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SKI ALPIN: Jetzt kennt ihn auch Aksel Svindal den Junioren-Weltmeister Marco Odermatt

Zum Saisonende hat der mehrfache Junioren-Weltmeister Marco Odermatt (20) auch in den Speed-Rennen im Weltcup überzeugt. Im kommenden Winter will er sich nun vermehrt auf den Super-G konzentrieren.
Punktete beim Weltcup-Finale auch im Super-G: der Buochser Marco Odermatt. (Bild: Alexis Boichard/Getty (Are, 15. März 2018))

Punktete beim Weltcup-Finale auch im Super-G: der Buochser Marco Odermatt. (Bild: Alexis Boichard/Getty (Are, 15. März 2018))

Claudio Zanini

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch

Es ist Ende Januar 2017, als Marco Odermatt im Elternhaus in ­Buochs auf dem Sofa liegt, die Krücken in Greifdistanz. In wenigen Tagen beginnt die WM in St. Moritz. Odermatt hat sich berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz im Riesenslalom, seiner Paradedisziplin, gemacht. Doch dann reichte ein harmloser Sturz im Europacup, um einen Meniskusschaden zu verursachen. Die Saison war vorbei.

Während andere Athleten in solchen Situationen Telefonanrufe von Redaktionen wegdrücken, lädt er den Journalisten zu sich nach Hause ein. Odermatt, damals 19-jährig, sagt beim Krankenbesuch Sätze wie «Jetzt habe ich dafür Zeit für Dinge, die ich sonst hätte vernachlässigen müssen». Oder wegen der verpassten WM: «Ich bin auch in zwei Jahren noch jung.» Es ist eine erstaunliche Begegnung mit dem Skitalent. Für einen, der in seiner ersten Weltcup-Saison bereits die dunklen Seiten kennenlernte, nahm er das Unglück mit beachtlicher Reife entgegen.

Das, was alle wollen

Fast 14 Monate nach diesem Besuch nimmt Marco Odermatt das Telefon ab. Er ist eben aus dem schwedischen Åre zurückgekehrt, wo er am letzten Wochenende in drei Weltcup-Rennen dreimal in die Punkteränge fuhr. Odermatt ist froh, kann man das Gespräch am Telefon erledigen. Zwar wäre er zu Hause in Buochs, aber Zeit ist nicht mehr im Übermass vorhanden – wie während der Verletzungspause. Wenige freie Tage sind ihm vergönnt, bevor er mit seinem Ausrüster Stöckli für Skitests nach Davos reist, wo Anfang April dann auch die Schweizer Meisterschaften stattfinden. Im Verlauf des Gesprächs stellt man fest: Eine gravierende Verletzung färbt genau gleich wenig auf die Art von Odermatt ab wie fünf gewonnene Goldmedaillen oder dreimal Weltcup-Punkte en suite. Die Ausgeglichenheit ist immer dieselbe, auch jetzt, nach dieser erfolgreichen Saison.

Dass der Winter so erfolgreich würde, war lange nicht absehbar. Odermatt lernte zu Beginn, wie mühsam Comeback-Saisons verlaufen können. Im Schein der Goldmedaillen geht vergessen, dass der 20-Jährige zu kämpfen hatte. Die Punkte in Åre waren die ersten in dieser Saison. Davor schaffte er es in sechs Weltcup-Einsätzen (alle im Riesenslalom) nie in den zweiten Lauf. «Das hat schon am Selbstvertrauen genagt», sagt Odermatt. «Mein erstes Resultat hatte ich eigentlich erst im Januar.» Es war ein FIS-Rennen in Savognin am 8. Januar, bei dem er aufgrund der bescheidenen Konkurrenz als Favorit startete und gewann. In den Wochen danach folgten Top-Klassierungen im Europacup, bevor er am 31. Januar seine erste von fünf Goldmedaillen an der Junioren-WM in Davos gewann.

Mit den Medaillen verdiente er sich die Startplätze beim Weltcup-Finale in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom. Und in allen drei Bewerben holte er Zählbares heraus. «Dass es in Abfahrt und Super-G so gut aufgeht, hätte ich mir nicht gedacht. Beim Riesenslalom sieht es ein wenig anders aus. Dort weiss ich, dass ich mit einem guten Rennen in die Punkteränge fahren kann.» Mit seinem Potenzial in dieser Disziplin weckt der Nidwaldner Hoffnungen einer Ski-Nation, die im Riesenslalom schon lange auf einen Podestplatz wartet. Carlo Janka ist nach wie vor der letzte Schweizer, dem dies gelang. Sieben Jahre ist es mittlerweile her. Odermatt sagt: «Wir wollen ja alle, dass wieder einmal jemand aufs Podest fährt. Ich denke, in der nächsten Saison wird es einer schaffen.»

Stars gratulieren dem Buochser

Im kommenden Winter will er seinen Fokus auch auf den Super-G legen. Das Ziel sei, in Riesenslalom und Super-G alle Weltcup-Rennen zu fahren, sagt er. Bekanntschaft mit den Stars der Speed-Szene machte er erstmals in Åre. Aksel Svindal oder auch Christof Innerhofer gratulierten Odermatt zu seinen fünf Goldmedaillen. Die Begegnungen zeigen, was sich in dieser Saison verändert hat. Denn plötzlich kennen ihn auch Svindal und Innerhofer. Dass auch Odermatt einst ein ganz grosser Name wird, verspricht uns die Statistik. Im Klassement der erfolgreichsten Fahrer bei Junioren-WM belegt er nach zwei Teilnahmen Platz zwei mit siebenmal Edelmetall. Vor ihm liegt Henrik Kristoffersen, hinter ihm die Österreicher Benjamin Raich und Marcel Hirscher.

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