SCHIFFFAHRT: Der Kanton ist von der SGV enttäuscht

Die Nidwaldner Regierung ist enttäuscht über den Entscheid der SGV, an der Einführung des Taktfahrplans ab 2009 festzuhalten. Für den Betrieb einer Schifffahrtslinie dürften nicht nur betriebswirtschaftliche Überlegungen massgebend sein.

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Dampfschiffe werden - nach dem Willen der SGV - 2009 in der Bucht von Buochs und Ennetbürgen kaum mehr zu sehen sein. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Dampfschiffe werden - nach dem Willen der SGV - 2009 in der Bucht von Buochs und Ennetbürgen kaum mehr zu sehen sein. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der neue SGV-Fahrplan für das Jahr 2009 stösst im Kanton Nidwalden auf Unverständnis. Die SGV halte trotz mehrerer Interventionen seitens der Nidwaldner Regierung, der Seegemeinden Ennetbürgen und Buochs sowie des Tourismusvereins Buochs-Ennetbürgen an der Einführung eines Taktfahrplans fest, teilt die Staatskanzlei Nidwalden mit.

Die Stationen Buochs und Ennetbürgen werden bereits im heute gültigen Fahrplan zwischen Herbst und Frühling nicht mehr angefahren. Mit der geplanten Fahrplanänderung sind im Frühling und Herbst nur noch zwei Halte mit Kursschiffen vorgesehen. Während sechs Wochen im Sommer wird lediglich ein Dampfschiff in der Bucht von Buochs und Ennetbürgen zu sehen sein. Ansonsten werden kleine Zubringerschiffe die Passagiere nach Beckenried oder Vitznau bringen, um dort auf grössere Schiffe umzusteigen.

Buochs und Ennetbürgen sind für Touristen attraktiv
Diese rein betriebswirtschaftliche Optik sei einseitig, nicht überzeugend und ein Schlag ins Gesicht der Nidwaldner Tourismusregion, schreibt die Staatskanzlei. Das Angebot an Schiffsverbindungen, insbesondere in der Bucht von Ennetbürgen und Buochs, ist laut Mitteilung ein wichtiger Bestandteil des touristischen Rahmenangebots des Kantons Nidwalden: Die betroffene Region generiert pro Jahr 70'000 touristische Übernachtungen, bei der Station Buochs wurden 2007 20'000 Einstiege registriert. Der einzige Campingplatz in der Region sowie die Aufwertung des Bürgenstocks durch die Wiedereröffnung des Felsenweges und den Neubau des Hotels Honegg machen die beiden Seegemeinden für Touristen attraktiv.

Darum habe der Kanton in den vergangenen Jahren Schiffsneubauten auch immer mitfinanziert. Kanton und Gemeinden haben Aktionen zur Erhaltung der Dampfschiffe finanziell unterstützt, so auch die Sanierung des Dampfschiffs Unterwalden mit einem Beitrag von 50'000 Franken, heisst es weiter. Vor diesem Hintergrund könne der Entscheid der SGV, auf dem fast ausschliesslich touristisch genutzten See einen Taktfahrplan einzuführen und die Nidwaldner Seegemeinden kaum noch zu berücksichtigen, überhaut nicht nachvollzogen werden.

«Das attraktive Image der Schifffahrt beibehalten»
Gemäss SGV sollen mit der Einführung des Taktfahrplans Anschlussbedingungen, wie sie primär für die Pendler wichtig sind, eingeführt werden. Für Touristen nach Vitznau und Weggis oder für die Anschlüsse an die Rigibahnen möge der Taktfahrplan möglicherweise ein Vorteil sein. Ob damit auf diesem klassischen Ausflugsee auch zusätzliche Kunden gewonnen werden können, ist aus Sicht der Nidwaldner Regierung unwahrscheinlich.

Die eigentliche Wertschöpfung erfolge über den touristischen Kunden und nicht über den Pendler zwischen Luzern, Weggis und Vitznau, heisst es weiter. Deshalb sei die Nidwaldner Regierung zusammen mit den Gemeinderäten von Ennetbürgen und Buochs sowie dem Tourismusverein Buochs-Ennetbürgen der Ansicht, das bisher gute und attraktive Image der Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee sei unter allen Umständen beizubehalten und der Verwaltungsrat habe auf seinen tourismusfeindlichen Entscheid zurückzukommen.

ana