Sie jassen um einen Platz im Final

130 Jassfreunde trafen sich in Stans zur Ausscheidung für die Zentralschweizer Jassmeisterschaft. Für die Beteiligten war es ein gemütlicher Abend.

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Konzentriert am Werk: der ehemalige SF-Jasspapst Ernst Marti aus Kriens. (Bild: Richard Greuter / Neue NZ)

Konzentriert am Werk: der ehemalige SF-Jasspapst Ernst Marti aus Kriens. (Bild: Richard Greuter / Neue NZ)

Wer glaubt, dass an einer Jassmeisterschaft nur zerknirschte Gesichter zu sehen sind, die mit scharfen Augen in ihre Karten starren und sich bei unerwünschtem Spielverlauf gegenseitig scharfzüngig attackieren, der irrt sich. Die meisten der 130 Teilnehmer, die am Donnerstag im Hotel Engel in Stans an der Zentralschweizerischen Jassmeisterschaft beim Schieber ihr Glück versuchten, jassen zum Vergnügen, sind aber nicht abgeneigt, mal Glück zu haben.

Auch Platz für einen flotten Spruch

So auch die Hergiswilerin Christa Bachofer. «Wir wollen einen gemütlichen Jassabend erleben», erklärte die 63-Jährige in einer kurzen Jasspause. Während des Spiels konzentrierte man sich auf die Karten, danach folgte vielleicht ein kurzer Austausch über den Spielverlauf. Dazwischen hatte auch mal ein flotter Spruch, manchmal auch ein kurzes Gespräch seinen Platz. Der eine erzählte über seine Harley, ein anderer berichtete über seine jüngste Ferienreise, oder man sprach über Gott und die Welt. Ganz im Sinne des ehemaligen Fernseh-Jasspapstes Ernst Marti, der selber ausser Konkurrenz mitspielte. Seit sechs Jahren ist er für die technischen Belange der Meisterschaft verantwortlich. Als er vor Spielbeginn die Regeln erklärte, rief der 67-jährige Jassfachmann die Teilnehmer auf: «Seid friedlich und nett miteinander.»

Glück andernorts versuchen

Natürlich möchten viele am 10. Dezember im Restaurant Stadtkeller in Luzern am Final teilnehmen. Dort winkt dem Gewinner eine zwölftägige Mittelmeer-Kreuzfahrt. Wem das Glück versagt blieb, hat noch an drei weiteren Ausscheidungen Gelegenheit, tüchtig aufzutrumpfen.

Für den Stanser Paul Waser war die Hürde - mindestens 4111 Punkte - diesmal zu hoch. Für dieses Jahr lässt er es dabei bewenden. «Ich war dreimal dabei und habe bisher immer den Final erreicht», meinte er. Anders Peter Frei aus Stans; er wird es in Altdorf nochmals versuchen.

Das beste Resultat erzielte Toni Achermann, Seelisberg, mit 4416 Punkten. Ihm folgten Herbert Henseler, Oberdorf, mit 4371 Punkten auf dem zweiten und Paul Zimmermann, Beckenried, mit 4360 Punkten auf dem dritten Platz.

Teilnehmeranstieg gestoppt

Stans war der elfte Austragungsort. Bis dahin nahmen etwa 1300 Personen an den Turnieren teil. Laut Marti waren es bisher jedes Jahr mehr, vor allem bei den Frauen war eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Dieses Jahr allerdings sassen in einigen Austragungsorten etwas weniger Jasser an den Teppichen. Den Grund sieht Marti neben Terminkollisionen in der Erhöhung des Startgeldes von 15 auf 20 Franken. Allerdings folgen noch drei Austragungen. Erstmals sind auch Hochdorf und Willisau dabei, sodass die letztjährige Teilnehmerzahl von etwa 1600 erreichbar ist. Jedenfalls ist beim Final mit etwas mehr als 150 Jassern zu rechnen.

Richard Greuter