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So erlebten Wanderer den Kuhangriff auf der Bannalp

Eine Kuhherde greift an zwei Tagen in Folge einen Hund an. Nun fordert der Älpler ein Hundeverbot.
Julian Spörri, Zéline Odermatt
Kühe auf der Bannalp. (Bild: Corinne Glanzmann, 6. Juli 2016)

Kühe auf der Bannalp. (Bild: Corinne Glanzmann, 6. Juli 2016)

Zwischen der Bannalp und der Schonegg oberhalb von Wolfenschiessen ist es Anfang Woche zu einem unglücklichen Zwischenfall gekommen. Ein involvierter Hundehalter beschrieb den Hergang so: Er und ein weiterer Hundebesitzer seien mit zwei anderen Personen und den beiden angeleinten Hunden auf einer Wanderung gewesen. Auf einer Alpweide näherte sich ihnen eine Viehherde bedrohlich.

Deshalb beschlossen die Wanderer, ihre Hunde von der Leine zu nehmen, damit sie fliehen können. Einer der Halter konnte die Leine jedoch nicht rechtzeitig lösen und kam samt seinem Hund unter die Herde. Der Mann konnte sich befreien, musste aber im Spital ärztlich behandelt werden.

Wanderer treffen auf verletzten Hund

Am Tag darauf wanderte Rudolf Wicki um die Mittagszeit mit seiner Frau zur Bannalp. Bei einem Brunnen im Gebiet Schonegg sahen sie einen verletzten Hund. «Er war herrenlos und sah verängstigt und erschöpft aus», erzählt er. Der Hund habe sie bis zu einer Alp begleitet, wo eine Kuhherde weidete.

«Die Kühe sind rund 70 Meter von uns entfernt gewesen, als diese plötzlich auf uns zu rannten.» Sie seien sehr erschrocken. «Meine Frau und ich konnten uns knapp hinter einen Felsen retten und haben dann bemerkt, dass es die Kühe auf den Hund abgesehen hatten», sagt Wicki. Die Herde habe den Hund zertrampelt. «Er hatte keine Chance.» Wegen der gefährlichen Situation seien sie weitergelaufen und hätten den Vorfall in der Alpbeiz Chrüzhütte gemeldet.

Die Nidwaldner Kantonspolizei bekam am selben Nachmittag Meldung von Älpler Bruno Röllin. Auf seinem Kontrollgang zu seiner Mutterkuhherde sah er, wie diese auf einem Hund herumtrampelte. «Sie waren ausser Rand und Band, das habe ich noch nie erlebt», sagt Röllin. Um den Hund aus der Herde zu holen, habe er sich selber in Lebensgefahr gebracht – doch der Hund war bereits tot.

Ob an beiden Tagen der gleiche Hund angegriffen wurde, ist unklar. «Zu welchem Zeitpunkt der Hund seinen Verletzungen erlag, ist uns nicht bekannt», sagt Reto Berchtold von der Kantonspolizei Nidwalden. Älpler Röllin setzt sich nun vehement für ein Hundeverbot ein, wenn die Mutterkühe auf der Alp sind. Es mache ihn wütend, wenn Hundehalter nicht mit Kühen umgehen können, sagt er. Der Zwischenfall jetzt sei nämlich nicht der erste gewesen: «Ich habe Hundehalter beobachtet, die ihren Hund im Kuhtrog gebadet haben – direkt neben der Herde.»

Der Wanderweg von der Bannalp zur Schonegg ist bis auf weiteres gesperrt. Dies teilte die Gemeinde Wolfenschiessen mit. Am nächsten Montag werde die Situation neu beurteilt.

Wandern auf der Kuhwiese – das sind die Verhaltenstipps:

  • Beachten Sie die Infotafeln. Verhalten Sie sich ruhig, scheuchen Sie die Tiere nicht auf. Im Allgemeinen sind Kühe neugierig und nicht gefährlich.
  • Bleiben Sie möglichst auf dem Wanderweg. Stehen Kühe im Weg, halten Sie Abstand und gehen Sie in sicherer Distanz um die Herde herum. Erschrecken Sie die Tiere nicht und drehen Sie ihnen nicht den Rücken zu.
  • Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und halten Sie ihn unter Kontrolle. Hunde erregen bei Kühen, Rindern und Stieren besondere Aufmerksamkeit. Führen Sie ihn auf der der Herde abgewandten Seite. Falls Kühe Ihren Hund angreifen, lassen Sie ihn los, damit er fliehen kann. Er ist meist schnell genug.
  • Drohgebärden von Kühen zeichnen sich durch Heben und Senken des Kopfes, Schnauben, Scharren und Brüllen aus. Verlassen Sie bei solchen Alarmsignalen die Weide langsam rückwärts. Schnelle Bewegungen wirken bedrohlich. (jus)

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