St. Jakob soll besser vor Hochwasser geschützt werden – wenn die Ennetmooser an der Gemeindeversammlung zustimmen

Auf dem Weg zu einem besseren Hochwasserschutz in Ennetmoos steht der nächste Schritt an. Im Fokus stehen Mel- und Rübibach.

Matthias Piazza
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An der Ennetmooser Gemeindeversammlung am kommenden Montag geht es auch um Hochwasserschutz. Zur Abstimmung kommt ein Kredit von über 580'000 Franken. Damit sollen die Planungen für das Hochwasserschutzprojekt St. Jakob weiter vorangetrieben werden. Mel- und Rübibach verursachten im Gebiet St. Jakob und Sand (Gemeinde Kerns) in der Vergangenheit bei starken Niederschlägen oft Hochwasserschäden, nicht nur beim Hochwasser von 2005. Dies vor allem wegen Geschiebeablagerungen im Unterlauf des Rübibachs und weil die Abflusskapazität des Melbachs zu gering ist. Auch sind die drei Geschiebesammler am Mel- und Rübibach nicht mehr genug robust. Sie könnten bei einem Extremereignis versagen. «St. Jakob könnte bereits bei einem 30-jährlichen Ereignis in Mitleidenschaft gezogen werden», sagt dazu der zuständige CVP-Gemeinderat Roland Kaiser. Das neue Hochwasserschutzprojekt würde einen 100-jährlichen Schutz bieten.

Das Unwetter 2005 richtete auch in St. Jakob Verwüstungen an.

Das Unwetter 2005 richtete auch in St. Jakob Verwüstungen an.

Bild: PD

Im Gebiet St. Jakob sollen unter anderem Geschiebesammler vergrössert, ein Schutzdamm neu gebaut und ein Brückendurchlass vergrössert werden. An den geschätzten Baukosten von 13,2 Millionen Franken würden sich der Bund und die Kantone Ob- und Nidwalden zusammen mit mindestens 60 Prozent beteiligen, die Gemeinde Kerns mit 7,8 Prozent. Für Ennetmoos würden maximal 32,2 Prozent der Kosten verbleiben, also etwa 4,25 Millionen Franken. Für Roland Kaiser sind die Kosten verkraftbar und gerechtfertigt. Er ist überzeugt:

«Mit dieser Investition können wir Schäden verhindern, die uns mehr kosten würden.»

Finanzkommission hat Vorbehalte

Auch die gemeinderätliche Finanzkommission stellt sich hinter den Hochwasserschutz in St. Jakob, äussert aber trotzdem Vorbehalte. In der Botschaft kritisiert sie vor allem, dass die Höhe der Kosten für Ennetmoos zwischen 1,48 im besten und 5,49 Millionen Franken im schlechtesten Fall schwanken könne, da die Ungenauigkeit der Gesamtkosten von 13,2 Millionen bei 30 Prozent liege. Sie besteht auf eine Obergrenze der Gesamtkosten für die nächsten 10 Jahre auf 3 Millionen Franken.

Sollten die Ennetmooser dem Planungs- und später dem Baukredit zustimmen, sollte das Hochwasserschutzprojekt zwischen 2023 und 2026 realisiert werden. Es ist der zweite Anlauf. Ein erstes Projekt mit einer Kostenschätzung von 16,8 Millionen Franken hat der Kanton vor sechs Jahren wegen des schlechten Kosten-/Nutzenverhältnisses zurückgewiesen. Dank verschiedener Optimierungen sei dieses nun gegeben, hält Roland Kaiser fest. Dies sehe auch der Kanton so.

Rechnung mit einer Million Ertragsüberschuss

Auch über die Jahresrechnung 2019 wird abgestimmt. Sie weist einen Ertragsüberschuss von 1,01 Millionen Franken ab, bei einem Ertrag von 8,57 Millionen. Das sind 400'000 Franken mehr als budgetiert. Der Gemeinderat begründet dies in der Botschaft vor allem mit höheren Einnahmen aus Steuern und dem Finanzausgleich. Die Aufwände lagen eine halbe Million unter Budget. Dies unter anderem, weil eine Klasse weniger als geplant geführt werden musste und die neue Bühnenbeleuchtung in der Turnhalle St. Jakob günstiger realisiert werden konnte. Die Pro-Kopf-Verschuldung reduzierte sich von 702 auf 353 Franken. Investiert wurden 1,28 Millionen Franken. Der Gemeinderat zeigt sich sehr froh über den guten Abschluss und die gesunde finanzielle Ausgangslage in der aktuellen Situation. Er schreibt:

«Wir sind überzeugt, dass wir die wirtschaftlich schwierigen Umstände dieses Jahres dank umsichtiger Haushaltsführung und genügend Reserven in den Griff bekommen werden.»

Gemeindeversammlung: Montag, 29. Juni, 20 Uhr, Sportplatz beim Schulhaus Morgenstern.

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