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SCHWEIZER JUGEND FORSCHT: Buochser Jungforscher schaffts mit Zeigefinger-Prothese ins Finale

Eine funktionsfähige Zeigefinger-Prothese hat der Buochser Marco Savignano für seine Maturaarbeit im 3D-Drucker hergestellt. Damit hat er auch die Experten von «Schweizer Jugend forscht» überzeugt.
Philipp Unterschütz
Mit diesem 3D-Drucker hat Marco Savignano im Kollegi die Fingerprothese hergestellt. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. April 2017))

Mit diesem 3D-Drucker hat Marco Savignano im Kollegi die Fingerprothese hergestellt. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. April 2017))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ nidwaldnerzeitung.ch

Dass Marco Savignano (18) nicht Mediziner werden will, erstaunt irgendwie. Mit einer glatten Sechs wurde die Maturaarbeit des jungen Buochsers im Dezember am Kollegi Stans bewertet. Savignano hat dafür eine funktionsfähige Prothese für Zeigefinger konstruiert und mit einem 3D-Drucker sämtliche Teile ausgedruckt. Seine Maturaarbeit liest sich teilweise wie die Abhandlung eines Anatomiespezialisten. Doch Marco Savignano hat andere Zukunftspläne. «Ich will nach dem Militär in St. Gallen Wirtschaft studieren. Medizin ist sicher eine faszinierende Zukunftsindustrie, ich sehe mich aber eher in einer Bank als in einem Spital oder einer Praxis.» Auch die Experten im Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» (SJF), wo er mit seiner Arbeit teilnimmt, seien erstaunt gewesen, dass er ins Finanzwesen wolle.

Am Anfang stand die Faszination für 3D-Druck

Ab morgen Donnerstag bis Samstag darf er seine Arbeit im Rahmen des SJF im Kursaal in Bern präsentieren. «Seit meiner Primarschulzeit kenne ich den Wettbewerb und habe mir immer gewünscht, mal ein eigenes Projekt einreichen zu können.» Nervös sei er nicht, «aber die persönlichen Fragen, die nun von den Experten kommen, sind schon wesentlich anspruchsvoller als zeitlich limitierte Vorträge, bei denen man zwangsläufig immer etwas an der Oberfläche bleiben muss».

Auf die Idee, eine Fingerprothese zu konstruieren, ist er nicht aus medizinischem Interesse gekommen, sondern wegen seiner Faszination für die Möglichkeiten des 3D-Drucks. Auf der Suche nach einem «gescheiten» Produkt sei er auf die Medizin gestossen, weil diese oft mit diesen völlig neuen Möglichkeiten durch 3D-Drucker in Verbindung gebracht werde. «Mir wurde aber auch davon abgeraten, weil ich in den Gebieten 3D-Druck, Designprogramme und Anatomie nur wenig Vorkenntnisse hatte.» Das sei aber erst recht Ansporn gewesen, sich das nötige Wissen anzueignen. «Irgendwann habe ich die Zeit nicht mehr aufgeschrieben, es waren aber viele Stunden, auch in der Freizeit, die ich investiert habe.» Motivationsprobleme habe er nie gehabt, Zweifel nur ganz kurz. «Bei Version 6 oder 7 habe ich mich schon gefragt, ob ich das noch hinkriege.» Als der Mechanismus dann ab Version 9 funktioniert habe, sei das ein Meilenstein gewesen.

Mit der Prothese lässt sich Computermaus bedienen

Sehr geholfen habe ihm auch, dass er seine Konstruktion mit einem Bekannten der Familie ausprobieren konnte. Dieser verlor als Kind bei einem Unfall mit einer Häckselmaschine vor über 60 Jahren einige Finger. «Er sagte mir, wie sich die Prothese anfühlt, und ich konnte herausfinden, ob sie funktioniert», erzählt Marco Savignano. Tatsächlich kann man mit Hilfe seiner Prothese – das Endprodukt ist die Version 12 – unter anderem auch eine Computermaus bedienen. «Alltagstauglich ist sie aber noch nicht, dafür würde es aus optischen Gründen auch noch eine Silikonhülle brauchen.» Für deren Herstellung würde es aber professionelle Hilfe brauchen, zudem fehle ihm aufgrund der anstehenden Matura schlicht die Zeit. «Aber wenn es am SJF zu Kontakten mit Interessierten käme, wäre ich sicher offen für eine Weiterentwicklung», sagt Marco Savignano.

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