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STANS: Anlaufstelle für Jugend jubiliert

Die Jugendarbeitsstelle Stans ist zehn Jahre alt. Was als Provisorium aus einem Missstand heraus begann, wurde zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution. Morgen feiert die Jugendarbeitsstelle ihren Geburtstag.
Matthias Piazza
Gemeinderat Markus Elsener (links) und Arthur Furrer, Leiter Jugendarbeitsstelle, im Spritzenhaus. Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. Oktober 2016)

Gemeinderat Markus Elsener (links) und Arthur Furrer, Leiter Jugendarbeitsstelle, im Spritzenhaus. Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 25. Oktober 2016)

Das Spritzenhaus in Stans assoziieren wohl alle mit Jugendarbeit. Seit zehn Jahren ist hier im ehemaligen Feuerwehrdepot gegenüber dem Schulhaus Tellenmatt die Jugend zu Hause. Hier können Oberstufenschüler sich am Mittwoch- und Freitagnachmittag sowie jeden zweiten Freitagabend treffen oder auch Partys oder Discos organisieren. Arthur Furrer leitet die Institution seit drei Jahren in einem 70-Prozent-Pensum, unterstützt von einem Zivildienstleistenden. Im Schnitt sind bis zu 25 junge Stanser im Alter von 11 bis 15 im Spritzenhaus anzutreffen. Furrer sieht die Institution als Ventil für Jugendliche – in einer wichtigen Phase ihres Lebens. Vor allem die Eigeninitiative steht im Vordergrund. «Bei uns können sie selber etwas auf die Beine stellen. Und davon machen sie rege Gebrauch, organisieren Grillabende oder eine Spring-Party», erzählt er.

Zu disziplinarischen Problemen komme es selten. Oft genüge eine klare Ansage in einem freundlichen Ton. «Spielt jemand Fussball im Jugendraum, bitte ich ihn, dies zu unterlassen, da sonst das Mischpult oder andere Einrichtungen Schaden nehmen können.» Nütze dies nichts, könne es schon mal vorkommen, dass er den «Übeltäter» für eine Woche vom Spritzenhaus wegweise. Über alles gesehen windet Furrer, der zuvor im Luzerner Stadtteil Littau als Jugendarbeiter tätig war, der Stanser Jugend ein Kränzchen. «Sie sind freundlich, aufgeweckt und anständig, was wohl auch mit der sozialen Kontrolle in einem Dorf zu tun hat. Man kennt sich, läuft in der Freizeit vielleicht plötzlich seinem Lehrer über den Weg.» Auch Hausregeln würden in aller Regel befolgt, der Jugendraum und der Platz ums Spritzenhaus sauber gehalten. Durchaus gebe es auch sehr schwierige Fälle, welche gemeinsam angegangen würden. Die Jugendarbeitsstelle ist kein Betreuungsangebot. «Wenn mich eine Mutter fragt, ob ihr Sohn rauche, rate ich ihr, ihn selber zu fragen oder an seinen Kleidern zu riechen», macht Furrer ein Beispiel. Diese unbelastete Rolle, frei von einem eigentlichen Erziehungsauftrag, schaffe ein spezielles Vertrauensverhältnis. «Ich bin der Anwalt der Jugendlichen und habe gegenüber Dritten eine Schweigepflicht.»

Es begann ziemlich turbulent

Die Anfänge dieser mittlerweile etablierten Institution reichen bis Mitte der Neunzigerjahre zurück. Damals stellte der Verein Jugendhaus Stans ehrenamtlich ein Angebot für Jugendliche auf die Beine – im Estrich des Spritzenhauses, das bis 1998 noch als Feuerwehrlokal diente. Die Institution wurde sozusagen Opfer ihres eigenen Erfolges, wie sich Markus Elsener, seit diesem Jahr Gemeinderat, erinnert. «Oft tauchten bis zu 100 Teilnehmer auf, es wurde laut, es gab Reklamationen.» Das Jugendhaus wurde geschlossen, die kantonale Jugendbeauftragte begleitete mit ihm, damals Mitglied in der Jugendkommission, den Übergangsprozess.

Unter der Leitung von Gemeinderat Andreas Gander wurde die Jugendarbeitsstelle lanciert. Im November 2005 genehmigten die Stanser dann an der Gemeindeversammlung einen Projektkredit über 299000 Franken für einen vierjährigen Versuchsbetrieb. Beziehungen wurden geknüpft, eine Infrastruktur aufgebaut, das Angebot bekannt gemacht. Das vermochte die Stanser zu überzeugen. Sie genehmigten an der Gemeindeversammlung 2009 die definitive Einführung der Jugendarbeitsstelle mit jährlichen Kosten von 75000 Franken.

Vernetzung als Zukunftsaufgabe

Gut investiertes Geld, ist Markus Elsener überzeugt. «Wenn man nur einen jungen Menschen von der schiefen Bahn abhalten kann, hat es sich schon gelohnt.» Für ihn ist klar: Die Institution ist aus Stans nicht mehr wegzudenken – trotz eines riesigen Angebots von rund 140 Vereinen und weiteren Institutionen. «Wir schliessen mit diesem niederschwelligen Angebot eine Lücke. Denn Vereine sind ja nicht jedermanns Sache. Zu uns kommen Jugendliche, die unverbindlich und spontan Spass haben wollen, ohne weitere Verpflichtungen.» Und das Jugendkulturhaus Senkel im Stanser Eichli-Quartier richte sich an ältere Jugendliche.

Trotz Erfolg will man nicht stehen bleiben, sondern die Jugendarbeit weiterentwickeln. Elsener denkt vor allem an eine vermehrte Vernetzung mit den anderen Jugendarbeitsstellen im kleinräumigen Kanton. Und er erwähnt als positives Beispiel den Senkel, bei dem sich sämtliche Nidwaldner Gemeinden an den Betriebskosten beteiligen.

Hinweis

Das Geburtstagsfest morgen Samstag beginnt um 16 Uhr unter anderem mit Saftbar und Quiz; Livekonzert um 19.30 Uhr. Spritzenhaus, Hans-von-Matt-Weg 9, Stans. www.jugendstans.ch

Matthias Piazza

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