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SKI ALPIN: Teenager Marco Odermatt verblüfft die Experten

Marco Odermatt (19) hat innert eines Jahres einen steilen Aufstieg erlebt. Nach den ersten Weltcuppunkten in Sölden bleibt der Buochser aber mit beiden Beinen auf dem Boden.
Trotz starker Leistung auf höchster Stufe – für Marco Odermatt hat der Europacup weiter Priorität. Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller (Sölden, 21. 10. 2016)

Trotz starker Leistung auf höchster Stufe – für Marco Odermatt hat der Europacup weiter Priorität. Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller (Sölden, 21. 10. 2016)

Es war selbst für Marco Odermatt ein bizarres Bild am vergangenen Wochenende in Sölden, als er als Zwölfter des ersten Riesenslalom-Laufes direkt nach seinem Vorbild Ted Ligety den zweiten Durchgang in Angriff nehmen konnte. «Natürlich ist das ein Kindheitstraum eines jeden jungen Skifahrers, der in Erfüllung gegangen ist», beschreibt Odermatt die Situation vor dem Start. «Da darf man gar nicht allzu fest daran denken, sonst wird man nur noch nervöser.»

Von Nervosität schien beim 19-jährigen Buochser vom Skiclub Hergiswil in seinem erst zweiten Weltcuprennen aber keine Spur. Mit der Nummer 53 angetreten, verblüffte der Teenager wohl selbst die Ski-Experten. Auf einem Hang, der in der Vergangenheit nicht unbedingt für das Vorpreschen von Fahrern mit hohen Startnummern bekannt war, zeigte Odermatt auf einer bereits gezeichneten Piste eine bärenstarke Leistung und klassierte sich mit nur 1,48 Sekunden Rückstand auf Sieger Alexis Pinturault auf dem 17. Rang.

Auf dem Handy hat es «getschädert»

«Ich habe gewusst, dass ich mit der Startnummer 53 alles riskieren muss, um in den zweiten Lauf zu kommen», erzählt der Nidwaldner. «Ich hätte nie erwartet, dass es gleich so gut aufgeht. Ich wusste während der Fahrt, dass es nicht schlecht ist, dennoch war die Ungewissheit gross. Denn beim ersten Rennen weisst du noch nicht, wo du stehst. Da kannst du auch ein gutes Gefühl haben und dann weit hinten sein.» Dass er im zweiten Lauf noch fünf Ränge verlor, war nur ein kleiner Wermutstropfen, zu sehr überwog die Freude über die ersten Weltcuppunkte.

Überwältigend war für den sympathischen jungen Mann dann auch, was nach dem Rennen folgte. Zahlreiche Medientermine, Live-Interviews, Autogrammwünsche und Fotos für Fans warteten auf Odermatt. Eine neue Situation für ihn: «Wir sind auch im Skiclub damit aufgewachsen, ab und zu ein Interview zu geben. Aber es ist schon noch mal etwas anderes, wenn du vor einer Live-Kamera stehst und weisst, dass so viele Menschen zusehen», sagt der Riesenslalom- und Super-G-Spezialist. Als er am Nachmittag ins Hotel zurückkehrte, habe es auf seinem Handy «getschädert», wie es der B-Kader-Athlet ausdrückt. Er habe viele Glückwünsche erhalten.

Odermatt gehört zur Schweizer Europacup-Trainingsgruppe. Der Europacup wird auch seine nähere Zukunft bestimmen, auch wenn sich durch das gute Resultat in Sölden gewisse Möglichkeiten ergeben haben. «Ich habe mir nun natürlich eine Tür für den Weltcup aufgelassen, aber primär gilt der Fokus momentan dem Europacup», betont Odermatt, der mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt. «Man kann nicht erwarten, dass es in den nächsten Rennen gleich wieder so rund läuft wie in Sölden, darum ist es nicht schlecht, über den Europacup zu kommen und sich dort die wichtigen Punkte für die Startliste zu holen.»

Noch hat er sich nicht entschieden, ob er das nächste Rennen im Weltcup oder dem zeitgleich stattfindenden Europacup bestreiten wird.

Zweites Standbein ist für ihn wichtig

Vor einem Jahr hätte wohl selbst Odermatt noch nicht gedacht, wie schnell seine Entwicklung voranschreiten würde. Alles begann mit den Junioren-Weltmeisterschaften in Sotschi, wo er im Super-G Bronze und im Riesenslalom Gold holte. Als Junioren-Weltmeister kam Odermatt kurze Zeit später beim Saisonfinal in St. Moritz zu seinem ersten Weltcupeinsatz, bei dem er im zweiten Lauf gleich die achtbeste Laufzeit aufstellte.

Nun also folgten im zweiten Einsatz auf höchster Stufe bereits die ersten 14 Weltcuppunkte. «Es ist wahnsinnig, wie schnell das alles gegangen ist. Vor einem Jahr war ich noch extrem weit weg von einem WM-Titel und vom Weltcup», so Odermatt, der im Frühjahr die Sportmittelschule in Engelberg abschliessen will. Dazu sagt er: «Der Spitzensport ist ein sehr schmaler Grat, und eine Verletzung kann dich komplett aus der Bahn werfen. Darum ist es wichtig, dass man ein zweites Standbein hat.»

Vorläufig wird Marco Odermatt aber noch mehrmals die Möglichkeit erhalten, mit seinen Idolen im Weltcup zu fahren.

Roger Amberg

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