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Spitze im Ob- und Nidwaldner Schwingsport soll breiter werden

Der Rücktritt von drei Leistungsträgern hinterlässt Spuren. Nun will der Ob- und Nidwaldner Teilverband die Lücken schliessen.
Richard Greuter

Nach den Rücktritten von Marcel Mathis, Lutz Scheuber und Stefan Gasser stellt sich die Frage: Wo sind die zukünftigen Leistungsträger innerhalb des Ob- und Nidwaldner Schwingerverbandes (ONSV)? Der ONSV ist ein Teilverband (Kantonalverband) innerhalb des Innerschweizer Schwingerverbandes (ISV). «Wir haben einige Nachwuchshoffnungen, die diese Rücktritte ersetzen. Aber sie brauchen etwas Zeit», sagt Martin Rohrer, Technischer Leiter der Aktiven, auf Anfrage unserer Zeitung. Er räumt aber ein: «Wir haben nicht die Breite, wie sie andere Kantone aufweisen.»

Tatsächlich: Die eher schmale Spitze ist mit diesen Rücktritten noch schmäler geworden. Als einzige Eidgenossen stehen zur Zeit Benji von Ah und Martin Zimmermann in den Reihen des Ob- und Nidwaldner Teilverbandes.

Schwieriger Übertritt zu den Aktiven

Die Faszination für den Schwingsport ist auch bei den Jungschwingern zu spüren, und auf Teilverbandsebene wird einiges dafür getan. Insgesamt 220 Jungschwinger interessieren sich für den Schwingsport. Das sind etwa 40 mehr als noch vor Jahren, sagt Kurt Wolf, Technischer Leiter der Jungschwinger. Für diesen Nachwuchs, im Alter zwischen acht und 15 Jahren, organisiert der ONSV jedes Jahr ein Trainingslager, aber auch Trainingstage und Spezialtrainings für selektierte Nachwuchsschwinger.

Die grösste Hürde erklimmt ein Jungschwinger, wenn er erstmals als Aktivschwinger an normalen Schwingfesten teilnimmt. Jungschwinger sind in Kategorien mit jeweils zwei Jahrgängen eingeteilt, als Aktivschwinger müssen sie auch mal mit älteren Schwingern zusammen greifen. In diesem Jahr stiessen 15 Jungschwinger zu den rund 120 Aktiven, berichtet Martin Rohrer. Da kann es vorkommen, dass ein Neuling nach vier verlorenen Gängen mit vier Minimalnoten (8.5) vorzeitig unter die Dusche muss. «Wichtig ist, dass sie beharrlich bleiben», betont Rohrer und fügt an: «Ideal ist, wenn sie Gruppen bilden und sich so gegenseitig motivieren.» Der Technische Leiter der Aktiven verweist auch auf die Kameradschaft und den Zusammenhalt.

«Es ist ein schwieriger Übergang», sagt Thomas Achermann, Präsident der Schwingersektion Nidwalden. «Die Jungen kommen in die Berufslehre und gehen auch gerne Mal in den Ausgang.» Einer, der den Sprung zu den Aktiven mit Bravour geschafft hat, ist der Wolfenschiesser Jonas Durrer. Bereits in seinem ersten Schwingerjahr als Aktiver erkämpfte die 16-jährige Nachwuchshoffnung am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest in Oberdorf seinen ersten Kranz.

Mit Training auf Verbandsebene die Spitze verbreitern

Um die Spitze zu verbreitern, müssen sich aus den Aktivschwingern Spitzenkönner herauskristallisieren. Dazu braucht es körperliche und mentale Voraussetzungen, aber vor allem viel Eigeninitiative. «Spitzenschwinger müssen sich selber in Szene setzen», sagt Thomas Achermann. «Auffallende Schwinger mit guten Resultaten werden vom ONSV und später vom ISV gefördert.» Vom Januar bis August bietet der ONSV jeden Mittwoch ein kantonales Training an, wo etwa 30 Schwinger daran teilnehmen, so Rohrer. Neben den Sektionstrainings erhalten die Schwingathleten oft wertvolle Tipps von ehemaligen Spitzenschwingern, um ihre Technik verbessern zu können. Für Sektionspräsident Thomas Achermann ein wichtiger Punkt: «Es wäre schön, wenn sich ehemalige Spitzenschwinger vermehrt für die Trainings engagieren. Aber oft benötigen sie nach ihrem Rücktritt eine Pause.»

Letztendlich ist aber das persönliche Engagement jedes einzelnen Athleten wichtig, um sich selber weiter zu bringen. Denn die Faszination des Schwingsportes ist ungebrochen: Der Technische Leiter erwähnt den Zweikampf, das Brauchtum und vor allem das Erlebnis eines Schwingfestes vor mehr als 1000 Zuschauern.

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