SATTEL/NIDWALDEN: «Wir sind stolz auf die Auszeichnung»

Der neuste Tonträger der Wiesenberger Jodler wurde schon 15 000-mal verkauft. Dafür erhielten sie eine Goldene Schallplatte.

Martin Uebelhart
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Die Wiesenberger Jodler freuen sich über die goldene Auszeichnung. Präsident Thomas Gisler (Bildmitte) präsentiert den Award. (Bild: PD)

Die Wiesenberger Jodler freuen sich über die goldene Auszeichnung. Präsident Thomas Gisler (Bildmitte) präsentiert den Award. (Bild: PD)

Der Nidwaldner Jodlerklub Wiesenberg erhielt nach zweimal Gold und Platin nun schon die dritte Goldene Schallplatte für 10 000 verkaufte Alben. «Bluämäpracht», so heisst die CD, die vor rund zweieinhalb Jahren erschienen ist. Inzwischen sind schon über 15 000 Tonträger verkauft. Der weitere Meilenstein in der Klubgeschichte des derzeit bekanntesten Jodlerklubs der Schweiz wurde am vergangenen Freitagabend im Restaurant Hirschen in Sattel SZ in einem urchigen Rahmen gebührend gefeiert. Dass gerade Sattel zum Zug kam, liegt daran, dass der ehemalige Präsident Sepp Amstutz seinen Zweitwohnsitz dort hat.

Zwei Überraschungsgäste

Roli Achermann von der Phono-Vertriebs GmbH in Dallenwil überreichte dem Klubpräsidenten Thomas Gisler einen Award im Grossformat. Alle Aktivmitglieder und die Nidwaldner-Buebe – die Gastmusik auf der CD – erhielten eine Goldene Schallplatte in kleinerem Format. Die mit viel Humor gespickte Laudatio hielt der Dallenwiler Theatermann Klaus Odermatt (Geygers Chlais). Auch der zweite Überraschungsgast, Wetterprophet Martin Holdener sorgte mit Witz und Humor für beste Unterhaltung der «Wisibärg»-Jodler und ihrer Partnerinnen. Im Laufe des Abends wurde immer wieder ein Naturjuiz angestimmt.

Echt und einfach

«Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Jodlerkub eine Goldene Schallplatte erhält», sagt Roli Achermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Immerhin brauche es dazu aktuell 10 000 verkaufte Tonträger. «Früher waren es gar noch mehr.» Die CD-Verkäufe hätten sich massiv verändert. Vor allem das Kopieren mache der Musikszene zu schaffen. Obschon Jodeln und Volksmusik beliebt seien, trennten sie, was die Verkäufe angingen, Welten von Künstlern wie Bligg oder Bands wie etwa Gotthard.

Nichtsdestotrotz seien die Wiesenberger heute einer der populärsten Jodlerklubs in der Schweiz. «Wer sich fragt, wen er engagieren müsse, um seine Halle zu füllen, kommt um den Jodlerklub Wiesenberg nicht herum», betont Achermann. Den Erfolg führt er auf das Echte und das Einfache zurück, das die Leute anziehe. «Sie sind bei ihren Wurzeln geblieben.»

«Wir freuen uns sehr und sind auch stolz auf diese Auszeichnung», sagt Thomas Gisler, Präsident des Jodlerklubs. «Gleichzeitig darf man nicht überheblich sein.»

Gesang von Herzen

Für den Erfolg hat Gisler seine ganz eigene Erklärung: «Macher Klub mag vielleicht besser singen als wir, aber wir singen den Leuten in den Bauch hinein. Es ist einfach und es kommt von Herzen.» Mit Blick auf die Goldene Schallplatte meint er, dass natürlich der Hit «Blueme» – ein Lied von Remo Kessler und Polo Hofer – oder auch der «Glogge-Jodel», getextet von Sepp Amstutz, schon sehr zum Erfolg beigetragen hätten. Ein Kränzchen windet er auch dem Produzenten Walter Fölmli von der Phonoplay AG.

Mit ganz wenigen Ausnahmen seien sie noch immer die gleichen Leute wie in den Anfängen vor 27 Jahren, betont Gisler. «Und wir stimmen demokratisch darüber ab, welche Auftritte wir machen. Mindestens zwei Drittel der 18 Mitglieder müssen dafür sein.» Was die Wiesenberger Jodler noch so im Köcher haben, damit will Thomas Gisler nicht so recht rausrücken. «Die Leute sollen sich überraschen lassen», meint er schelmisch.

Mitarbeit Guido Bürgler