Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Sie kämpfen von Stans aus gegen schlechte Gerüche in der Küche

Wohin mit Bioabfällen im Haushalt? Diese Frage stellten sich zwei junge Männer, einer aus Giswil und einer aus Stans. Ihre Antwort: Ein ansehnlicher Chromstahl-Kübel auf der Küchenkombination. Der Prototyp bestand gar den Windel-Test.
Markus von Rotz
Martin Amgarten (links) und Mario Walker zeigen ihren Biobin. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. September 2018))

Martin Amgarten (links) und Mario Walker zeigen ihren Biobin. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. September 2018))

«Eure Idee finde ich klasse, sowohl stylisch als auch praktikabel», schreibt eine der ersten finanziellen Unterstützerinnen der Idee auf der Crowdfunding-Plattform. Der Giswiler Martin Amgarten, 29, und der Stanser Mario Walker, 35, ausgebildete Maschineningenieure, kennen das Problem unter anderem aus der Studentenzeit: Man will Bioabfälle in der WG nicht einfach in den Kehricht werfen. Aber welchen Behälter man auch nimmt, meist riecht es nach kurzer Zeit unangenehm. Oder es zieht Insekten an. «Und zieht man mit jemanden in eine Wohnung zusammen, hat man vielleicht zu wenig Abfall, um ihn häufig zu leeren, also möchte man ihn etwa zwischenlagern», sagt Martin Amgarten. Die Idee war geboren.

Sie seien nicht die Allerersten mit einer ähnlichen Idee, sagt Amgarten. «Aber wir wollten etwas Wertiges, Nachhaltiges und Hygienisches.» Darum entschieden sie sich für einen Chromstahl-Behälter. Der verfärbe sich nicht und brauche keine Energie. Für die Neutralisierung der Gerüche sorgt ein in den Deckel eingebauter Aktivkohlefilter. Das Äussere des Behälters, den sie Biobin nennen, könne gut und gerne «als Design-Objekt auf der Küchenabdeckung platziert werden». Und er könne in der Abwaschmaschine gereinigt werden.

An einer Sitzung den Windel-Test gemacht

An der Idee arbeiten sie schon seit drei Jahren. Zu ihren Abklärungen gehörten eine Umfrage und viele Gespräche im Freundeskreis. «Das Echo war sehr gut», erzählt Amgarten. «Wir haben zu rechnen begonnen. Ein Behälter mit drei Liter Volumen sollte für eine Familie mit einem Kind genug Platz für zwei Wochen bieten.» Solange sollte der Biobin bei geschlossenem Deckel geruchsfrei bleiben. «Wir haben mit dem 3D-Drucker einen Kübel erstellt und ihn an einer Sitzung getestet. Wir legten eine volle Windel eines Babys rein und niemand merkte etwas, bis wir am Ende den Deckel öffneten.»

Die Idee der Initianten ist, dass der Behälter nach den zwei Wochen in den Grünabfuhr-Container entleert werden kann, zumindest in Nidwalden. «In Obwalden gibt es leider keine solche», bedauert Amgarten. Aber vielleicht gebe es ja alternativ im Quartier einen Komposthaufen.

Die Initianten arbeiten für die Produktschmiede GmbH in Stans. Um ihr Projekt zu finanzieren, haben sie eine Lösung via Crowdfunding gewählt. Helfen soll ihnen die Plattform 100-days.net. Auf die Frage, warum sie nicht eine Lösung mit einer einheimischen Bank suchten, welche das auch anbietet, sagt Martin Amgarten: «Diese Plattform ist sehr vielfältig, was die möglichen Zahlungsmittel angeht.» Man kann mit SMS, Twint, Paypal oder Kreditkarte einzahlen. «Wir sind zudem in der Vorbereitung sehr gut betreut worden.»

120'000 Franken in 60 Tagen sind das Ziel

Die Sammlung wurde am Montag aufgeschaltet, bis am Donnerstag abend sind 2800 Franken zusammen gekommen, Beträge zwischen 40 und 150 Franken. Die ersten hundert Unterstützer, die mindestens 40 Franken bezahlen, bekommen im September 2019 einen Behälter geliefert, falls alles klappt. Es gibt weitere Angebote mit einem Kübel voller Süssigkeiten oder Früchten. Der Endverkaufspreis steht noch nicht fest.

Die Initianten hoffen, in 60 Tagen die nötigen 120'000 Franken zusammenzubringen. «Wir sind uns bewusst, dass das eine ansehnliche Summe ist», sagt Amgarten, «aber dank unserer Gegenleistungen ist man ja nicht nur einfach Spender, sondern kann sich ein Produkt der ersten Serie sichern.» Glauben sie an den Erfolg? «Natürlich schwanken wir zwischen Zweifel und Euphorie. Aber der Betrag sollte zu erreichen sein.» Die stolze Summe brauchen die beiden, weil sie Spezialwerkzeuge brauchen, die extra für ihr Produkt hergestellt werden müssen. «Zahlen nicht viele Kunden im voraus, lohnen sich diese Anschaffungen nicht.» Die Idee stammt von zwei Männern. «Aber auf Facebook haben mehr Frauen als Männer unsere Seite geliked», sagt Amgarten schmunzelnd. Sollte das Projekt nicht zustande kommen, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

Hier gibts mehr Infos über Projekt und Finanzierung

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.