Sozialhilfe in Ob- und Nidwalden weiterhin seltener als in der übrigen Schweiz

Die Sozialhilfequote im Kanton Nidwalden ist mit 0,9 Prozent die tiefste in der Zentralschweiz, in Obwalden ist sie leicht gesunken.

Marion Wannemacher
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2018 wurden im Kanton Nidwalden knapp unter 400 Menschen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt. Damit liegt die Sozialhilfequote bei 0,9 Prozent und ist seit 2011 in etwa stabil. In Obwalden waren es im vergangenen Jahr gut 400 Personen (1,1 Prozent der Wohnbevölkerung).

In Obwalden ist die Quote gegenüber dem Vorjahr um 0,1 auf 1,1 Prozent gesunken. In den vergangenen sieben Jahren schwankte sie zwischen 1,0 und 1,2 Prozent. Das zeigt die Auswertung der Sozialhilfe, die Lustat Statistik Luzern gestern veröffentlichte. Im Vergleich dazu lag die Zentralschweizer Sozialhilfequote 2018 bei 1,9 Prozent, die in der gesamten Schweiz 2017 bei 3,3 Prozent.

Die Auswertung zeige deutlich, dass ein tiefes Bildungsniveau das Sozialhilferisiko beträchtlich erhöhe. Es vermindere die Chancen am Arbeitsmarkt und sei mit ein Grund für die höhere Sozialhilfe der ausländischen Wohnbevölkerung gegenüber jener von Schweizern.

Alleinerziehende sind besonders betroffen

Kinder und Jugendliche, die nur mit einem Elternteil zusammenleben, seien einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Insgesamt bezogen im vergangenen Jahr im Kanton Nidwalden 1 Prozent aller Privathaushalte Sozialhilfe, in Obwalden 1,4 Prozent.

Dabei liegt der Anteil der verheirateten Paare mit Kindern bei 0,6 (Obwalden) beziehungsweise 0,5 Prozent. Mit 12, 7 Prozent war in Nidwalden der Anteil von Haushalten mit nur einem Elternteil im Vergleich um ein Vielfaches höher. In Obwalden waren es 8,7 Prozent.

Klar wird aus der Auswertung der Statistik auch, dass die Hälfte der in den vergangenen fünf Jahren eröffneten Dossiers bereits wieder nach 10 (Nidwalden) beziehungsweise 9 Monaten (Obwalden) geschlossen werden konnten. Sozialhilfe diene also in erster Linie der Überbrückung temporärer Notlagen, heisst es in der Medienmitteilung.

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