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Spiesbahn in Oberrickenbach setzt neue Massstäbe

Mit neuem Antrieb und neuer Steuerung ist die Luftseilbahn Fellboden-Ober-Spies wieder in Betrieb. Der Verein «Freunde der Kleinseilbahnen» leistete Pionierarbeit. Bahnbetreiber Josef Durrer freut’s.
Richard Greuter
Der Umbau der Spiesbahn ist geglückt. Bahnbetreiber Joser Durrer hat alle Hände voll zu tun. (Bilder: Richard Greuter, Oberrickenbach, 20. Juni 2019))

Der Umbau der Spiesbahn ist geglückt. Bahnbetreiber Joser Durrer hat alle Hände voll zu tun. (Bilder: Richard Greuter, Oberrickenbach, 20. Juni 2019))

Damit hat Josef Durrer nicht gerechnet. Nach einer kurzen Umbauphase ist seine Luftseilbahn vom Fellboden (Oberrickenbach) zu seiner Liegenschaft Ober-Spies (1200 Meter) wieder im Betrieb. «Ich hatte nie gedacht, dass die Bahn weiter existiert», sagte der 68-jährige Landwirt bei der Einweihungsfeier am vergangenen Fronleichnam.

Dass dieser Umbau überhaupt möglich war, ist dem Verein «Freunde der Kleinseilbahnen und dem Seilbahnverband Nidwalden» zuzuschreiben. Er setzte alles daran, um Durrer zu bewegen, diese Bahn, die früher den umliegenden Alpen als Erschliessung diente, weiter zu betreiben. Immerhin kostete der Umbau eine Stange Geld. Josef Durrer rechnet mit etwa 200000 Franken. «Für mich war es eine grosse Herausforderung, Josef Durrer zu motivieren, ja nicht aufzugeben», sagte Ueli Schmitter, Präsident vom Seilbahnverband Nidwalden.

Strenge Vorschriften auch für Kleinseilbahnen

Das Interkantonale Konkordat für Seilbahnen und Skilifte (IKSS) wendet auch für Kleinseilbahnen strenge Sicherheitsnormen an, und verlangt dies auch bei bestehenden Anlagen. Doch eine Steuerung, wie sie bei der Titlis- und Stanserhornbahn verwendet wird, brauchen Kleinseilbahnen nicht. Sie wäre auch nie finanzierbar. Doch für Seilbahningenieur Reto Canale, der die Verantwortlichen in den technischen Belangen unterstützt, ist dennoch klar: «Die Sicherheit ist nie verhandelbar.» Laut Canale handelt es sich um eine altrechtliche Bahn, die nach Vorgaben vor 2007 erstellt wurde. Und genau diese Sicherheitsvorschriften kommen zur Anwendung.

Die eigentliche Schlüsselstelle des Umbaus war der Ersatz der alten Relais-Steuerung. Hier leistete der Verein «Freunde der Kleinseilbahnen» Pionierarbeit und setzte neue Massstäbe. Vor einem Jahr genehmigten deren Mitglieder einen Betrag von maximal 100'000 Franken für die Entwicklung einer schlanken, modular aufgebauten Steuerung für Kleinseilbahnen. Dieser von der Inset AG aus Oberriet produzierte und inzwischen von der IKSS zertifizierte «Prototyp» kam nun bei der Spiesbahn zum Einsatz und steht auch anderen Kleinseilbahnen schweizweit zur Verfügung. Dies entspricht auch dem Wunsch von Paul Odermatt, Präsident Freunde der Kleinseilbahnen: «Wir sind froh, wenn auch andere Kleinseilbahnen ausserhalb des Kantons davon profitieren können.»

Es wird bereits weiter investiert

Doch der vor zwei Jahren gegründete Verein geht einen Schritt weiter. An ihrer Hauptversammlung am Fronleichnam genehmigte man einen Kredit von 30'000 Franken für die Entwicklung einer Fernsteuerung als Ergänzung zur neuen Steuerung und 60'000 Franken für eine Seilprüfanlage.

Sie haben gut lachen, der Umbau der Spiessbahn ist geglückt. Im Bild: Paul Odermatt Präsident «Freunde der Kleinseilbahnen», Bahnbetreiber und Bergbauer Josef Durrer, Seilbahningenieur Reto Canale und Ueli Schmitter, Präsident Seilbahnverband Nidwalden.

Sie haben gut lachen, der Umbau der Spiessbahn ist geglückt. Im Bild: Paul Odermatt Präsident «Freunde der Kleinseilbahnen», Bahnbetreiber und Bergbauer Josef Durrer, Seilbahningenieur Reto Canale und Ueli Schmitter, Präsident Seilbahnverband Nidwalden.

Erbaut wurde die Spiesbahn vor 45 Jahren von den Gebrüdern Odermatt aus Engelberg. Deren Nachfolger nahmen auch die notwendigen Revisionsarbeiten vor. Neben der Steuerung wurde ein neuer Antrieb bestehend aus Motor und Getriebe eingebaut und das untere Zugseil ersetzt. Demnächst sollen auch zwei neue Kabinen folgen. Laut Reto Canale entstehen ab einem gewissen Alter Probleme mit der Beschaffung von Ersatzteilen. «Zudem», so Canale weiter, «steigt mit dem Alter die Reparaturanfälligkeit.»

204 Kleinseilbahnen kommen in die Jahre

Die Seilbahnfreunde und der Seilbahnverband Nidwalden sind eigentlich eine Symbiose. «Der Verband hat das Fachwissen und der Verein mit rund 1600 Mitgliedern die Mittel», erklärte Vereinspräsident Paul Odermatt. Die Arbeit wird ihnen auch nicht ausgehen. Reto Canale, dem die Kleinseilbahnen ans Herz gewachsen sind, hat mit Roland Baumgartner ein Buch zum Thema Kleinseilbahnen verfasst, welches am gleichen Tag vorgestellt wurde. Darin ist die Rede von insgesamt 204 Kleinseilbahnen innerhalb der Schweiz. «Ich rechne damit, dass die Hälfte dieser Bahnen in den nächsten Jahren saniert werden müssen», betonte Canale.

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