Sensibilisierung für Seelsorger

An der ersten Weiterbildung der Landeskirche Nidwalden zur Prävention von Übergriffen nahmen knapp 100 Personen teil.

Simon Mathis
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Die Landeskirche Nidwalden hat am 27. November eine erste Weiterbildung zum Thema «Nähe und Distanz» durchgeführt. Im Zentrum der Weiterbildung standen konkrete Massnahmen, um in Zukunft präventiv Übergriffe und Grenzverletzungen zu verhindern, wie die Landeskirche in einer Mitteilung schreibt. Knapp 100 Mitarbeiter von Nidwaldner Pfarreien, Kaplaneien und Kirchgemeinden sind der Einladung des Dekanates und der Landeskirche gefolgt. Sie setzten sich mit konkreten Präventionsmassnahmen für ihre Arbeit auseinander.

Richtlinien der Schweiz Bischofskonferenz gefolgt

Im «Schutzkonzept für die seelische, geistige und körperliche Unversehrtheit der Menschen im Bereich des Bistums Chur» vom April 2019 werden die Mitarbeitenden im Bistum dazu angehalten, Weiterbildungen zum Thema «Nähe und Distanz» zu besuchen. Das Schutzkonzept des Bistums ist eine Umsetzung der überarbeiteten Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz, die Anfang März in Kraft traten.

Die Weiterbildung wurde von der Beratungs- und Fachstelle KAN im Auftrag der Landeskirche organisiert und durchgeführt. Mit Joseph Bonnemain konnte eine Fachperson für die Weiterbildung gewonnen werden. Er ist Bischofsvikar und Sekretär des Fachgremiums für sexuelle Übergriffe der Schweizer Bischofskonferenz und hat massgeblich am Schutzkonzept mitgearbeitet.

Selbstkritik gefordert

Referent Joseph Bonnemain führte anhand von Fallbeispielen in die Thematik ein und stellte Instrumente und Wege für eine professionelle Gestaltung von Begegnungen und Beziehungen in seelsorglichen Kontakten vor.

Damit verbunden war ein Aufruf zur regelmässigen selbstkritischen Reflexion der Frage nach adäquater Nähe beziehungsweise Distanz. Auch für die Anstellungsbehörden, den Kirch- und Kapellgemeinden, wurden die verschiedenen Dokumente für den Anstellungsprozess nochmals thematisiert. Die Teilnehmenden erarbeiteten in acht Gruppen Massnahmen, um Risikosituationen bewusster zu gestalten, und formulierten Anliegen an das Fachgremium. Joseph Bonnemain versprach, diese Anliegen in die Diözesane Fachgruppe zu tragen und die Pfarreien und Kaplaneien in der Umsetzung des Schutzkonzeptes auch weiterhin zu unterstützen.