STANS: 50 Jahre Chäslager: Eine Pfader-Gruppe eckte einst an

Das Chäslager feiert am Samstag seinen 50. Geburtstag. Doch die Idee einiger Pfader gefiel in der Anfangszeit nicht allen.

Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Die Band Buschi und Anni spielte an den Stanser Musiktagen 2015 im Chäslager. (Bild: Romano Cuonz)

Die Band Buschi und Anni spielte an den Stanser Musiktagen 2015 im Chäslager. (Bild: Romano Cuonz)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die bekannte Maskentheatergruppe Mummenschanz, die Schweizer Band Les Sauterelles oder der Musiker Stephan Eicher: Sie alle kennen das Chäslager aus eigener Erfahrung. Die Institution im Stanser Dorfzentrum feiert nun ihr 50-Jahr-Jubiläum. «Kleine Künstler kamen hier ganz gross heraus», erzählt Roger Imboden stolz, der Präsident des Vereins Chäslager. «Das Chäslager hat sich schweizweit einen Namen gemacht, ist in der Kulturszene von Stans und Umgebung nicht mehr wegzudenken.» Der Blick in das Programm bestätigt den Eindruck: Fast täglich finden Konzerte und Veranstaltungen im Holzhaus auf dem Areal Rosenburg statt.

Dabei hat alles ziemlich bescheiden angefangen. 1967 suchte eine Gruppe Pfader mit dem neu gegründeten Verein Chäslager Räumlichkeiten, um kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Fündig wurde sie an der Stansstaderstrasse in einem alten Käselager, welches dem Verein und dem Lokal den Namen gab. Stans hatte von da an eine feste Adresse für Theater, Konzerte, Lesungen und weitere Formen der Kleinkunst. Die neue Institution in der damals bürgerlich geprägten Gesellschaft eckte zuweilen auch an.

«Der Verein provozierte anfänglich mit seinen neuartigen Inhalten und musste sich gar gegen eine Schliessung durch den Regierungsrat wehren», erzählt Roger Imboden aus der Geschichte. Doch die Idee setzte sich durch. Nach der Gesamtrestaurierung des Areals Rosenburg durch die Höfli-Stiftung zwischen 1975 und 1982 wurde das Angebot in das heutige Gebäude vis-à-vis der Wirtschaft zur Rosenburg verlegt. «Damit etablierte sich das Chäslager definitiv im Kulturleben Nidwaldens: Eigenproduktionen des Theaters Stans wechselten sich mit Kunstausstellungen und Konzerten ab.»

Grosse Sanierungspläne

Doch der Höfli-Gaden, wie das Gebäude früher genannt wurde, ist in die Jahre gekommen und soll nun umfassend saniert werden. «Den Charme des Holzhauses, den Künstler und Publikum so schätzen, wollen wir beibehalten, aber trotzdem die Infrastruktur modernisieren», erzählt Roger Imboden. Mit einem Lift und weiteren baulichen Massnahmen soll das Chäslager unter anderem behindertengerechter werden. Zudem ist geplant, die Küche zu sanieren und Fenster einzubauen. Einen Teil der Kosten von rund einer Million Franken übernimmt die Höfli-Stiftung als Trägerin des Chäslagers. «Bereits konnten wir uns über eine grosszügige Spende der Schindler-Kulturstiftung freuen. Wir hoffen, dass wir den Rest noch durch weitere Sponsoren und Gönner zusammenbringen», gibt sich Roger Imboden zuversichtlich.

Der erste Schritt der Erneuerung wurde bereits vollzogen. Davon kann man sich am Samstag um 20.30 Uhr überzeugen, wenn Künstler verschiedener Sparten erstmals im neu gestalteten Dachstock auftreten – mit dem Duo Ohne Wiederholung, Rochus Lussi, Res Gräni & Urs Vokinger, Riverstones, Heini Gut und den Jakobs.

Hinweis: Der Jubiläumsanlass am Samstag beginnt um 14 Uhr, das Abendprogramm um 20.30 Uhr. Eintrittspreis 50 Rappen bis 50 Franken (oder mehr) frei wählbar.www.chaeslager-kulturhaus.ch