Schiesssport bleibt seine Leidenschaft

Der Schützenkönig-Titel von 1979 bleibt Martin Durrer unvergessen. Doch auch weitere Erfolge krönten seine Schützenkarriere.

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Martin Durrer, Schützenkönig 1979 in Luzern, auf den Schultern seiner Kameraden Paul Niederberger, Werner Mathis, Walter Mathis, Toni Blättler, Karl Waser, und Hanspeter Wyrsch (v. l.). (Bild: PD)

Martin Durrer, Schützenkönig 1979 in Luzern, auf den Schultern seiner Kameraden Paul Niederberger, Werner Mathis, Walter Mathis, Toni Blättler, Karl Waser, und Hanspeter Wyrsch (v. l.). (Bild: PD)

«Der Gewinn des Schützenkönig-Titels am eidgenössischen Schützenfest 1979 in Luzern war für mich der Höhepunkt meiner Schützenkarriere. Besonders die diversen Ehrungen, Feiern und der Umgang mit den Medien waren damals überwältigend», schildert Martin Durrer seine Erlebnisse vor über 30 Jahren gegenüber unserer Zeitung.

Martin Durrer wurde am 20. Juli 1941 geboren und wuchs auf dem Bauernhof Unterfell im Bergdorf Oberrickenbach auf. Besonders stolz sei er, dass er mit Sepp Arnold, damals für die neue Titlis-Bahn, Sondierungen auf dem Titlisgletscher machen konnte, was die heutige Titlis-Bahn erst ermöglichte.

Start zur Schiesskarriere

In der Jugendzeit beschäftigte sich Martin Durrer nur wenig mit dem Schiesssport. Zur RS-Vorbereitung besuchte er 1959 den Jungschützenkurs, wo er mit seinen Wolfenschiesser Kameraden den ersten Rang belegte am kantonalen Jungschützen-Wettkampf. In der Rekrutenschule wurde sein Schiesstalent dann entdeckt und er mit einem Zielfernrohr-Karabiner ausgerüstet. «Ich lernte das gute Zielen, schoss aber praktisch nie mit meinem Sturmgewehr. Im Kompanie-Wettschiessen erreichte ich aber mit den Sturmgewehr den ersten Rang», erzählt Martin Durrer. Nach der RS begann er dann an den verschiedenen Sektionsschiess-Anlässen teilzunehmen, was den Start zur Schützenkarriere bedeutete. 1965 beteiligte er sich mit Martin Christen in Chur erstmals an den Schweizer Meisterschaften, welche er mit zwei Nullen im Mittelfeld abschloss, wobei er die Zeit falsch einschätzte und für die letzten zwei Schüsse, im Liegendseriefeuer, die Scheibe eingezogen wurde. Sein Schützenkamerad wurde an diesem Wettkampf Schweizer Meister. Das Schiessprogramm war für heutige Verhältnisse etwas speziell, denn es wurden nach 30 Schuss Liegend, 15 Schuss Kniend auch 15 Schuss Stehend geschossen. Als seinen grössten Förderer bezeichnet Martin Durrer seinen Schützenkameraden Werner Mathis.

Unbeschreibliche Erlebnisse

Als den Höhepunkt in seiner Schützenkarriere bezeichnet Martin Durrer den Schützenkönig-Titel am eidgenössischen Schützenfest 1979 in Luzern. Am letzten Tag des Schützenfestes fand am Morgen noch der Pistolen-Stände-Match statt. An diesem Wettkampf lief es nicht ganz nach Belieben, und die Nidwaldner landeten im Mittelfeld. Nach dem Wettkampf sagte der damalige Präsident der Pistolensektion Stans, Walter Mathis, zum Oberrickenbacher, «so, jetzt rollst du halt das Feld bei den Gewehrschützen von hinten auf». Er habe damals einen guten Tag gehabt und seine beste Leistung abrufen können, am Schluss sei er dann eidgenössischer Schützenkönig im 300-Meter-Wettkampf geworden. «Was nachher abging, ist unbeschreiblich und wird mir immer in Erinnerung bleiben», so Martin Durrer. Beim Empfang in Wolfenschiessen wurden alle Ansprachen auf eine Kassette aufgenommen, welche der Schützenkönig dann vom Schützenkameraden Franz Scheuber überreicht erhielt. «Es ist heute noch interessant, was da alles gesprochen wurde an diesem Abend. Ich höre mir diese Kassette auch heute noch immer wieder an», so der Oberrickenbacher Spitzenschütze.

Nebst Schützenkönig wurde er noch einmal Schweizer Meister, zweimal Zweiter und einmal Dritter an den Schweizer Meisterschaften im 300-Meter-Schiessen. Im Jahre 1979 durfte er auch den Gruppen-Schweizer-Meister-Titel feiern mit seinen Schützenkameraden Peter Bünter, Walter Gabriel, Werner Mathis und Franz Scheuber. Diese Gruppenmeisterschaften bedeutetem dem Oberrickenbacher sehr viel, und er wurde dabei im Jahre 1973, 1998 und 2005 je noch dreimal Vize-Schweizer-Meister.

Am Rütlischiessen glänzte er auch mit Spitzenleistungen; so gewann er 1967 den Rütlibecher, wurde 1969 Meisterschütze beim Pistolenschiessen und 1970 Meisterschütze im Gewehrschiessen. 2005 gewann er die Bundesgabe im Pistolenschiessen.

Auch heute noch Schiesssport

«Heute kann ich sagen, ich hatte eine erlebnisreiche Schützenzeit mit vielen tollen Erfolgen und Erlebnissen. So feierten wir nach einem Schiessen am Samstag den Nachwuchs von Peter Bünter so heftig, dass wir am Sonntag direkt an das Rapperswiler Sturmgewehrschiessen reisten und dabei noch die Ränge eins und zwei belegten»; so Martin Durrer über seine Schützenzeit. Auf die Frage, wer denn den Wettkampf gewonnen habe, gab er zur Antwort: «Natürlich ich!» Auch heute noch beschäftigt sich Martin Durrer mit dem Schiesssport, wenn es ihm die Zeit erlaubt.

Franz Hess

Martin Durrer betrachtet Erinnerungen. (Bild: Franz Hess)

Martin Durrer betrachtet Erinnerungen. (Bild: Franz Hess)