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Segelreise eines Nidwaldners – vielfältig wie Paella

Seit einem Jahr kreuzt der bekannte Emmetter Fotograf Christian Perret auf hoher See – und ist begeistert.
Philipp Unterschütz
Christian Perret beim Start in Dänemark im Mai 2018 auf der Überfahrt von Anholt Richtung Nordjutland-Nordsee-NL. (Bild: PD/Christian Perret)Christian Perret beim Start in Dänemark im Mai 2018 auf der Überfahrt von Anholt Richtung Nordjutland-Nordsee-NL. (Bild: PD/Christian Perret)
Für lange Distanzen wird das Boot durch den Windpiloten gesteuert, ein mechanischer Autopilot, so quasi der dritte Mann, der zuverlässig tagelang den richtigen Kurs bezüglich Wind steuert. Besonders in den stockdunklen Nächten ist sein Dienst Gold wert. (Bild: PD/Christian Perret)Für lange Distanzen wird das Boot durch den Windpiloten gesteuert, ein mechanischer Autopilot, so quasi der dritte Mann, der zuverlässig tagelang den richtigen Kurs bezüglich Wind steuert. Besonders in den stockdunklen Nächten ist sein Dienst Gold wert. (Bild: PD/Christian Perret)
In einer Ankerbucht an der Südspitze von Fuertaventura reinigt Christian Perret das Positionslicht seiner Segeljacht Tringa vom feinen Wüstenstaub, der überall eine feine Schicht bildet. Gleichzeitig kontrolliert er das ganze Rigg, damit er auch bei harten Bedingungen ruhig schlafen kann. (Bild: PD/Christian Perret)In einer Ankerbucht an der Südspitze von Fuertaventura reinigt Christian Perret das Positionslicht seiner Segeljacht Tringa vom feinen Wüstenstaub, der überall eine feine Schicht bildet. Gleichzeitig kontrolliert er das ganze Rigg, damit er auch bei harten Bedingungen ruhig schlafen kann. (Bild: PD/Christian Perret)
Auf Lanzarote verklemmte sich der Anker der Tringa an einem Felsen. Nach 40 Minuten Tauchen löste der einheimische Profitaucher den Anker der Tringa. (Bild: PD/Christian Perret)Auf Lanzarote verklemmte sich der Anker der Tringa an einem Felsen. Nach 40 Minuten Tauchen löste der einheimische Profitaucher den Anker der Tringa. (Bild: PD/Christian Perret)
Die Ostküste von Fuerteventura. (Bild: PD/Christian Perret)Die Ostküste von Fuerteventura. (Bild: PD/Christian Perret)
Ankerbucht an der Südwestspitze von Fuerteventura. «Wehe, wenn der Anker nicht hält», schreibt Christian Perret zum Bild. (Bild: PD/Christian Perret)Ankerbucht an der Südwestspitze von Fuerteventura. «Wehe, wenn der Anker nicht hält», schreibt Christian Perret zum Bild. (Bild: PD/Christian Perret)
Kreuzen im Kattegat. (Bild: PD/Christian Perret)Kreuzen im Kattegat. (Bild: PD/Christian Perret)
Ansteuern von Santander nach der Überquerung der Biscaya. Christian Perret wechselt die Gästeflagge. (Bild: PD/Christian Perret)Ansteuern von Santander nach der Überquerung der Biscaya. Christian Perret wechselt die Gästeflagge. (Bild: PD/Christian Perret)
Dank Spinacker kommt die Tringa auch bei leichtem Wind gut vorwärts. (Bild: PD/Christian Perret)Dank Spinacker kommt die Tringa auch bei leichtem Wind gut vorwärts. (Bild: PD/Christian Perret)
Nordost-Spitze von Madeira, als sich der Hurrikan Leslie im Herbst 2018 näherte, dann aber glücklicherweise nördlich vorbeizog. (Bild: PD/Christian Perret)Nordost-Spitze von Madeira, als sich der Hurrikan Leslie im Herbst 2018 näherte, dann aber glücklicherweise nördlich vorbeizog. (Bild: PD/Christian Perret)
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Mittendrin im Spiel von Wind, Wasser und Wellen

Für packende Fotos mit Action, Sport oder touristischen Erlebnissen vor be­eindruckenden Naturkulissen zählte der Emmetter Fotograf Christian Perret zu den ersten Adressen in der Schweiz. Vor gut einem Jahr hängte er dann aber seinen Beruf an den Nagel und setzte mit seiner Frau Vreni im wahrsten Sinn des Wortes die Segel für einen neuen Lebensabschnitt. Das Ziel mit der zehn Meter langen Hochsee-Segeljacht Tringa: ferne Küsten wie die Bretagne, Kapverden oder die Karibik.

