So rollt der Verkehr in Nidwalden

Wie entwickelt sich der Verkehr beim Länderpark Stans, wie viele Autos fahren nach Engelberg? Fachleute und Private, die das wissen wollen, sind nur wenige Klicks davon entfernt.

Philipp Unterschütz
Drucken
Teilen
Eine der permanenten Messstellen befindet sich im Bereich Dörfli in Wolfenschiessen. (Bild: PD)

Eine der permanenten Messstellen befindet sich im Bereich Dörfli in Wolfenschiessen. (Bild: PD)

An sechs permanenten und 56 temporären Messstellen zählt der Kanton Nidwalden mit Schlaufen im Boden oder via Radar/Kameras auf seinen Strassen den Verkehr. Dazu kommen sieben permanente Messstellen des Bundesamtes für Strassen (Astra) auf den Nationalstrassen Nidwaldens. Die Zahlen geben Auskunft über den durchschnittlichen täglichen Verkehr, tagsüber sowie in der Nacht, getrennt nach Richtungen oder auch den Anteil des Lastwagenverkehrs. Als neue Dienstleistung hat das kantonale Amt für Mobilität die Messstellen und die erhobenen Daten basierend auf der GIS-Karte im Internet aufgeschaltet. Per Mausklick kann man auf einem Datenblatt die gemessenen Zahlen erfahren, Bilder zeigen den Standort der Messgeräte. Auch andere Kantone stellen die Zahlen ihrer Messstellen ins Internet, doch in der Zentralschweiz setzt ausser Nidwalden nur Uri auf GIS-basierten Karten.

Die Daten der permanenten Messstellen werden einmal pro Jahr aktualisiert, bei den temporären Messpunkten finden die nächsten Erhebungen voraussichtlich 2020 statt.

Lärmbelastung wird auf diese Weise berechnet

Primär sind die Zahlen im Internet natürlich für die Fachleute im Amt für Mobilität von Nutzen. «Aufgrund der Messwerte berechnen wir beispielsweise die Lärmbelastungen, erstellen Verkehrsmodelle oder prüfen, ob Massnahmen nötig sind», erklärt Kantonsingenieurin Stephanie von Samson. Auch bei Planungen von Projekten wie der Umfahrungsstrasse Stans West oder des Kreisels Büren fliessen die Zahlen der Messstellen ein, für das Bypass-Projekt in Luzern wurden sie ebenfalls hinzugezogen. «Wir können auch verfolgen, welche Wirkungen beispielsweise Baustellen oder Änderungen des Verkehrsregimes haben. Die Zahlen bilden die Realität ab, sie sind deshalb aussagekräftiger als Modellberechnungen.» Das Amt für Mobilität prüft deshalb auch, ob und wo es sinnvoll wäre, Messstellen für Velos einzurichten. Diese brauchen andere Geräte und Schlaufen im Boden.

Weitere Dienstleistungen im Internet

Profitieren können aber auch externe Planer für ihre Projekte, beispielsweise im Bereich Lärmschutz oder -belastung. Privatpersonen haben ebenfalls Zugriff auf die Daten und könnten überprüfen, ob ihr subjektiver Eindruck bezüglich Verkehrsdichte oder Lärm mit den effektiven Verhältnissen tatsächlich übereinstimmen könnte.

Eine weitere neue Dienstleistung für externe Planer findet sich auf der Webseite des Kantons beim Amt für Mobilität unter der Rubrik «Normalien». Die aufgeschalteten Unterlagen sollen Ingenieurbüros bei Projektierungsarbeiten unterstützen. Die Planer werden in diesen Tagen orientiert. Die Dokumente beinhalten die einheitlichen Standards, die bei Arbeiten für den Kanton anzuwenden sind – vom Randstein bis zur Verkehrsinsel oder der Kreiselgestaltung. Ausgebaut wurde auch die Rubrik Dienstleistung. Dort findet die Öffentlichkeit alle Informationen zu den laufenden Verkehrsprojekten des Kantons mit einem kurzen Beschrieb und Angaben zum Stand der Arbeiten.

Weitere Infos: www.gis-daten.ch/map/nw_strassenverkehrszaehlung und www.nw.ch/de/verwaltung/baudirektion/mobilitaet