Schulleitung: «Üben Sie mit Ihren Kindern den Schulstoff zu Hause»

In Nid- und Obwalden reagieren die Schulen auf die Massnahmen des Bundes.

Matthias Piazza
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Die Kantonsschule Obwalden in Sarnen.

Die Kantonsschule Obwalden in Sarnen.

(Bild: Corinne Glanzmann)

«So eine Situation erleben wir zum ersten Mal», sagt Meinrad Leffin, Gesamtschulleiter von Stans. Am Wochenende seien die Eltern der rund 800 Stanser Primar- und Oberstufenschüler informiert worden, dass der Schulbetrieb auf Anordnung des Bundesrates wegen des Corona-Virus bis mindestens 4. April eingestellt ist. Gestern Nachmittag hat der Bundesrat die Frist bis am 19. April verlängert. Das heisst, dass der Schulbetrieb in Nid- und Obwalden frühestens am 27. April startet – nach den Osterferien. Nun sei man daran, den Ausnahmebetrieb hochzufahren.

«Wir beraten im Moment in den einzelnen Schulzentren, wie und in welcher Form die Lehrer ihren Schülern Lernmaterialien zur Verfügung stellen können», sagt Meinrad Leffin. Klar sei, dass E-Learning nicht für alle Schüler in Frage komme. «Einerseits verfügen nicht alle über passende Geräte und anderseits gilt es jetzt erst recht aufzupassen, die Bildschirmzeit der Schüler nicht unbedarft zusätzlich zu erhöhen.» Zudem sei E-Learning für jüngere Schüler nur bedingt geeignet. Die Lehrer betreuen die Kinder, deren Eltern tagsüber nicht zu Hause sind und die Betreuung nicht anderweitig organisieren können.

«Wir bitten Sie, dieses Angebot wirklich nur zu nutzen, wenn Sie alle Ihre privaten Möglichkeiten ausgeschöpft haben.»

Die Berufsfachschule Nidwalden hat auf Fernunterricht über digitale Kanäle umgestellt, über welche die Schüler Aufträge erhalten. Sie sind verpflichtet, ihre Nachrichten mindestens einmal täglich zu lesen und die Aufträge termingerecht zu erledigen, wie die Schule auf ihrer Website schreibt. Während der Zeit, in der die Schüler nicht Schulaufgaben erledigen, müssen sie dem Lehrbetrieb zur Verfügung stehen. Der Bund will nächste Woche Details über die Durchführung der Lehrabschlussprüfungen beschliessen. Betreuungsangebot nur für den Notfall Die Schule Sarnen bietet ab heute ein Notbetreuungsangebot an. «Wir bitten Sie, dieses Angebot wirklich nur zu nutzen, wenn Sie alle Ihre privaten Möglichkeiten ausgeschöpft haben», heisst es im Brief, den das Rektorat an die Eltern geschickt hat.

Das Schulzentrum Pestalozzi in Stans.

Das Schulzentrum Pestalozzi in Stans.

Bild: NZ

Die Eltern können auf der Website der Schule Informationen und Unterrichtsmaterialien abholen, das die Lehrer für die einzelnen Schulstufen vorbereitet haben. Bereits abgemachte Elterngespräche werden telefonisch durchgeführt. «Üben Sie mit Ihren Kindern den Schulstoff zu Hause, lassen Sie sie Bücher lesen, Spiele spielen, musizieren, malen, schreiben, backen», heisst es weiter. Die Obwaldner Kantonsschüler erhalten seit gestern über Online-Lernplattformen Arbeitsaufträge. «Damit können wir den Stunden- und Lernplan aufrechterhalten», sagt Rektor Patrick Meile. Das Notregime sei gut angelaufen. Nun teste man, über diesen Weg auch Arbeiten zu bewerten, als Ersatz für die Prüfungen.

Was die Corona-Krise für die Maturitätsprüfungen im Juni bedeute, sei noch nicht abschätzbar. Auch das Kollegi Stans setzt seit gestern auf webbasierte Lernformen. Für Rektor Patrik Eigenmann ersetze dies den regulären Unterricht nicht ganz. «Schliesslich trägt der soziale Kontakt auch zum Lernerfolg bei.» Noch unklar sei, welche Formen von Prüfungen unter diesen Bedingungen geeignet seien.

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