«Nach den anspruchsvollen Gewässern von Dänemark via Nordsee, vorbei an Holland und Belgien durch den verkehrsreichen Kanal, vorbei an der Normandie und der Bretagne, nach der Überquerung der Biscaya und dann von Portugal nach Madeira sind wir nun auf den Kanaren gelandet und geniessen das etwas leichtere Leben hier», mailte Christian Perret auf unsere Nachfrage diese Tage.

Auf den Kanaren hat er eine interessante Beobachtung gemacht. Auch dort hat der Tourismus negative Folgen. Weil die Wohnungsmiete in den Tourismusorten extrem gestiegen seien, sind sie für viele Einheimische beinahe unerschwinglich geworden. Deshalb würden sie Jachten von Seglern kaufen. Es gebe viele Segler, welche die Nase voll hätten oder sich die mühsame Rückreise in den Norden sparen wollten. Die Jachten nutzen die Einheimischen dann als Wohnsitz. «Je nach Bootstyp kann man die Schiffe recht günstig kaufen und die Hafenmiete ist gering. Hier auf den Kanaren ist das noch möglich», schreibt Christian Perret. Und eigentlich sei das gar keine schlechte Idee, wenn er an die Schweiz denke, wo Hunderte von bestens ausgerüsteten Jachten auch fast unbenutzt in den Häfen liegen würden.

Christian Perret reinigt das Positionslicht der Jacht Tringa. (Bild: Christian Perret/PD, Fuerteventura, 17. Juni 2019)

Christian Perret reinigt das Positionslicht der Jacht Tringa. (Bild: Christian Perret/PD, Fuerteventura, 17. Juni 2019)

Leben auf nur gerade
 12 Quadratmetern

Wenn man Christian Perret fragt, was denn nun so besonders schön sei an seiner Reise, bekommt man eine Aufzählung, die einem doch ein wenig neidisch werden lässt. «Es ist dasselbe, wie wenn man dich fragen würde, was denn besonders gut an einer Paella sei. Es ist eben die Mischung von vielen feinen Sachen, die ein solches Gericht ausmachen», meint Christian und legt los. Da sei zum Beispiel die gewaltige Kraft der grossen Atlantikwellen, ihr Fauchen, Grollen, Zischen und Donnern sei besonders in der Nacht sehr eindrücklich. Oder das phosphoreszierende Kielwasser. Das befriedigende Gefühl, nur mit Windkraft grosse Distanzen zurückzulegen. Der Kontrast zwischen den eleganten Delfinen und den plumpen Flugversuchen der fliegenden Fische oder der Augenkontakt mit den Sturmvögeln. Das Sein in einsamen Ankerbuchten oder die Klettertour auf den Mast, um das Positionslicht vom Wüstenstaub zu reinigen. Der Tauchgang, um die Muscheln vom Unterwasserschiff zu entfernen. Die Begegnung mit vielen, interessanten, freundlichen Menschen in ihren eindrücklichen Landschaften und kontrastreichen Architekturen. Und schliesslich viel Zeit und keine Termine zu haben.

Für das Ehepaar ist die Reise in gewissem Sinn auch ein menschliches Experiment. Noch nie lebten sie für eine derart lange Zeit auf so engem Raum. Aber es klappe gut, schreibt Christian Perret, auch wenn es nicht immer ganz einfach sei, so lange auf einer Wohnfläche von nur gerade 12 Quadratmetern zu leben.

Ausser dass sie vorerst nicht zurückkehren, ist vieles offen. «Wir lassen uns von den Erzählungen der zahlreichen, von Westen her zurückkehrenden, echten Hochseeseglern inspirieren», so Christian Perret zur weiteren möglichen Route. «Wir geniessen jetzt noch die Kanaren, bevor wir die Kapverden ansteuern. Von dort aus geht’s dann nur noch Richtung Westen.» Zuvor steht allerdings noch etwas Arbeit an. Momentan liegt die Tringa auf der Insel Gomera im Hafen San Sebastian. «Diese Woche nehmen wir das Boot heraus zur Kontrolle, entfernen den Algen- und Muschelbewuchs und malen das Unterwasserschiff neu», erzählt Christian Perret.

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