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Schwächung der Denkmalpflege ist nicht die Lösung

«Denkmalschutz ist unter Beschuss», Ausgabe vom 11. September
Norbert Rohrer, Gemeinderat und Landrat (CVP), Stansstad

Die Motion über den Denkmalschutz verlangt mehr Effizienz bei der Behandlung der Gesuche; der Denkmalschutz soll ermöglichen statt verhindern. Dagegen hat sicher niemand etwas einzuwenden. Vor der Revision des Denkmalschutzgesetzes wurden fast alle Geschäfte allein vom Denkmalpfleger bearbeitet, der damit zeitlich überfordert war. Kritisiert wurde auch, dass Entscheide zu wenig breit abgestützt seien. In der Folge wurde die Kommission erweitert. Allerdings verpasste man es, die Strukturen anzupassen, was wieder zu Verzögerungen bei der Behandlung von Baugesuchen führte. Letztes Jahr wurde die Fachstelle endlich reorganisiert. Die Erhöhung des Pensums um 40 Prozent beträgt effektiv nur 10 Prozent, weil Fremdaufträge und Praktikumsaushilfen wegfallen. Seither hat sich die Effizienz deutlich gesteigert, die Bearbeitungszeiten wurden stark gesenkt.

Als Mitglied der Denkmalpflegekommission kann ich die Veränderungen sehr gut beobachten. Auch mir ist es als für Hochbau und Planung zuständiger Gemeinderat ein Anliegen, dass die Abläufe gut funktionieren und Gesuchsteller nicht hingehalten werden. Die Kommission, die grösstenteils aus kompetenten Baufachleuten besteht, hat in letzter Zeit gerade in den schützenswerten Ortskernen unserer Dörfer durch konstruktive Diskussionen mit Bauherren und Architekten gute Lösungen für Neubauten ermöglicht.

Bei dem im Zeitungsbericht erwähnten Negativbeispiel Kreuzmatte in Ennetbürgen gab es Pannen im Ablauf, die nicht der Denkmalpflege anzulasten sind. Das Bauvorhaben liegt gegenüber der geschützten Kirche und gelangte deswegen zur Denkmalpflege. Die nun vorliegende architektonische Lösung fügt sich ohne Abstriche beim Raumprogramm sehr gut ins Ortsbild ein. Ähnliche Positivbeispiele kann man etwa auch in Stans finden. Es wäre daher falsch, die Denkmalpflege beim Ortsbildschutz zurückzustutzen. Dies würde nur zu vermehrten Einsprachen und damit grossen Verzögerungen von Bauvorhaben durch Gerichtsverfahren führen.

Die Motion verlangt auch eine Kompetenzverlagerung zu den Gemeinden und eine Stärkung der Eigentümer. Die Baugesuche werden vom Gemeinderat bewilligt. Die Gemeinden sind jedoch auf die Beurteilung durch Fachstellen des Kantons, nicht nur der Denkmalpflege, angewiesen. Es kommt auch vor, dass eine Gemeinde den Empfehlungen der Kommission nicht folgt. Nebst der Beurteilung von Baugesuchen in geschützten Ortsbildern und im Nahbereich geschützter Objekte befasst sich die Kommission mit der Unterschutzstellung von Bauten. Hier liefern die Inventare die Grundlagen. Solche Unterschutzstellungen erfolgen fast nur auf Antrag der Eigentümer durch den Regierungsrat. Antrieb für Schutzmassnahmen sind die finanziellen Anreize, was auch richtig ist.

Selbstverständlich gibt es überall Verbesserungspotenzial. Die Idee des Regierungsrats, die Motion in ein Postulat umzuwandeln, verdient Unterstützung. So kann eine fundierte Überprüfung der Denkmalpflege erfolgen. Falsch wäre es, nun den Denkmal- und Ortsbildschutz entscheidend zu schwächen. Die Abschaffung der Kommission ist nicht die Lösung. Sie würde vielmehr die alten unbefriedigenden Zustände zurückholen.

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