STANS: Aldi blitzt ab, Rex-Tennishalle bleibt

Milch kaufen statt Tennis spielen: Aldi wollte die Tennishalle des Sportcenters Rex abreissen und eine Filiale errichten. Doch die Landbesitzerin winkte ab.

Drucken
Teilen
Reto Berlinger, Geschäftsführer des Sportzentrums Rex in Stans, in der Tennis- und Badmintonhalle. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Reto Berlinger, Geschäftsführer des Sportzentrums Rex in Stans, in der Tennis- und Badmintonhalle. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Stolze 6300 Quadratmeter Bodenfläche misst die Tennis- und Badmintonhalle des Sportcenters Rex in Stans. Doch stolz sind auch die Miet- und Unterhaltskosten, die damit verbunden sind. Kommt hinzu: «Tennis ist rückläufig. Viele Ältere steigen auf Golf um», sagt Elmar Wohlgensinger, Verwaltungsratspräsident der Sport- und Freizeitcenter Rex AG.

Seit längerem ist man deshalb auf der Suche nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten für die Halle. Gar ein Abbruch kam in Frage, wie Wohlgensinger bestätigt: «Der Discounter Aldi hatte Interesse, die Halle abreissen zu lassen und dort eine ihrer Filialen zu bauen.»

«Es gibt schon genug Einkaufsmöglichkeiten»
Mit diesen Plänen war jedoch Agnes Niederberger nicht einverstanden. Ihr gehört das Grundstück, zugleich ist sie Aktionärin des Sportcenters. «Es gibt schon genug Einkaufsmöglichkeiten in diesem Gebiet», sagt Niederberger. Aldi-Pressesprecher Sven Bradke bestätigt das Scheitern der Verhandlungen. Gleichzeitig bekräftigt er den Willen des deutschen Discounters, in der Agglomeration Stans eine Filiale zu bauen.

Mit der Aldi-Filiale hätte sich der Konkurrenzkampf unter den Detailhändlern in diesem Gebiet nochmals verschärft. Bekanntlich verdoppelt auf 2010 bereits die Migros ihre Verkaufsfläche im Länderpark, und der Discounter Lidl plant eine Filiale in der Oberstmühle.

Baurechtsvertrag läuft noch bis Mitte 2011
Aber wäre man von der Sportcenter Rex AG aus, welche die Anlage im Baurecht betreibt, mit dem Abriss der Halle einverstanden gewesen? «Wenn Agnes Niederberger Ja gesagt hätte und wir eine vernünftige Entschädigung erhalten hätten, wäre dies eine Option gewesen», sagt Elmar Wohlgensinger.

Wie gehts nun weiter? Der 30-jährige Baurechtsvertrag zwischen dem Sportcenter und Agnes Niederberger läuft noch bis 30. Juni 2011. Er kann von Seiten der Rex-Verantwortlichen eigenmächtig um 30 Jahre verlängert werden. Ob dies der Fall sein wird, lässt Wohlgensinger offen.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.