Sein Feuer für die Feuerwehr Emmetten brennt weiter

Pirmin Odermatt hört als Kommandant der Feuerwehr Emmetten auf. In seinem Jahresrückblick und -ausblick erinnert er sich auch an einen misslungenen Geburtstag.

Matthias Piazza
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Pirmin Odermatt im Depot der Feuerwehr Emmetten.

Pirmin Odermatt im Depot der Feuerwehr Emmetten.

Bild: Corinne Glanzmann (Emmetten, 5. Dezember 2019)

«Die Gefühlslage ist gemischt», meint Pirmin Odermatt auf das Ende seiner Ära als Emmetter Feuerwehrkommandant angesprochen. Einerseits freue er sich, dass er Ende Jahr nach 12 Jahren das Kommando der rund 60-köpfigen Mannschaft an Beat Würsch, seinem bisherigen Stellvertreter, abgeben dürfe und so auch von einer grossen Verantwortung befreit werde. «Andererseits habe ich die Arbeit sehr gerne gemacht. Ein wichtiger Abschnitt meines Lebens endet.» Auch wenn er keineswegs amtsmüde sei, mache es nach über einem Jahrzehnt Sinn, frischen Kräften Platz zu machen, welche auch neue Ideen einbringen könnten.

Das Abenteuer Feuerwehr begann bei ihm zum erstmöglichen Zeitpunkt. «Als meine Kollegen und ich als 18-Jährige zur Aushebung aufgeboten wurden, war für uns selbstverständlich, dass wir der Feuerwehr beitreten.» Das habe man nicht gross hinterfragt. «Man fasste die Ausrüstung und los ging’s beim ersten Einsatz», erinnert er sich zurück.

Die Karriere kam ins Rollen. Er übernahm mit den Jahren verschiedene Führungsaufgaben, bildete sich weiter, besuchte über 60 feuerwehrspezifische Kurse und Weiterbildungen.

Innert zehn Minuten muss er am Brandplatz sein

Zu Beginn sei es schon noch gewöhnungsbedürftig gewesen, bei einem Alarm Tag und Nacht alles stehen und liegen zu lassen und die vorgegebenen Fristen einzuhalten, das heisst, innert fünf Minuten im Depot und innert weiterer fünf Minuten auf dem Brandplatz zu sein. «Heute bringt mich ein Alarm nicht mehr so schnell aus der Ruhe, auch meine Frau hat sich daran gewöhnt, dass mitten in der Nacht das Mobiltelefon schrillt.» Allzeit bereit zu sein, sind für ihn nicht leere Worte. «Einmal ging der Alarm los, als ich an meiner Geburtstagsparty mit ein paar Freunden grillierte. Das Fest endete abrupt», erinnert er sich zurück.

An die meisten der fast 200 Einsätze möge er sich erinnern, spätestens beim Lesen der Rapporte. Für einige Erlebnisse brauche es keine Gedankenstütze. «Unvergessen bleibt mir, als ein Hochzeitspaar beim Dürrensee mit seinem Auto von der Seelisbergstrasse abkam und auf dem Dach landete. Das Paar blieb unverletzt.» Immer wieder schmunzeln müsse er, wenn er an den Einsatz zurückdenke, als die Feuerwehr ausgerückt war, weil aus einer Wohnung Rauch drang und es stank. «Als niemand öffnete, brachen wir ein. Eine Frau, die ihren Rausch ausschlief, hatte den Fisch auf der Bratpfanne vergessen.»

Stoff für eine weitere Anekdote lieferte das «Schützenhaus» in Emmetten, als dort noch ein Nachtklub untergebracht war. «Es gab eine Zeit, da ging fast im Wochentakt der Brandmelder los. Wir rückten jedes Mal vergebens aus.» Des Rätsels Lösung: Die Damen des Etablissements hatten nach Feierabend in ihrem Zimmer beim Zubereiten ihres Abendessens nicht auf den Brandmelder geachtet, geschweige denn gewusst, wie man den Fehlalarm zurückstellen kann. «Nachdem wir angefangen hatten, dem Inhaber eine Rechnung für die Einsätze zu schicken, endete die Serie», erzählt er.

Gemeinsame Erlebnisse schweissen zusammen

Die Kollegschaft, die gemeinsamen Erlebnisse, die zusammenschweissten, die schönen Erinnerungen: Dies alles mache für ihn die Faszination Feuerwehr aus. Dafür setze er gerne seine Freizeit für das Gemeinwohl ein. Leider sei dies bei der jungen Generation nicht mehr so ausgeprägt. «Ein junger Mann zögerte, der Feuerwehr beizutreten, weil er der Teilnahme der acht Übungen pro Jahr nicht verbindlich zusagen wollte, obwohl er die Termine kannte», erinnert er sich an ein Beispiel.

Für den Inhaber eines Elektrogeschäfts und ehemaligen Gemeinderat geht das Feuerwehrleben weiter – nach wie vor in einer Führungsfunktion. Als Chef des dritten Zuges überträgt er das Feuerwehrvirus auf die 18 dienstjüngsten Feuerwehrleute.