander verglichen werden können, wird mit der Einreichung der Finanzierungsgesuche an Gemeinde und Kanton zugewartet.»

Entscheid für Sanierung oder Neubau soll 2021 fallen

«Für ein mögliches Sanierungsprojekt werden wir nun die Zustände der einzelnen Teile wie Seilbahntechnik, Seile oder bauliche Massnahmen prüfen», sagt Niklaus Reinhard. Zwar nehme man an, dass eine Sanierung wesentlich günstiger komme. «Bis aber diese Informationen vorliegen, ist eine Neubauvariante nicht vom Tisch. An der Generalversammlung 2021 hoffen wir, über das weitere Vorgehen entscheiden zu können.» Umgesetzt werden sollten Sanierungsarbeiten ab 2022/23, wobei auch eine Koordination mit dem Kanton wegen der laufenden Strassensanierung nach Wiesenberg nötig ist.

Sicher ist, dass sich die Genossenschaft zuerst um die Seilbahnsteuerung kümmern muss, deren Zustand zu wünschen übrig lässt. «Die selten auftretenden Störungen mit plötzlichen Stopps kurz nach der Abfahrt sind zwar nicht sicherheitsrelevant, sie schränken aber die Verfügbarkeit der Bahn ein und sind für Gäste und Personal mühsam», erklärt Niklaus Reinhard. Man sei bereits daran, die Ur­sachen und Reparaturmöglichkeiten herauszufinden.