So will der Kanton Nidwalden die Energiewende meistern

Die Regierung will als Vorbild vorangehen und das nötige Umdenken fördern. Dafür hat sie ein Leitbild erarbeitet und Förderbeiträge genehmigt.

Philipp Unterschütz
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Solaranlage auf dem Dach der Schule Oberdorf.

Solaranlage auf dem Dach der Schule Oberdorf.

Bild: PD

Nidwalden steht hinter der Energiestrategie 2050 des Bundes. Die Regierung hat ein entsprechendes Energieleitbild erarbeitet und dieses Jahr verabschiedet. Es zeigt auf, wie die angestrebte Energiewende im eigenen Kanton erreicht werden soll. Nun liegt dieses Leitbild als sechsseitige Broschüre im A5-Format in konzentrierter Form vor. «Es gibt einen Überblick über die energiepolitischen Leitlinien», hält Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen fest. «Es ist für alle gedacht, Parlamentarier, Behörden, Interessierte – einfach die ganze Bevölkerung. Wir wollen damit auch das Umdenken weiter anstossen, das es für eine Energiewende braucht.»

Zu den übergeordneten Zielen des kantonalen Leitbilds gehören ein stark reduzierter Anteil an fossilen Brennstoffen, die Senkung des Stromverbrauchs bei Gebäuden und pro Kopf sowie die Förderung einheimischer, erneuerbarer Energien. Dafür will der Kanton bei der Nutzung von Energie mit gutem Beispiel vorangehen (etwa bei der Realisierung von Neubauten), die Gemeinden bei der Zertifizierung als Energiestädte unterstützen oder weitere Anreize für den Einsatz von erneuerbaren Energien wie Sonnen- oder Wasserkraft schaffen.

Der Nidwaldner Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen.

Der Nidwaldner Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen.

Bild: Corinne Glanzmann

Die Regierung sei sich bewusst, dass den Worten auch Taten folgen müssen, sagt Joe Christen. Es gebe in Nidwalden bereits viele Bestrebungen, die in Richtung der Energiewende zielen. «Beispielsweise möchten wir das Leitbild bei der Arealentwicklung Kreuzstrasse oder bei der Planung Ersatzbau Süd mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach berücksichtigen.»

Das Energieleitbild ist auch Basis für das revidierte Energiegesetz, das kürzlich in die Vernehmlassung geschickt wurde.

Eine Million Förderbeiträge zum Energiesparen

Der Regierungsrat hat inzwischen auch das kantonale Programm für die Förderung von Massnahmen zur sparsamen und rationellen Energienutzung sowie zur Nutzung von erneuerbaren Energien und Abwärme für das Jahr 2020 genehmigt. Der Landrat hatte hierzu im Budget einen Sockelbeitrag von 530000 Franken und einen Ergänzungsbeitrag von 525000 Franken gesprochen. Das Förderprogramm 2020 orientiert sich grösstenteils an den vorangegangenen Jahren. So werden unter anderem Sanierungen der Gebäudehülle, der Wechsel von Öl- auf Holzheizungen, der Einbau von Wärmepumpen, der Anschluss an einen Wärmeverbund oder Solarkollektoranlagen unterstützt. «Der Betrag von gut einer Million Franken sollte aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre reichen. Falls nicht, würden wir allenfalls einen Antrag für einen Nachtragskredit stellen», so Regierungsrat Joe Christen.

Das Energieleitbild gibt es unter www.nw.ch oder bei der Landwirtschaft- und Umweltdirektion.