ST. NIKLAUSEN: Altgrasstreifen – einmal anders

Ein grosser Glücksklee ist derzeit auf einer Parzelle der Familie von Deschwanden zu sehen. Die Fläche nützt Insekten und Kleintieren.

Martin Uebelhart
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Das vierblättrige Kleeblatt auf der Wiese der Familie von Deschwanden, das auch Insekten Glück bringt. (Bild: PD)

Das vierblättrige Kleeblatt auf der Wiese der Familie von Deschwanden, das auch Insekten Glück bringt. (Bild: PD)

Das Kleeblatt ist nicht nur reine Verzierung, wie Peter von Deschwanden erklärt: «Die Wiese ist eine ökologische Ausgleichsfläche. Für diese gibt es spezielle Vorschriften. Wir dürfen sie erst nach dem 1. Juli mähen.» Das Ziel sei, damit die Pflanzenvielfalt zu fördern und Insekten wie Schmetterlingen oder Heuschrecken und anderen Kleintieren einen Unterschlupf zu bieten.

Doch auch nach dem Mähen brauchen diese Lebewesen nach wie vor einen Unterschlupf. «Daher wird gefördert, dass die Landwirte einen Teil der Flächen stehen lassen als sogenannte Altgrasstreifen.» Die ökologisch genutzte Fläche ist Teil des Vernetzungsprojektes Oberhalten und Umgebung. Bei dem Projekt würden betriebsübergreifend Massnahmen zur Förderung der Ökoqualität umgesetzt, sagt von Deschwanden. Dazu gehörten Massnahmen wie extensivere Nutzung, Aufwertung von Waldrändern, das Anlegen von Weihern oder eben Altgrasstreifen.

Kleeblatt mit GPS ausgemessen

«Wir haben uns überlegt, wie wir den Streifen gestalten könnten», erzählt Peter von Deschwanden. Letztes Jahr sei ein Herz entstanden. Das sei noch verhältnismässig einfach zu bewerkstelligen gewesen. «Ich habe das aufgezeichnet und dann mit Schnüren ausgesteckt.» Dieses Jahr mit dem Kleeblatt und dem Schriftzug «Glück» sei es ein wenig komplizierter gewesen. «Wir haben die Form mit GPS ausgemessen und verschiedene Punkte abgesteckt», sagt von Deschwanden. Dabei habe ihnen die Vermessungsfirma Trigonet geholfen. So sei dann das Kleeblatt nach dem Mähen übrig geblieben. Das Blatt hat einen Durchmesser von rund 30 Metern, die Buchstaben sind 8 Meter hoch.

Oberhalb der Wiese verläuft der Jakobsweg. Von Deschwanden hat dort eine Info-Tafel hingestellt. «Wir informieren die Passanten, warum man das überhaupt macht.» Dabei nimmt er das Thema Glück auf. «Für die Insekten ist es ein Glück, dass wir diese kleeblattförmige Fläche noch nicht gemäht haben», ist zu lesen. Und: «Staunen Sie selber, wie viele Kleintiere in diesem Kleeblatt wohnen: Schauen Sie nach. Betreten der Wiese ist erwünscht!» Allerdings mit Ausnahme des Kleeblatts.

Die Familie von Deschwanden bewirtschaftet in Kerns einen Familien-Landwirtschaftsbetrieb von rund 10 Hektaren. Sie halten 15 Mutterkühe mit Natura-Beef-Kälbern sowie sieben Pensionspferde. Einen Teil des Fleisches der Kälber sowie Wurstwaren und Trockenfleisch verkaufen sie direkt ab Hof. Zusätzlich führt Peter von Deschwanden ein Treuhandbüro und arbeitet Teilzeit beim Amt für Landwirtschaft in Nidwalden. Neben der Familie arbeiten im Landwirtschafts- und Treuhandbereich zwei Teilzeitangestellte.