Sie setzen sich seit Jahren für Nidwaldner Landwirtschafts-Lehrlinge ein

An der Generalversammlung des Bauernverbandes Nidwalden sind Renate und Hanspeter Odermatt für ihren langjährigen Einsatz für Lehrlinge geehrt worden. Ebenfalls zur Sprache kamen der Hitzesommer und die Digitalisierung.

Richard Greuter
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Hanspeter (Mitte) und Renate Odermatt bilden auf ihrem Betrieb derzeit den 30. und 31. Lehrling aus. Für diese Leistung wurden sie von Präsident Hansueli Keiser geehrt. (Bild: Richard Greuter, Hergiswil, 19. März 2019)

Hanspeter (Mitte) und Renate Odermatt bilden auf ihrem Betrieb derzeit den 30. und 31. Lehrling aus. Für diese Leistung wurden sie von Präsident Hansueli Keiser geehrt. (Bild: Richard Greuter, Hergiswil, 19. März 2019)

«Hören wir nochmals dem sanften Glockengeläut zu», sagte Hansueli Keiser an der Generalversammlung des Bauernverbandes Nidwalden und schwenkte dabei eine Kuhglocke. «Es könnte schon bald sein, dass dieser Ton der Vergangenheit angehört», meinte der Bauerpräsident zu Beginn der Versammlung am vergangenen Dienstagabend in Hergiswil.

Ein virtueller Zaun kann Stacheldrähte und ein GPS-Empfänger Kuhglocken ersetzen. Diese Entwicklung könnte Gegner von Kuhglocken oder Stacheldrähten auf den Plan rufen, erwartet der Verband. «Wir stehen erst am Anfang, aber die Digitalisierung wird kommen», fasste Hansueli Keiser zusammen und befürchtet vor allem, dass diese Entwicklung allenfalls Gesetze und Verordnungen nach sich ziehen könnte. Ob diese technischen Einrichtungen auf abgelegenen Alpweiden, wo bestenfalls Solarstrom zur Verfügung steht, praxistauglich seien, werde sich zeigen müssen.

Längere Vegetationszeit und weniger Winterfutter

Im vergangenen Hitzesommer konnte sich die Borstenhirse auf flachgründigen Böden und trockenen Lagen im Talgebiet stark ausbreiten, hiess es an der GV. Für die Nidwaldner Bauern bedeute die Bekämpfung dieses Unkrauts eine neue Herausforderung.

In einem Kurzvortrag beleuchtete Herbert Schmid von der landwirtschaftlichen Schule Hohenrain die Auswirkungen des Klimawandels im Futterbaugebiet. Er zeigte auf, wie Futterflächen mit Neu- oder Übersaaten saniert werden können. «Wichtig ist der richtige Zeitpunkt und eine geeignete Saatmischung.» Doch er sieht dabei auch positive Aspekte: «Die Vegetationszeit wird länger und wir brauchen weniger Winterfutter.»

Ebenfalls zur Sprache kam an der GV, dass Nidwalden als einziger Kanton der Schweiz Abflusswegzonen ausscheide, die bei Starkregen Wasser ableiten, und gehe dabei über die Vorgaben des Bundes hinaus. «In unseren Augen ein unnötiges Unterfangen, das in Zukunft nur Probleme mit sich bringt», so die Verbandskritik. Die Bauern befürchten mittelfristig Einschränkungen in ihrer Bewirtschaftung.

Langjähriges Engagement verdankt

Seit Jahren bilden Renate und Hanspeter Odermatt in Buochs Lehrlinge aus. Auf ihrem 33 Hektar-Betrieb mit 54 Milchkühen lernen derzeit der 30. und 31. Lehrling das Handwerk des Landwirtes. Für dieses langjährige Engagement ehrte sie der Verband. Während 20 Jahren betreute der Meisterlandwirt das Bildungswesen der Ob- und Nidwaldner Bauernverbände.

Im Vorstand gab es keine Rochaden. Präsident Hansueli Keiser liess sich nochmals für ein Jahr als Präsident wählen. Die Rechnung schloss bei einem Aufwand von 75'000 Franken mit einem Minus von rund 5000 Franken ab. Das Budget sieht einen Ausgabenüberschuss von mehr als 9000 Franken vor.