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Singen mit Gustav in Stans: So macht die Franz-Lektion Spass

Der Freiburger Musiker Gustav bot 600 Schülerinnen und Schülern wesentlich mehr coole Töne als langweilige Grammatik. Damit konnte das Nidwaldner Amt für Volksschulen den Kindern eine grosse Freude bereiten.
Romano Cuonz
Der Freiburger Musiker Gustav begeisterte die Nidwaldner Fünft- und Sechstklässler mit viel Musik und ein bisschen Französisch. (Bilder: Romano Cuonz (Stans, 22.Juni 2018))

Der Freiburger Musiker Gustav begeisterte die Nidwaldner Fünft- und Sechstklässler mit viel Musik und ein bisschen Französisch. (Bilder: Romano Cuonz (Stans, 22.Juni 2018))

«Non, je n’veux pas me lever ce lundi matin» singen, stampfen und grölen Schülerinnen und Schüler aller Nidwaldner fünften und sechsten Klassen in der Aula des Kollegiums St.Fidelis in Stans. Derjenige, der sie dazu auf Deutsch und Französisch auffordert, heisst schlicht Gustav – ausgesprochen mit «ü», wie er betont. Ja, weil er halt aus dem zweisprachigen Kanton Freiburg komme! Was Gustav auf der Bühne mit über 20 Instrumenten, einer Synthesizer-Anlage und Mikrofonen aufgebaut hat, würde wohl für eine ganze Band ausreichen. Aber eben: Seine Musikerkollegen seien alle «malade», also krank, erklärt Gustav den 600 Nidwaldner Buben und Mädchen. Deshalb trete er heute als Alleinunterhalter auf.

Halb so schlimm: Lange bleibt Gustav am Freitag nicht auf sich allein gestellt. Er braucht nur den einen oder anderen französischen Brocken ins fröhlich mitmachende Publikum zu werfen und schon tönt es gleich mehr als hundertfach zurück: «Le piano, la trompette.» Oder, mit viel Getöse: «La batterie!»

Plötzlich sind näselnde Töne leicht

Auch als Gustav prüfen möchte, ob die Nidwaldner Schülerinnen und Schüler auch ein französisches Lied mitsingen können, lassen sie ihn nicht im Stich. Und wenn er die Fünft- und Sechstklässler dann dazu auffordert bei «lundi» und «matin» die Nasallaute näselnd auszusprechen, bringen binnen Kurzem alle etwas fertig, was ihnen im Klassenzimmer oft nur mühsam und harzig über die Lippen geht.

Zu Beginn steht der Freiburger Musiker und ehemalige Lehrer noch alleine auf der Bühne. Den Schülerinnen und Schülern unten im Saal serviert er – auf völlig unverkrampfte und sehr musikalische Art – eine ganze Anzahl von französischen Begriffen und Sätzen. Doch dies ist sie gewiss noch nicht, «die beste Franz-Lektion der Welt!» Immer poppiger wird die Musik. Statt die üblich braven Chansons gibt’s Heavy Metal, «Rock or Bust» von AC/DC und eigens für Fussballstar Shaqiri auch noch «Balkan-Sound».

Gustav und Schüler in Aktion.

Gustav und Schüler in Aktion.

Fertig also mit Französisch? Nicht ganz: Je länger die Lektion dauert, desto mehr macht Gustav den Kindern klar: «Le français, c’est cool!» Immer mehr Kinder holt er auf die Bühne. Am Schluss verfügt der Freiburger über eine ganze Band. Und wenn dann auch der Saal noch mitsingt, ist der Sound genauso megacool wie im Hallenstadion. Dascha aus Buochs schwärmt: «Die Musik war gut, und ein wenig Französisch habe ich auch noch gelernt.»

Ihr Schulkamerad Jonas meint: «Mir hat vor allem Heavy Metal gefallen, und jetzt weiss ich auch endlich ein wenig, wie man dieses Französisch ausspricht, zum Beispiel ‹lundi›.» Flavian lobt: «Vor allem der Schluss, als so viele Schüler auf der Bühne standen, war sehr cool.» Worte wie eine echte Kritikerin findet Carolina: «Es war gut gemacht für Kinder, wir haben gelacht und auch ein klein wenig Französisch gelernt.»

Kanton will mit Projekt Französisch fördern

Der lustige Auftritt von Gustav ist Teil eines grossen Fremdsprachen-Projekts, mit dem der Kanton Nidwalden insbesondere das Fanzösische im Fokus hat und fördern will, wie Sandra Blumier als Austauschverantwortliche der Nidwaldner Bildungsdirektion erklärte. Dazu gehört unter dem Stichwort «Tante Amélie» für Lehrpersonen auch die Möglichkeit, eine Französisch sprechende Person in den Unterricht einzubauen.

Gross geschrieben werden auch Austausche für ganze Klassen mit der Romandie. Französischlehrpersonen können alle fünf Jahre zwei- bis vierwöchige Sprachaufenthalte in einer französischsprachigen Region durchführen. Ganz nach dem Motto «Vraiment: Au canton de Nidwalden, on parle et on aime le Français!»

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