SPITALKOSTEN: Appell an Nidwaldner Patienten

Patienten aus Nidwalden sollen sich im Kantonsspital in Stans behandeln lassen. Diesen Appell hat die Nidwaldner Regierung an die Bevölkerung gerichtet. Sie will die Ausgaben für ausserkantonale Behandlungen in den eigenen Kanton lenken.

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Urs Bamberger, Direktor des Kantonsspitals Nidwalden, mit zwei Plastiksäcken à je 5000 Franken. Pro Patient fehlen im Durchschnitt bei einem ausserkantonalen Spitalaufenthalt 10'000 Franken Wertschöpfung im Kanton Nidwalden. (Bild: Keystone)

Urs Bamberger, Direktor des Kantonsspitals Nidwalden, mit zwei Plastiksäcken à je 5000 Franken. Pro Patient fehlen im Durchschnitt bei einem ausserkantonalen Spitalaufenthalt 10'000 Franken Wertschöpfung im Kanton Nidwalden. (Bild: Keystone)

Liessen sich die Bürger im eigenen Kantonsspital in Stans behandeln, so bliebe die Wertschöpfung von mehreren Millionen Franken pro Jahr im Kanton, schreibt die Nidwaldner Gesundheits- und Sozialdirektion in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Damit könnten die Akut-Versorgung vor Ort und die rund 500 Arbeitsplätze im Spital und bei den Zulieferern langfristig gesichert werden.

Im Jahr 2010 liessen sich rund 2000 Nidwaldner in ausserkantonalen Spitälern behandeln. Bei rund der Hälfte dieser Behandlungen musste der Kanton einen Beitrag zahlen.

Ab 2017 muss der Kanton bei allen Behandlungen 55 Prozent der obligatorischen Pflegekosten übernehmen. Der Rest übernimmt die Krankenversicherung. So will es die 2012 eingeführte neue Spitalfinanzierung. Diese hatte auch die freie Spitalwahl und die Gleichstellung von Privatspitälern mit öffentlich-subventionierten Kliniken zur Folge.

2010 flossen 8,4 Millionen Franken aus Nidwalden an stationäre Behandlungen in ausserkantonalen Spitälern. 2013 waren es 13,4 Millionen Franken.

Bei einer Verlagerung der ausserkantonalen Behandlungen nach Nidwalden, würde das Kantonsspital über Mehreinnahmen verfügen und es würden weniger Steuergelder für den Betrieb des Spitals benötigt, hält das Gesundheitsdepartement fest. Dies hätte einen positiven Effekt auf die Besteuerung im Kanton.

Längerfristig will das Spital das Defizit reduzieren, indem dem Spital mehr Patienten zugewiesen werden als heute. Das Spital ist auf rund 700 zusätzliche Patienten-Zuweisungen angewiesen, heisst es in einer Mitteilung. Ziel sei es, dass Patienten konsequent ans Kantonsspital Nidwalden zugewiesen werden, damit die Wertschöpfung im Kanton behalten werden könne.

sda/rem

Mehr zum Thema am 10. Dezember<br /> in der Neuen Nidwaldner Zeitung.

Regierungsrätin Yvonne von Deschwanden an der Medienkonferenz am Mittwochmorgen. 2013 flossen 13,4 Millionen Franken aus dem Kanton Nidwalden an ausserkantonale Spitäler. (Bild: Keystone)

Regierungsrätin Yvonne von Deschwanden an der Medienkonferenz am Mittwochmorgen. 2013 flossen 13,4 Millionen Franken aus dem Kanton Nidwalden an ausserkantonale Spitäler. (Bild: Keystone)