«Seeklang» Hergiswil faszinierte mit Klassik bis Avantgarde

Auch das zweite Konzert der Klassikreihe «Seeklang» geriet zu einem tiefen Erlebnis. Mit packender Dramatik, verzauberten Klängen und musikalischen Ausbrüchen.

Kurt Liembd
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Sie spielten auf höchstem Niveau (von links): Jesper Gasseling, Marija Bokor, Inigo Armentia, Claudia Zimmermann und Urska Horvat. (Bild: Kurt Liembd, Hergiswil, 17. März 2019)

Sie spielten auf höchstem Niveau (von links): Jesper Gasseling, Marija Bokor, Inigo Armentia, Claudia Zimmermann und Urska Horvat. (Bild: Kurt Liembd, Hergiswil, 17. März 2019)

Zu einer Geisterstunde wurde es zwar nicht, auch wenn Beethovens Klaviertrio in D-Dur den Übernamen «Geistertrio» trägt. Begeistert aber waren die über 100 Konzertbesucher alle, welche am Sonntag den Weg in den Singsaal Matt fanden. Fünf junge Musiktalente der Spitzenklasse von Jesper Gasseling & Friends boten einmal mehr ein Konzert der Spitzenklasse auf höchstem Niveau. Es sind dies Jesper Gasseling (Violine), Inigo Armentia (Violine), Claudia Zimmermann (Viola), Urska Horvat (Cello) und Marija Bokor (Klavier). Die Begeisterung war vom ersten Takt an spürbar, denn Beethovens Klaviertrio entstand im Spannungsfeld zwischen Sehnsucht und Wahn, und so erklang es auch.

Erlebnis Penderecki und Schumann

Gegensätzlich dazu, aber emotional ebenso aufwühlend, erklang das «Duo Concertante» von Krzysztof Penderecki, dem bekanntesten noch lebenden Komponisten Polens. In einer speziell für «Seeklang» bearbeiteten Fassung boten der Hergiswiler Jesper Gasseling (Violine) und die junge slowenische Cellistin Urska Horvat ein spezielles Erlebnis. Auch wem die avantgardistische Musik nicht ganz nahe am Herzen liegt, war sehr angetan ob dieser professionellen Darbietung, bei der sogar eine Weiterentwicklung der Zwölftonreihe spür- und hörbar wurde. In einen Spielrausch gerieten die fünf Musiker bei Robert Schumanns «Klavierquintett in Es-Dur». Im Bewusstsein, dass Schumann die Gallionsfigur der deutschen Romantik ist, spielten die Interpreten nicht nur poetisch und stimmungsvoll, sondern dem Komponisten entsprechend bisweilen stürmisch neurotisch. Es war eine romantische Darstellung auf Höchstniveau, die dem genialen Komponisten mit seinem schwierigen Leben mehr als gerecht wurde.

Die weiteren Konzerte der 3. Konzertreihe «Seeklang Hergiswil»: Freitag, 17. Mai um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche, Donnerstag, 4. Juli um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche.Eintritt frei, Kollekte. Reservierung empfohlen unter seeklang.hergiswil@gmail.com