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Ob- und Nidwaldner Schulgemeinden denken über höhere Budgets nach

Das Bundesgericht hat mit einem Urteil für Unsicherheit gesorgt: Die Volksschule müsse gratis sein, auch Reisen und Lager. Trotzdem beteiligen sich die Eltern in beiden Kantonen vorläufig auch weiterhin an diesen Kosten.
Philipp Unterschütz
Schulreisen gehören zum Schuljahr fest dazu: Eine Klasse geniesst ihre Schulreise im Gruensammler in Alpnach. (Bild: Markus von Rotz)

Schulreisen gehören zum Schuljahr fest dazu: Eine Klasse geniesst ihre Schulreise im Gruensammler in Alpnach. (Bild: Markus von Rotz)

Schulreisen gehören oft zu den schönsten Erinnerungen an die Jugendzeit. Doch im vergangenen Dezember hat das Bundesgericht bezüglich der Ausflüge einen Entscheid gefällt, der an den Schulen für Unsicherheit sorgt.

Der Besuch der Volksschule müsse grundsätzlich unentgeltlich sein, und das gelte auch für Ausflüge oder Lager, hält das oberste Gericht fest. Zu den wenigen Ausnahmen gehört eine Verpflegungsentschädigung von maximal 16 Franken pro Kind und Tag. «An den Schulen fragt man sich nun, was man eigentlich noch organisieren kann. Muss man nun in der Nähe bleiben, weil die Fahrpreise sonst recht hoch sein können?», bringt der Alpnacher Schulleiter Urs Giger das Problem auf den Punkt. Recherchen unserer Zeitung bei verschiedenen Schulen in Ob- und Nidwalden zeigen, dass man momentan noch mit dem bewährten System weiterfährt und von den Eltern für die Schulreise eine kleine Beteiligung verlangt. Reaktionen von Eltern gebe es nur vereinzelt.

Bei Elternanfragen gütlich einigen

Grundsätzlich haben die Gemeinden die Hoheit über ihre Volksschulen. Im Kanton Obwalden gibt es aber kantonale Ausführungsbestimmungen über die Beteiligung der Erziehungsberechtigten an der Volksschule. «Diese werden wir bis im Sommer anpassen, damit sie mit dem Urteil kompatibel sind», sagt Amtsleiterin Francesca Moser. In Nidwalden ist das Thema in der Verordnung zum Volksschulgesetz geregelt. «Es besteht momentan kein Handlungsbedarf, es gibt nur sehr vereinzelte Anfragen. Deshalb warten wir vorerst ab und haben den Schulen empfohlen, so weiterzumachen wie bisher», erklärt Andreas Gwerder, Direktionssekretär der Nidwaldner Bildungsdirektion. «Die Schulgemeinden sollen sich bei entsprechenden Elternanfragen aber gütlich einigen und nichts erzwingen.» Man sei vorsichtig und sensibilisiert.

Die Schulgemeinden haben verschiedene Optionen, wie sie das Urteil umsetzen können. «Der Prozess beginnt aber erst jetzt, wahrscheinlich wird es in den Gemeinden unterschiedliche Lösungen geben», meint Francesca Moser. Manche würden wohl ihre Budgets aufstocken, andere weniger Anlässe durchführen.

Der Stanser Schulleiter Meinrad Leffin betont: «Reisen haben in der Schule Tradition und sind ein tolles Erlebnis, deshalb ist es uns wichtig, dass alle Kinder dabei sind.» Aber man zwinge niemanden. Man halte sich an den Rat des Kantons, jetzt nicht in Aktionismus zu verfallen. «Eltern, die ihre Kinder wegen der kleinen Beteiligung nicht an der Schulreise teilnehmen lassen wollen, hätten es wohl schwieriger, dies ihren Kindern zu erklären als uns.» Bei finanziellen Problemen mit Lagerkosten könne sich auf Anfrage wie bisher die Gemeinde beteiligen. «Wir haben noch immer eine Lösung gefunden.»

Auch in Stansstad gibt es noch keine Beschlüsse. «Wir haben ein Klassenkassenreglement. Dieses werden wir jetzt nochmals anschauen und allenfalls die Beiträge anpassen», erklärt Gesamtschulleiter Willy Frank. «Aus erzieherischen Gründen schadet es gar nichts, wenn ein Kind auch mal ein wenig Geld mitnehmen muss und so lernt, dass solche Anlässe auch etwas kosten.»

In den Schulräten von Sarnen und Alpnach wurde das Thema bereits (an-)diskutiert. «Wir sind mitten im Budgetprozess drin, für uns steht eine Erhöhung des Budgets zur Diskussion», sagt der Sarner Schulratspräsident Cleo Bracale. Eine solche müsste dann aber vom Gemeinderat bewilligt werden. «Bei uns ist momentan noch keine Budgetaufstockung angedacht», sagt dagegen der Alpnacher Schulleiter Urs Giger. «Wir warten die Anpassungen ab, die der Kanton in den Weisungen vornimmt.»

Abwarten ist auch in Lungern angesagt, man budgetiere fürs neue Schuljahr mit den gleichen Beiträgen, erklärt Schulleiterin Annelise Zimmermann. In den internen Richtlinien für die Klassenkasse lag man bisher unter den kantonalen Empfehlungen. «Aber je nach Änderungen des Kantons müssten wir Budget und Richtlinien anpassen, sonst müssten wir auf gewisse Anlässe verzichten.» Die Lehrer würden mit ihren Schülern weiterhin stufengerechte Aktivitäten durchführen, um etwas Geld für die Klassenkassen zu verdienen.

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