Leserbrief

Sind wir wirklich solidarisch?

Eine Leserin macht sich Gedanken zur Coronapandemie

Doris Schnyder, Buochs
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Corona, ein Wort mit vielen Emotionen. Ein Wort, das viel Solidarität hervorruft, oder doch nicht?

Tatsache ist, dass Milliarden in die Wirtschaft gesteckt wird, um Menschen zu retten. Tatsache ist auch, am Ende des Lebens stirbt der Mensch, sowie er am Beginn des Lebens geboren wurde. Tatsache ist auch, die Geburt ist meistens etwas Freudiges, der Tod ist mit Trauer, Verlust, Abschied verbunden und doch gehört er zum Leben. Ewigkeit können wir hier auf der Erde nicht erlangen. Die Frage ist doch viel mehr, was mache ich zwischen der Geburt und dem Tod mit meinem Leben?

Tatsache ist auch, dass beispielsweise laut dem schweizerischen Bundesamt für Statistik im Jahr 2015 in den ersten 14 Wochen des Jahres 2651 Menschen unter 65 Jahren gestorben sind, über 65-Jährige waren es 18779. Im Jahr 2020 sind es 2387 Menschen unter 65 Jahren, über 65 Jahren 17398, also weniger.

Tatsache ist auch, dass in der gleichen Zeit, in der weniger Menschen gestorben sind als normal, über drei Millionen Kinder weltweit unter fünf Jahren elendiglich verhungert sind (Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO).

Da stellt sich mir doch tatsächlich die Frage, sind wir so solidarisch oder versuchen wir einfach, unsere Haut zu retten? Hätte man mit diesen Milliarden nicht besser die Kinder satt gemacht, anstatt sie einfach verhungern zu lassen?

Mit diesen Fragen möchte ich nicht kritisieren, sondern anregen, dass wir uns selber hinterfragen, unser Handeln, unser Denken.