SKI NORDISCH: Hartnäckiger Verfolger

Die Premiere eines Skiathlons anlässlich der Unterwaldner Langlaufmeisterschaften ist geglückt. Pascal Christen rettet bei seinem dritten Sieg in Serie 1,5 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

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Andrin Näpflin ist Pascal Christen dicht auf den Versen. (Bild: Heinz Wolf (Langis, 28. Januar 2017))

Andrin Näpflin ist Pascal Christen dicht auf den Versen. (Bild: Heinz Wolf (Langis, 28. Januar 2017))

Roland Bösch

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Geglückt: Die Rede ist vom dritten Sieg in Serie durch Pascal Christen an den Unterwaldner Langlaufmeisterschaften in der Kategorie U 18/U 20. Nach dem Zieldurchlauf war die Begeisterung beim Wolfenschiesser entsprechend gross. «Der Skiathlon war super, und ich konnte neue Erfahrungen sammeln.» Diese Aussage freut insbesondere OK-Präsident Walti Fanger vom Skiclub Schwendi-Langis. Zusammen mit seinem Team hat er sich für die abwechslungsreiche Wettkampfform bestehend aus einem Skating- und einem klassischen Teil entschieden. Der Wechsel von der Skatingausrüstung auf die klassischen Ski war dann auch massgebend für den Erfolg von Pascal Christen. «Ich konnte schnell die Ski wechseln und so einen entscheidenden Vorsprung herauslaufen», blickt der 19-Jährige auf den Rennverlauf zurück.

Am Ende rettete Pascal Christen 1,5 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Wie im Vorfeld erwartet wurde, machte Christen Näpflin das Leben schwer. Nicht aber etwa der letztjährige U-16-Schweizer-Meister Avelino, sondern Andrin, der mittlere der Näpflin-Brüder. «Nach dem Skiwechsel musste ich zuerst wieder auf Pascal auflaufen. Diese Energie fehlte mir dann auf den letzten 150 Metern», analysierte der 19-Jährige. Dennoch zeigte sich Andrin Näpflin mit dem Skiathlon sehr zufrieden. Nachvollziehbar, brachte Näpflin doch den einen oder anderen stillen Beobachter mit seiner Leistung zum Staunen. Noch im letzten Jahr verlor der Beckenrieder an den Unterwaldner Meisterschaften mehr als eine Minute auf Pascal Christen. Für Andrin Näpflin ist die Leistungssteigerung erklärbar: «Im Sommer konnte ich meine dreijährige Gärtnerlehre abschliessen. Nun arbeite ich beim Lehrbetrieb der Gebrüder Kuster in Stans in einem reduzierten Pensum von rund 60 Prozent weiter und investiere die restliche Zeit für den Sport.» Andrin Näpflin verheimlicht nicht, dass er eher als Spätzünder gilt. Es ist auch eher untypisch, dass ein Sportler erst im U-18-Alter den Sprung ins Kader des Zentralschweizer Schneesportverbandes schafft.

Das ist Andrin Näpflin aber eigentlich egal. Viel zu gerne hat er den Langlaufsport, und aus diesem Grund will er nichts unversucht lassen, den nationalen Anschluss doch noch zu schaffen. «In der Lehrzeit war es nach 9 bis teilweise 10 Stunden körperlicher Arbeit einfach nicht möglich, am Abend noch ein intensives Intervalltraining durchzuziehen», zieht Näpflin Bilanz und wagt einen Blick in die Zukunft: «Ich habe nun aber sicherlich den Vorteil, dass ich erst bei einem Trainingsumfang von 500 Stunden angelangt bin und mich in diesem Bereich noch steigern kann.» Näpflin ist im Gegenzug auch realistisch genug und weiss, dass es ein sehr schwieriges Unterfangen ist. In dieser Saison peilt er im Swisscup Top-10-Rangierungen an und wer weiss, vielleicht klappt es dann doch noch einmal mit einem Sprung in ein Swiss-Ski-Kader. Auf seinem Weg kann er auf die volle Unterstützung seiner Familie zählen. Sein älterer Bruder Severin hat immer einen guten Tipp bereit, und mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Avelino stehen Trainings auf Augenhöhe an. «Es ist echt motivierend, in einem solchen Umfeld unterwegs zu sein und sich gegenseitig über Erfolge im Sport, Beruf und sonstigen Leben zu freuen», bringt es Andrin Näpflin auf den Punkt. Noch viel mehr Spass macht es, mit seinen Brüdern ein Staffel-Team zu bilden. Fast schon selbsterklärend, dass sie an den Unterwaldner Langlaufmeisterschaften nicht aufzuhalten waren. Als Zufall oder Resultat des jahrelangen gemeinsamen Trainings kann die Tatsache gewertet werden, dass die drei Näpflin-Gebrüder die fast 4 Kilometer lange Staffelrunde mit der praktisch identischen Rundenzeit beendet haben.

Auszug aus der Rangliste. Männer: 1. Bruno Joller (Bannalp-Wolfenschiessen), 2. Pascal Wolf (Schwendi-Langis). 3. Renato Burch (Schwendi-Langis). – Staffel: 1. Beckenried-Klewenalp (Andrin Näpflin, Severin Näpflin, Avelino Näpflin). 2. Bannalp-Wolfenschiessen (Pascal Christen, Tobias Dönni, Bruno Joller). 3. Schwendi-Langis (Pascal Wolf, Adrian Riebli, Shwan Taylor). – U 20/U 18: 1. Pascal Christen (Bannalp-Wolfenschiessen). 2. Andrin Näpflin (Beckenried-Klewenalp). 3. Avelino Näpflin (Beckenried-Klewenalp). – U 16: 1. Samuel Niederberger (Dallenwil). 2. Ramon Riebli (Schwendi-Langis). 3. Patrick Dönni (Bannalp-Wolfenschiessen).

Frauen: 1. Nadine Matter (Nordic Engelberg). 2. Celine Arnold (Unterschächen). 3. Maya Niederberger (Dallenwil). – Staffel U 16. Gemischt: 1. Büren-Oberdorf (Marco Zurkirch, Kilian Zumbühl, Luana Feubli). 2. Schwendi-Langis 2 (Matthias Riebli, Jonathan Garbely, Lars Kiser). 3. Schwendi-Langis 1 (Ramon Riebli, Matteo Barmettler, Remo Burch).

Detaillierte Rangliste: www.nsv-ski.ch oder www.scs-l.ch