See, Ska und Spass auf der Summer Ferry in Beckenried

Am Donnerstag eröffnete die Ska-Band Open Season die diesjährige Konzertreihe auf der Autofähre. Ein Anlass mit glücklichen Musikern und fröhlichen Live-Freunden.

Christian Hug
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Endlich wieder mal ein Live-Konzert, und das noch auf dem See: Die Band Open Season war ganz aus dem Häuschen.

Endlich wieder mal ein Live-Konzert, und das noch auf dem See: Die Band Open Season war ganz aus dem Häuschen.

Bild: Christian Hug (Summer Ferry Beckenried, 6. August 2020)

Wegen Corona ist der Konzertsommer weitestgehend abgesagt, sehr zum Leidwesen der Live-Musik-Freunde. Als dann mit der Summer Ferry die einzigen Konzerte weit und breit angekündigt waren, hätte man annehmen dürfen, dass die drei Anlässe auf der Autofähre schon im Vorverkauf ruckzuck ausverkauft seien. Zumal die Anzahl Leute auf dem riesigen Schiff auf 300 beschränkt ist, der Anlass draussen und im steten angenehmen Fahrtwind stattfindet.

Tatsächlich waren die Konzerte von Caroline Chevin und Stiller Has schnell ausverkauft. Aber bei der Ska-Band Open Season lief der Vorverkauf eher zäh, wie Veranstalter Manuel Streule sagte. Das war erstaunlich. Was war da das Problem?

Immerhin: Als am vergangenen Donnerstag Abend die Autofähre «Tellsprung» in Beckenried zur Eröffnung der vierten Summer-Ferry-Saison die Leinen loslegte, war das Konzert von Open Season dann doch ausverkauft – und zwar mit lauter Konzertgängern, die glücklich waren, dass endlich wieder mal die Bässe vibrierten und die Bühne bebte, und das zu Tres-Hombres-Bier und Vierwaldstättersee-Abendpanorama mit lauter Gleichgesinnten.

Publikum und Band waren regelrecht ausgehungert nach Live-Musik

Aber von Anfang an: Ein Abend auf der Summer Ferry beginnt traditionellerweise mit dem Apéro in der Seelounge des Hotels Seerausch, irgendwann kommen die Gäste aus Gersau hinzu, und um halb neun geht’s dann an Bord der Fähre – am vergangenen Donnerstag eben mit der achtköpfigen Schweizer Reggae- und Ska-Band Open Season.

Schon vom ersten Ton an war die Freude der Bandmitglieder förmlich greifbar: Endlich wieder ein Live-Konzert mit Publikum spielen! Das ist schliesslich ihr Job, aber Corona-bedingt geht das eben zurzeit kaum noch. Die Band war geradezu überstellig, und auch das Publikum ging vom ersten Ton an begeistert mit. Und weil Open Season als Band bereits seit 20 Jahren existiert, war ihr Spiel entsprechend kompakt und kräftig. Einzig vielleicht in der Coverversion des Songs «The Tide Is High», das im Original von The Paragons stammt und 1980 in der Version von Blondie zum Welthit wurde: Dieser Song, ausgerechnet auf dem See gespielt, schiffte sprichwörtlich ab. Aber das machte nichts: Schon mit dem nächsten Song war die Band wieder voll parat, Sänger Res Staudenmann juckte auf der Bühne rum, die Horn-Sektion machte heitere Tanzeinlagen und die Party ging weiter volle Kraft voraus.

So lange, bis in Gersau die Gäste von ennet dem See von Bord gingen und die Fähre um halb zwölf wieder in Beckenried anlegte.

Am kommenden Donnerstag wird Caroline Chevin feinsten Pop auf der Fähre spielen, und am Donnerstag darauf beschliessen die legendären Stiller Has die diesjährige Summer-Ferry-Saison. Beide Konzerte sind ausverkauft.