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Scheue Bewohner am Lopper stehen im Rampenlicht

In diesen Tagen können an ruhigen Sonnenplätzen entlang von Gewässern und gelegentlich auch in Gärten Ringelnattern beobachtet werden. Diese Gelegenheit soll genutzt werden.
Matthias Piazza
Eine Ringelnatter. (Bild: Jürgen Kühnis/PD)

Eine Ringelnatter. (Bild: Jürgen Kühnis/PD)

Junge Ringelnattern verirren sich hin und wieder in Keller, Garagen und auf Terrassen: In diesen Tagen gehen gehäuft solche Meldungen bei Maria Jakober von der Obwaldner Regionalvertretung der Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) ein. Dafür hat Maria Jakober eine naheliegende Erklärung: «Das aktuell wechselhafte Wetter animiert die harmlose und scheue Ringelnatter zu Ausflügen. Die Sonne lockt die frisch geschlüpften Jungtiere zwischen Ende Mai und Anfang Juli aus ihren Verstecken hervor, auf der Suche nach geeignetem Lebensraum und Nahrung.»

Auch die Karch Nidwalden hat dazu aufgerufen, Beobachtungen von Reptilien und Amphibien zu melden. «Solche Meldungen haben uns geholfen, das Inventar der Reptilien im Kanton zu erstellen und zu ergänzen», erklärt Manuel Lingg von der Nidwaldner Karch-Vertretung. Dank den Nachweisen erhalte man eine verbesserte Übersicht der aktuellen Verbreitung der einzelnen Arten. «Das hilft uns unter anderem, gezielt Lebensräume zu schaffen, beispielsweise für die Schlingnatter.»

Laienbeobachtungen verlässlich und hilfreich

Lebensraum der Nattern sind hauptsächlich Feuchtgebiete und Gewässer, in welchen vor allem Frösche, Molche und kleine Fische auf dem Speiseplan stehen. Hin und wieder kommt sie auch in vielfältigen Waldgebieten vor, wo sie sich vor allem von Fröschen ernährt. Maria Jakober ruft die Obwaldner auf, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und der Karch Beobachtungen von Reptilien zu melden. «So gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Arten in welchen Gebieten und in welcher Häufung vorkommen und welche Entwicklung sich über die Jahre abzeichnet.» Solche Beobachtungen von Laien seien in der heutigen Zeit durchaus verlässlich und hilfreich. «Anders als vor zehn Jahren schicken uns die Leute heutzutage zur Meldung noch ein aussagekräftiges Handybild, das uns die Arbeit sehr erleichtert.»

Wunderbare Welt der Reptilien vor der Haustüre

Sie geht nicht davon aus, dass die Meldungen zu ganz neuen Erkenntnissen führen würden. «Uns geht es in erster Linie darum, dass den Leuten die wunderbare Welt der Reptilien vor der eigenen Haustüre bewusst wird.» Nebst der ungiftigen Ringelnatter, der häufigsten Schlange in Obwalden, sind auch die ebenfalls ungiftige Schlingnatter, die beiden giftigen Schlangenarten Kreuzotter und Aspisviper, die Blindschleiche und die Zaun- sowie Bergeidechse in Obwalden zu Hause.

«So viele heimische Arten können in keinem anderen Zentralschweizer Kanton beobachtet werden», hebt Maria Jakober hervor. Sie stützt ihre Aussage auf das Reptilieninventar, das zwischen 2011 und 2014 erstellt wurde und die Vorkommnisse der verschiedenen Arten systematisch erfasste. «Die Lebensbedingungen in Obwalden sind für Reptilien und Amphibien ideal. Es beginnt mit dem besonnten Lopper zwischen Stansstad und Alpnachstad, geht weiter mit der Ufervegetation entlang der Seen und den zahlreichen Bächen mit Hecken, die ein wahres Paradies sind.» Dank der Vielfalt an Lebensräumen finden zahlreiche Arten optimale Bedingungen.

Auch das Städerried bei Alpnachstad, der Steinibach zwischen Sarnen und Giswil oder die Melchsee-Frutt – um nur eine Auswahl zu nennen – gelten als Reptilienlebensräume. Alle sieben in Obwalden ursprünglich vorkommenden Arten sind geschützt – aus gutem Grund. «Diese Reptilien und Amphibien tragen zur Artenvielfalt bei und spielen eine wichtige Rolle in der heimischen Tierwelt, auch sind sie ein Indiz für intakte Lebensräume», hält Maria Jakober fest.

Für allfällige Beobachtungen: www.webfauna.ch oder Telefon 079 718 45 39 (Karch-Regionalverantwortliche OW) oder felix.omlin@nw.ch für Nidwalden.

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